Propaganda-Coup

3. August 2020

In der vergangenen Woche hat jemand seine rechte Gesinnung etwas ausgelebt und tatsächlich ein Plakat mit einer flüchtlingsfeindlichen Botschaft beim Lingener Dritte-Welt-Laden in der Großen Straße an die Schaufensterscheibe geklebt. Die engagierten Dritte-Welt-Leute haben das einzig Richtige getan: Sie haben das Plakat wieder entfernt. Das führte dann dazu, dass die gleiche Botschaft tags darauf wieder an derselben Stelle zu lesen war. Also wurde sie erneut beseitigt. Wir konstatiere. Es gab eine fremdenfeindliche Botschaft am Schaufenster, zweimal.

Damit hätte man es abhaken können, wenn nicht die Empörung der Dritte-Welt-Leute so groß gewesen wäre, dass sie… also jedenfalls ist die Meldung heute in der „Lingener Tagespost“ zu lesen. Als zweiter Aufmacher auf Seite 1 des Lokalteils, Vierspaltig plus Foto und mit wunderbar nachzulesender, fremdenfeindlicher Botschaft. Und das auch noch, obwohl „auf Twitter“ unsere BN, als die Meldung in Online-Ausgabe auftauchte, noch samstäglich das gesamte Redaktionsteam der LT aufforderte, diese Zettelkleberei doch bitte nicht als Propaganda-Coup in der gedruckten LT-Ausgabe sozusagen zu adeln.

Das nenne ich mal optimale Medienarbeit des Botschaftklebers. Oder hat es sonst schon jemand geschafft, mit einem DIN-A-4-Zettel und etwas Kleber, ein Aufmacher in der LT zu sein?

update: Antwort von @PertzLT

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