und Tod

6. August 2020

Quelle

Dralon

6. August 2020

Anfang der 1970er Jahre war es als einer der ersten großen Erfolge für Unternehmensansiedlungen im „Bundesausbauort“  Lingen, der US-Chemieriese Monsanto. Das Unternehmen produzierte die Acrylfaser Dralon. Später ging es an die Bayer Faser GmbH, bevor dann die Dralon GmbH entstand; die hat jetzt wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Der Lingener Betrieb wurde im Jahr 2000 an die Fraver-Gruppe verkauft. Vor diesem Verkauf hatte diese Gruppe bereits einen Anteil von 30% an den Faserwerken Lingen, die eine Produktionsstätte der Bayer Faser GmbH waren. Zusammen mit der Dralon-Produktion im heutigen Chempark Dormagen bildeten die Lingener Faserwerke den operativen Teil der Übernahme.

Jetzt hat die Dralon GmbH mit den Standorten Dormagen und Lingen aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und „des anhaltenden Preisdrucks auf dem Markt“ einen Insolvenzantrag im sogenannten Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Das Schutzschirmverfahren ist eine spezielle Verfahrensart; im Gegensatz zum üblichen Regelinsolvenzverfahren bleibt die Eigenverwaltung des Unternehmens in Zusammenarbeit mit einem Insolvenzverwalter bestehen, mit dem Ziel, durch einen erarbeiteten Insolvenzplan eine erfolgreiche Sanierung des Unternehmens durchzuführen. Die Verfahrensdauer beträgt üblicherweise rund 10 Monate und weist eine sehr ordentliche  Erfolgsquote zur Weiterführung des Betriebes auf.

Es besteht zurzeit auch keine Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens, so dass keine Insolvenzantragspflicht gegeben ist. Darauf weist das Unternehmen deutlich hin.

Für den Standort Lingen ist seit Anfang August die Kurzarbeit beendet. Die Produktion und der Produktabsatz sind wieder aufgenommen. Seit 1972 wird im Werk Lingen die nass gesponnene Dralon-Faser produziert, mit einer momentanen Gesamtproduktion von 68.000 Tonnen jährlich. Die NOZ sprach vor einiger Zeit von 188.000 Tonnen Acrylfaser pro Jahr; das ist aber die in Dormagen und Lingen produzierte Gesamtmenge des Unternehmens. Lingen produziert mit 185 Mitarbeiter/iinen nur etwa halb so viel wie das Werk in Dormagen.  Apropos Mitarbeiter/innen: Die wurden i  einer Betriebsversammlung informiert und se erhalten im Rahmen des Verfahrens Insolvenzgeld aus der Bundeskasse. Dies soll laut den Angaben der Werksleitung dem bisherigen Nettoeinkommen der Beschäftigten entsprechen (mehr: NOZ)