DIE ZEIT veröffentlicht in ihrer aktuellen Ausgabe das neue Dossier „Die Namen hinter den Zahlen“. Mehr als 8.600 Menschen sind in Deutschland bisher an Covid-19 gestorben. Wer waren sie? 

Ein Verstorbener, über den die Wochenzeitschift berichtet,  kommt aus unserer Region: Andreas Senger ist am 10. April an CoVid-19 gestorben. Der erfolgreiche Autohausmacher aus Rheine wurde 65 Jahre alt. DIE ZEIT schreibt, der Verstorbene hatte das „Talent zum Glücklichsein“:

„Die Kunst, glücklich zu sein, hat nichts damit zu tun, möglichst wenig Unglück zu erfahren. Natürlich gab es auch Unglück in Andreas Sengers Leben. Den Tod seines Bruders. Geschäftliche Rückschläge. Die Trennung von seiner Frau. Den Krebs. „Er hatte aber die Gabe, nach jedem Tiefschlag neu anzupacken“, sagt seine Tochter Stefanie. „Er ist aus Krisen positiv rausgegangen“, sagt Jörg, sein Sohn.

Zum Beispiel aus seiner Krankheit: 2019 wurde bei Andreas Senger Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert, ausgerechnet bei ihm. Er war so sportlich, sagen seine Kinder, und er hatte dieses hohe Energielevel, „da musste man erst mal mitkommen“. Andreas Senger war passionierter Mountainbiker und Rennradfahrer. Er segelte, fuhr Ski, hatte fast immer Pläne: eine Alpenfahrt mit dem Oldtimer, eine Weinverkostung mit Freunden, ein Zukauf im Unternehmen, also gut, dann halt Planänderung: Chemotherapie.

Als der Krebs nach einem halben Jahr besiegt war, packte Andreas Senger im Unternehmen weiter an, schon bald machte er wieder Sport und dachte ans Reisen. „Er war nicht so, dass er bis zur Rente nur für die Arbeit gelebt hat und dann erst anfing zu leben“, sagt Jörg
Wie dann?
„Er hat schon vorher so viel Gutes mitgenommen, wie es geht.“ Zusammen mit seinem Bruder Ulrich baute Andreas Senger vom heimischen Rheine aus ein Autohaus-Imperium auf, inzwischen ist es das viertgrößte Deutschlands. Vom…“

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Gerade gelesen: „Vor allem auf Grund der durch die Europäische Lebensmittel-Sicherheitsbehörde erfolgten Neubewertung des von perfluorierten Alkylsubstanzen ausgehenden gesundheitlichen Risikos, aber auch auf Grund der Ergebnisse für Dioxine, dioxinähnliche und nicht-dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle rät das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Anglerinnen und Anglern, von dem regelmäßigen Verzehr von Fisch aus Flüssen in Niedersachsen Abstand zu nehmen.  Die Empfehlung des Landwirtschaftsministeriums in Hannover lautet also schlicht und klar, Fische aus heimischen Flüssen nicht regelmäßig zu verzehren. Eine Aussage, die für die Umweltpolitik unseres Bundeslandes, der Kreise, Städte und Gemeinden vernichtend ist.

Eschreckend ist:
Das sog. „Schädlingsbekämpfungsmittel“ DDT einschließlich seiner Metaboliten wurde in 98,8 Prozent (!) der 169 untersuchten Fischproben nachgewiesen, Hexachlorbenzol (HCB) in 85,8 Prozent. Zur Erinnerung: Herstellung und Vertrieb von DDT sind in der Bundesrepublik Deutschland seit dem 1. Juli 1977 (!) verboten, HCB ist seit 1981 nicht mehr zugelassen.

Die taz stellt den Zusammenhang her: „Der Zustand der Fische gibt Aufschluss über den Zustand der Umwelt. Weil Fische über die Kiemenatmung und die durchlässige Haut immer in Kontakt mit dem Element Wasser sind, gelangen schon winzigste Giftkonzentrationen in den Fischkörper. Sofort aufmerksam werden wir, wenn es zu einem spektakulären Fisch­sterben kommt und Hunderte oder Tausende tote Tiere an der Oberfläche treiben.

So starben beispielsweise im vergangenen Oktober in einem Kies-See im niedersächsischen Landkreis Leer Tausende Fische. Für die Passage der „Norwegian Encore“, einem Luxusliner der Papenburger Meyer-Werft, war die Ems zuvor drei Wochen lang ausgebaggert und der Schlick in den See gepumpt worden. Die Sauerstoff- und Salzwerte waren dann so schlecht, dass eineinhalb Tonnen tote Fische aus dem See geholt werden mussten. In solchen Fällen ist die Ursache leicht auszumachen

Schwieriger ist das beim stillen Verschwinden der Tiere, das aber ebenso auf mangelhafte Wasserqualität hinweisen kann. Fische können durch Krankheiten dahingerafft werden, weil Schwermetalle ihr Immunsystem schwächen oder sie sich nicht mehr fortpflanzen können, weil die Eier und Jungfische nicht überleben.

Im April hat das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) seinen Abschlussbericht des neuen „Schadstoff-Monitoring in Flussfischen aus niedersächsischen Flussabschnitten“ veröffentlicht – angelehnt an eine 2008/2009 durchgeführte Untersuchung zum Schadstoff-Monitoring.

Im Monitoring 2019/2020 wurden insgesamt 164 Aale, Brassen und Zander aus Elbe, Ems, Weser, Aller und Oste untersucht. Die Brasse ist als Vertreter der Weißfische ein beliebter Anglerfisch, der Aal kommt in nahezu allen Flüssen Deutschlands vor. Zander wurden 2019 neu in das Untersuchungsprogramm aufgenommen…“

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Persönlicher Nachtrag:
Die Berechnungen des Landes Niedersachsen legen den täglichen Verzehr von 300 g Fischfilet durch eine 60 kg wiegende Person zugrunde. Das ist das sog. Worst-Case Szenario der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA. Niedersachsen stellt nach seinen LAVES-Untersuchungen fest: „Basierend auf den aktuellen Werten nach vergleichbaren Modellrechnungen (und Vereinfachungen), PFOS-Gehalte im Muskelgewebe von Fischen ab 0,36 µg/kg und PFOA-Gehalte ab 0,16 μg/kg (Orientierungswerte) ist dies als problematisch anzusehen.“
Ich frage: Welches Kind wiegt 60 kg? Heimische Flussfische sind in Niedersachsen also vor allem für Kinder ein absolutes No-go.
(Foto: Unterems © Wattenrat)