Die virtuelle re:publica 2020 ist seit gestern Abend Geschichte. Mitten in der Corona-Krise erfand sich die größte europäische Digitalkonferenz re:publica neu: Statt mit Tausenden Besuchern in Berlin, gab es sie in diesem Jahr ausschließlich im Internet – offen für alle und (!) kostenlos. Das re:publica-Team nannte sein Konzept einen „Prototypen“, der mit Hochdruck erst in den vergangenen sechs Wochen entstanden ist – und bei dem die Konferenz mit unterschiedlichen Beteiligungsformaten experimentierte.

Es war anstrengend, meinte Florian Dietz (rbb) und resümierte: „Mein Kopf ist voll, meine Augen müde. Wenn ich auf den Tag zurückblicke, kann ich nur sagen: Das große Experiment ist euch gelungen, re:publica! Ich habe so viele Sessions verfolgt, wie an bisher keinem Veranstaltungstag vor Ort. Das Angebot ist riesig! Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten in verschiedenen Tabs, hatte ich es raus, zwischen den Kanälen hin und her zu springen und von überall etwas mitzunehmen, selbst wenn ich einen Programmpunkt nicht vollständig verfolgen konnte.“

Richtig! Für mich dabei wohl die aktuellste Session heute bei dieser re:publica im Exil: war: „Verschwörungstheorien im Netz“. Sicher auch die wichtigste: Netzaktivistin und Bloggerin Katharina Nocun (@kattascha) und Psychologin Pia Lamberty (@_pietz_).haben sich in ihrem Buch „Fake Facts“ Verschwörungstheorien gewidmet – für ihren Beitrag analysierten sie aktuelle Verschwörungstheorien in diesen Coronavirus-Zeiten. Die simple Antwort, sagt Pia Lamberty: Es ist eine einfache Kompensationsstrategie durch den persönlichen Kontrollverlust in der Pandemie. Viele Menschen kämen besser mit dem Gedanken an eine Verschwörung klar als mit zufälligen Entwicklungen. Diese Session war meine persönliche Nummer 1.

Spontan dachte ich an diesen meditativen Kreis Entrückter auf meinem lokalen Marktplatz – immer samstags, wenn der Fischstand abgeräumt ist.

Also mit Florian Dietz: Daumen hoch und Glückwunsch an die Macher! Klar re:publica ist analog greifbar (sic!) anders. Sie wird, hoffe ich genauso sehr wie egoistisch, 2021 wieder da sein.

Wer übrigens den aus Lingen stammenden re.publica-Mensch in diesem traditionellen Abschlusssong (pre-release-Version) findet, darf mir mailen (robert.koop(at)web.de). Schreibt mir einfach die Sekunde, wo… Dann gibt’s eine Flasche seines und meines (!) Lieblingsweins.
ps Ich wusste gar nicht, dass er -seit heute auch noch frisch gebackener Onkel- so engagiert  singen kann…
pps Mitsinger sind raus!