Vom Ende…

2. Mai 2020

…der Livemusik lese ich bei DLFKulturund dann:
„Keine Konzerte, keine Clubs, keine Festivals – dafür jede Menge Auftritte im Internet. Wie dauerhaft sind die Corona-Schäden für die Popmusikwelt? Wir sprechen mit Katja Lucker vom Musicboard Berlin und der Musikerin Malonda.

Echte Musikfans sitzen derzeit bestimmt auch mal mit Tränen in den Augen vor einem Live-Stream von zurückgelassenen Popmusikerinnen und Popmusikern – und warten darauf, dass das große Vermissen von Musik auf Bühnen einsetzt.

Vielleicht sind sie aber auch genervt, weil es online einfach nicht gut funktioniert. Und möglicherweise liegt in mancher Freude über die digitalen Möglichkeiten für (Pop-)Musikschaffende auch eine praktische Verdrängungsleistung für das Ausmaß der Musik-Krise, die gerade erst beginnt.

Die Absagen der Festivals im Sommer werden vom Publikum inzwischen nur noch halbgelangweilt durchgewunken, weil: Das war ja eh schon allen klar. Katja Lucker ist die Geschäftsführerin vom Musicboard Berlin, einer Fördereinrichtung für Musiker und Musikveranstaltungen des Landes Berlin – und arbeitet derzeit mehr denn je, um die Corona-Veranstaltungs-Absagen aufzufangen und manches davon ins Netz zu übertragen. In Berlin war und läuft vieles unkompliziert, gerade für die Künstlerinnen und Künstler. Das bestätigt auch die Musikerin Malonda.

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„Ich find das eigentlich ganz gut, dass man merkt, dass es schon auch Reaktionen auf Forderungen seitens der Politik gibt. Andererseits gibt es auch immer wieder Leute, die durch alle Raster fallen“, sagte Malonda.

Katja Lucker schaut..“

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Autokino! Mach hinne!

2. Mai 2020

Wohl kaum einen besseren Platz kann ich mir vorstellen, als in diesen Corona-Zeiten in ein Autokino zu ge.. pardon zu fahren. Die von Corona so heftig geschlagen Lingener Gastronomen haben sich vorgenommen, ab Mitte des Monats auf dem Festplatz an der EmslandArena Autokino zu veranstalten. Bloß gibt es da ein Problem. Das Problem ist der Landkreis Emsland, wo irgendein unbekannter, offenbar überbezahlter „Fachdienstleiter“ Nein sagt und sein ebenso unbekannter Dezernent „Ja zum Nein“. Am vergangenen Mittwoch tagte der Verwaltungsausschuss unserer Stadt, wo OB Krone über diese Blockade des Landkreises den Kopf schüttelte. Das sei Freizeit und verboten, habe man in Meppen gesagt.

Eine Ausnahme könne man nur erlauben, wenn es eine Traditionsveranstaltung sei, habe es beim Landkreis geheißen. Autokino in Lingen ist abe natürlich auch eine Traditionsveranstaltung und zwar eine langjährige, wie alle wissen, die in Lingen schon lange leben. Es gab schon 2013 das Autokino. Guckt mal hier! 

Jetzt mal ehrlich: Was kann es in Corona-Zeiten Besseres geben als einen Abend im Autokino, wo außerdem alles auf die Sicherheit abgestimmt ist? Wo man zu zweit blechgeschützt einen Film schaut, mit Social Distancing zu allen anderen Besuchern? Bis hin zu Popcorn, Pippi und Pepsi!

Deshalb gibt es in allen Bereichen unseres Bundeslandes, wo Behördenvertreter denken, auch keine Autokino-Probleme. In Hatten bei Oldenburg und in Stuhr-Brinkum, Lohne und Vechta sind Autokinos in Niedersachsen in Betrieb. Osnabrück, GM-Hütte und Aurich sollen folgen. Alles Orte in Niedersachsen und daher mit derselben gesundheitsministeriellen Rechtsgrundlage. die ein Autokino eben nicht verbietet. Also: Ganz legal.

Wir haben doch unseren engagierten Landrat Marc-Andre Burgdorf. Dem erlaube ich hiermit, unverzüglich einzugreifen und diese behördliche Posse seiner Kreisverwaltung  zu beenden. Damit wir einen Autokino-Abend so genießen können, wie das Erlebnis gerade so trefflich im Deutschlandfunk Kultur beschrieben wurde. Landrat, mach hinne mit dem Autokino auf dem Festplatz an der Lingener Lindenstraße, denn: „Das ist ein richtig gutes Gefühl.

Nachtrag:
Die Grünen haben sich meiner Forderung angeschlossen, oder ich mich den Grünen –  ist ja auch egal. Denn die Forderung ist richtig. In Hannover gab es übrigens ein Autokonzert und im Schüttorfer Index vor einer Woche einen Auto-Diskoabend. Und wenn das, geschätzter Marc-Andre Burgdorf, immer noch nicht reicht: In Düsseldorf trafen sich zu Ostern Gläubige zum Gottesdienst im Autokino und in Wietmarschen-Lohne gab es das heute auch.

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Foto: Autokino in Wolfsburger Prä-Corona-Zeiten, via Creative-Commons-Lizenz „ clubmotor in der Wikipedia auf Deutsch – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“