FFF

24. April 2020

Es ist Freitag heute, und bei all dem, was uns in diesen Tagen so treibt, sollten wir die Bedrohung unseres Klimas nicht aus dem Blick verlieren. Denn:

Our house is on fire. We need to react now. Find out more on how we can act https://www.fridaysforfuture.org/“

Friesland & Co.

23. April 2020

Regionalkrimis stillen ein ähnliches Verlangen des Publikums nach der Idylle wie die Heimatfilme in den 1950er-Jahren, schreibt die taz, und was soll ich drum reden? Die taz hat recht.

Klischees stören da nicht, sondern sind im Gegenteil unbedingt nötig. Realismus sollte dagegen möglichst vermieden werden. Die Morde sind gepflegt und mit der Aufklärung im letzten Akt ist die Welt wieder in Ordnung. Aber sie haben das gemütlich Altbekannte ja auch kaum angekratzt.

Im Netz sind mit „Friesland“, „Nord bei Nordwest“ und „Deichbullen“ drei sehr unterschiedliche Regionalkrimiserien von der Küste als Streaming-Angebote zu sehen.

  • „Friesland“: die erste Staffel auf Netflix, die zweite in der ZDF-Mediathek
  • „Nord bei Nordwest“: die letzten sechs von elf Folgen in der ARD-Mediathek
  • „Deichbullen“ läuft deftig als sechsteilige Miniserie bei Netflix.

„Friesland“ spielt übrigens nebenan im ostfriesischen Leer. Die Serie wird in der dortigen Altstadt, auf Norderney und am Hafen von Ditzum gedreht. Die Fälle löst ein uniformiertes Polizistenpaar: Sophie Dahl spielt die Streifenbeamtin Süher Özlügül, Florian Lukas den Polizisten Jens Jensen. In der zweiten Staffel wurde er durch Maxim Mehmet als Henk Cassens ersetzt. Süher Özlügül ist die Tochter des türkischstämmigen Hafenmeisters von Leer, der schon mal ein paar kleine Knirpse in einen Verschlag sperrt, weil sie ins Hafenbecken gepinkelt haben…

Wir sollen ja -Corona sei bei uns- trotz guten Wetters Hände waschend und mit Mundschutz zuhause bleiben, und das machen wir auch. Also, liebe Leute, auf’s Sofa und klickt mal in die Beiträge. (Mehr…)

3.025 Seiten

22. April 2020

Die schriftliche Urteilsbegründung im Münchner NSU-Verfahren liegt vor. Das schriftliche Urteil ist wichtig, weil erst jetzt die Revision weiterlaufen kann. Die Süddeutsche nennt das schriftliche Urteil des OLG München „gigantisch – wie alles in diesem historischen Prozess“: Nicht nur das Verfahren hat 438 Tage lang gedauert, mit fünf Angeklagten und 14 Verteidigern, dazu 90 Nebenklägern und mehr als 600 Zeugen. 3.025 Seiten Urteil haben die Richter am Dienstag auf der Geschäftsstelle des OLG München abgegeben. 93 (!) Wochen hatten sie für dieses schriftliche Urteil Zeit – am Mittwoch wäre die Frist abgelaufen. Ihr schriftliches Urteil umfasst sechs Aktenordner, dazu kommen noch einmal 44 Aktenordner mit den gesammelten Anträgen, Verfügungen und Protokollen aus fünf Jahren Prozess. Einzelheiten der schriftlichen Urteilsgründe kann man beispielsweise auf tagesschau.de nachlesen.

Zu der fast zweijährigen Frist für die schriftliche Urteilsbegründung kam es, weil es eben 438 Verhandlungstage gab. Der zeitliche Rahmen für die schriftlichen Urteilsgründe, die sogenannte Urteilsabsetzungsfrist, verlängert sich für ein Strafgericht nach den Vorgaben von § 275 StPO.

Ein Strafurteil muss danach spätestens fünf Wochen nach seiner Verkündung schriftlich „zu den Akten gebracht“ werden; diese „Frist verlängert sich, wenn die Hauptverhandlung länger als drei Tage gedauert hat, um zwei Wochen, und wenn die Hauptverhandlung länger als zehn Tage gedauert hat, für jeden begonnenen Abschnitt von zehn Hauptverhandlungstagen um weitere zwei Wochen.“

Interessanterweise ist es nun nicht so, dass sich die Revisionsbegründungsfrist für Angeklagte und sonstige Beteiligte (etwa Nebenkläger oder auch die Staatsanwaltschaft) verlängert. Hier kennt das Gesetz nur eine starre Frist, und zwar für jede Art des Strafprozesses. Ob Ladendiebstahl oder Mammutverfahren: Die Begründungsfrist beträgt immer einen Monat. Diese Monatsfrist läuft ab formaler Zustellung der Urteilsgründe bei der Angeklagten oder deren Verteidiger: Diese dürfte auch noch einige Tage in Anspruch nehmen.

Daher dürften den Verteidigern nun ausgesprochen arbeitsreiche Wochen bevorstehen, wenn sie wirklich Rügen von Substanz erheben wollen. Die Deadline von einem Monat ist für die sogenannten Verfahrensrügen, etwa die unrechtmäßige Ablehnung von Beweisanträgen, absolut verbindlich. Eine Verlängerung dieser Frist sieht das Gesetz schlicht nicht vor.


Quelle: LAwBlog.de – Udo Vetter; Foto: Strafjustizzentrum München von Bubo CC BY-SA 3.0

Wecker!

21. April 2020

Konstantin Wecker, der „alte Anarcho“. Dieses politisch-poetisches Video habe ich leider erst jetzt… Ach, schaut und hört selbst…:

Eminent Duo

20. April 2020

Lönings Hauskonzerte
Eminent Duo
Live Stream
Samstag, 25. April – 19.00 Uhr

Für die 47. Auflage von Lönings Hauskonzerten gibt es ein Wiedersehen – wegen Corona zwar nicht mit den Gastgebern Peter und Stefanie Löning, aber mit dem Eminent Duo, das im vergangenen Juni bei ihnen in der Lingener Falkenstraße zu Gast war. Moeko Sugiura und Nejc Kuhar spielen im Live Stream aus Wien ein Konzert für uns in Lingen (Ems). Dabei versprechen die beiden ein gemischtes Programm aus Duos für Violine und Gitarre – gespickt mit Solostücken.

Hinweis: Dieses Konzert können wir alle wieder Corona-konform von zuhause genießen, und es ist daher auch für Kinder geeignet.

We met in McDonald’s. True story! In our defense, it was in the city in which we both studied: in Vienna. At first sight, you wouldn’t think we belong together (a petite Japanese violinist and a two meter Slovenian guitarist and composer). Yet, after collaborating in a chamber ensemble in a baroque music course at the university, it was decided: we will continue to play together.

Vor 75 Jahren haben britische Soldaten das KZ Bergen-Belsen befreit. Dieser Jahrestag sollte eigentlich in großem Rahmen begangen werden: Mit insgesamt 5.000 Gästen und 120 Überlebenden des Lagers. Das Coronavirus hat allem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die großen Feierlichkeiten mussten abgesagt werden, das Gedenken fand jetzt heute nur in kleinem Rahmen statt. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) legte einen Kranz in Bergen-Belsen nieder – gemeinsam mit Michael Fürst (Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden) und Jens-Christian Wagner (Leiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten).

Stephan Weil erinnerte zum Jahrestag daran, die Zeit der NS-Verbrechen und ihre Folgen nicht zu vergessen: „Der 75. Jahrestag der Befreiung von Bergen-Belsen unterstreicht, wie wichtig Frieden und die Wahrung der Menschenrechte sind und dass insbesondere wir Deutschen alles dafür tun müssen, damit nie wieder Menschen anderen Menschen so unermessliches Leid zufügen.“

Viele Reden, die gehalten worden wären, liegen als Videobotschaften vor. Ergänzt durch historische Hintergrund-informationen und Grußworte aus aller Welt hat die Gedenkstätte die Botschaften hier zusammengestellt.

Auf dem Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten sind ca. 20.000 Kriegsgefangene begraben, die meisten von ihnen stammten aus der Sowjetunion. Auf dem Friedhof sollte im April 2020 anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung eine große Gedenkveranstaltung stattfinden, die wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Das Video beschreibt die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen und des Friedhofs als Gedenkort. Außerdem ist eine Gedenkzeremonie in kleinem Rahmen dokumentiert, die am 75. Jahrestag im April 2020 stattgefunden hat.

Das zweite Video dokumentiert die Geschichte des KZ Bergen-Belsen und zeigt den heutigen Zustand des ehemaligen Lagergeländes. Das Dokumentationszentrum mit der Dauerausstellung wird ebenso vorgestellt wie die Erinnerungszeichen auf dem Gelände mit den Massengräbern. Das ehemalige Lagergelände wäre einer der zentralen Orte der Gedenkveranstaltungen anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen gewesen, die aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten. Daher zeigt der Film auch eine Gedenkzeremonie in kleinem Kreis.

In den letzten Kriegstagen, zeigt das dritte Video, wurde die nahegelegene Kaserne zu einem Außenlager des KZ Bergen-Belsen. Nach der Befreiung entstand in der Kaserne ein Displaced Persons Camp für jüdische und polnische Überlebende. An den Folgen der Haft starben dort noch mehrere tausend Menschen. Die meisten von ihnen sind auf dem sogenannten Zelttheaterfriedhof beigesetzt. Das Video dokumentiert die Geschichte dieses Ortes.


Die ursprünglich geplante große Gedenkveranstaltung um 75. Jahrestag der Befreiung des KZ wurde auf den 18. April 2021 verschoben.  

Eine mysteriöse Vogelkrankheit macht derzeit vor allem Blaumeisen zu schaffen. Nach dem gehäuften Aufkommen von Meisensterben im Oldenburger Land hat die Erkrankung offenbar noch mehr Tiere befallen. Laut Naturschutzbund Niedersachsen (NABU) wurden deutschlandweit inzwischen 8.000 erkrankte oder verstorbene Vögel gemeldet. Niedersachsen registerierte mindestens 1.200 Fälle. „Die Tiere sind offenbar von einer bislang nicht identifizierten, aber für Singvögel vermutlich sehr ansteckenden Krankheit betroffen“, sagte NABU-Sprecher Matthias Freter.

Der NABU rief erneut dazu auf, tote oder erkrankte Meisen zu melden und Fotos einzusenden. „Entscheidend ist jetzt, den Krankheitserreger schnell zu identifizieren. Daher müssen tote Tiere von Experten untersucht werden“, sagte Freter.

(Foto: Blaumeise, von Maximilian Dorsch CC BY-SA 3.0)

We’re asking you to come together as a global community to address the current #COVID19 crisis. One World: #TogetherAtHome is a moment of unity to support @WHO — the organization at the center of the pandemic response. Find out how to tune in on April 18: http://glblctzn.me/OneWorldTAH

Am 18. April um 21:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnt die Vorberichterstattung über das Streaming-Festival auf zahlreichen Plattformen, darunter YouTube, Facebook, Instagram und Twitter.

Die Premiere des Events „One World Together At Home“ läuft dann in der Nacht des 19. April 2020 zwischen 2:00 Uhr und 4:00 Uhr live auf den TV-Sendern NBC, CBS, ABC und BBC sowie als Live-Stream auf YouTube und Twitter – und ist hinterher als digitaler Stream online verfügbar. Den Auftakt der Sondersendung „One World – Together At Home“ bildet am Samstagabend ein sechsstündiger Livestream (ab 20.00 Uhr MEZ) mit Auftritten zahlreicher Prominenter. Im Anschluss daran startet um 02.00 Uhr eine zweistündige Show, bei der auch Musiker wie The Rolling Stones, Paul McCartney, Pharrell Williams, Elton John, Taylor Swift und Stevie Wonder auftreten.

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Global Citizen is a social action platform for a global generation that aims to solve the world’s biggest challenges. On our platform, you can learn about issues, take action on what matters most, and join a community committed to social change. We believe we can end extreme poverty because of the collective actions of Global Citizens across the world.

Faizan in Deutschland

17. April 2020

Faizan in Deutschland 2020. Wie es ihm erging, als der Pakistani unter die deutschen Bürokraten mit ihrem „Funktionspostfach“ fiel. Ein Bericht des Niedersächsischen Flüchtlingsrats.

Faizan (Name geändert), der vor vielen Jahren vor den Taliban aus Pakistan flieht, stellt im Januar 2016 in Deutschland einen Asylantrag. Als nach über zwei Jahren bangen Wartens immer noch keine Entscheidung da ist, entscheidet er sich, Deutschland zu verlassen. „Ich hatte keine Hoffnung mehr“, erzählt er. Er zieht zu einer Freundin nach Italien. Er will arbeiten und die Chance auf eine Zukunft.

In Italien erwirbt Faizan ein Aufenthaltsrecht und eine Arbeitserlaubnis. In Deutschland lehnt das BAMF seinen Asylantrag jedoch in Abwesenheit ab. Faizan erfährt davon nichts, er ist in Italien. Am 22. Dezember 2019 reist er zu Besuch nach Deutschland, denn er möchte Silvester mit seinen Freunden hier verbringen. Doch dazu kommt es nicht. Als er sich am 23. Dezember bei seiner alten Unterkunft in Karlsruhe meldet, wird er festgenommen. Die Polizei stellt fest, dass er im Januar 2016 in Deutschland einen Asylantrag gestellt hat und seit Oktober 2018 zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben ist, da er seine Unterkunft verlassen hat, ohne sich bei der Ausländerbehörde zu melden. Dass dies Grund genug ist, um in Abschiebungshaft zu kommen, ist Faizan nicht bewusst.

JVA Langenhagen

Einen Tag nach seiner Festnahme kommt er vor das Amtsgericht Karlsruhe. Die Ausländerbehörde will ihn nach Pakistan abschieben, das Land, aus dem er vor vielen Jahren geflohen ist. Es gilt als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Eine Abschiebung nach Pakistan kann angeblich frühestens Ende Februar erfolgen. Das Amtsgericht ordnet daher an Heiligabend Abschiebungshaft von zwei Monaten gegen Faizan an. Derweil versucht er den Polizist_innen und auch dem Gericht zu sagen, dass er in Italien ein Aufenthaltsrecht hat – wohl vergeblich. Nachdem wir Faizan Anfang Januar 2020 in der JVA Langenhagen aufsuchen, organisieren wir einen Rechtsanwalt, der Haftbeschwerde einlegt. Zugleich machen wir seine Anwältin in Italien ausfindig. Sie schickt uns Kopien seiner italienischen Aufenthaltserlaubnis und seines italienischen Ausweises, der bis 2029 gültig ist. Doch die Behörden wollen nicht darauf eingehen und verlangen Originaldokumente.

Mitte Februar wird…

[hier geht’s weiter bei Nieders Flüchtlingsrat]

Festivalsommer abgesagt

16. April 2020

Eigentlich wussten wir ja alle, dass es so kommen würde. Kommen müsste auch. Manche hatten noch ein bisschen Hoffnung, dass hintenraus für irgendwen dabei noch was übrig bleiben würde. Aber nein. Das Meeresrausch fällt in diesem Jahr ob Corona aus, die Fusion auch. Wissen wir seit ein paar Tagen. Und jetzt fliegen auch die vermeintlich ganz Großen mit aus dem Kalender. Rock am Ring, das Hurricane, Roskilde, Southside, Deichbrand und alle großen Festivals, die bis zum 31. August stattfinden hätten stattfinden wollen, wurde die Durchführung von Seiten der Regierung untersagt. Richtig, wie ich finde. Trotzdem großer Mist, auch wenn es gerade nicht anders geht. Offenbar wird das der mauste Festival-Sommer seit 25 Jahren. Weil es halt einfach keine Festivals geben wird.

Großveranstaltungen sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden – auch Fußballspiele sind davon betroffen. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz auf dieses prinzipielle Verbot. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen durch die Länder getroffen werden.

Bei uns an Ems und Vechte fallen also aus: Das Lautfeuer-Festival, die drei EmslandArena OpenAir mit Vincent Weiss, Scooter und Hollywood Vampires, das Emsland Open-Air im Juni in Meppen und das Grafschafter Open Air, das am 29. August stattfinden sollte, also zwei Tage zu früh.

Das NDR 2 Papenburg Festival soll hingegen am Samstag, 5. September steigen. Das könnte also sein. Da es aber auch dann noch keinen Impfstoff gegen CoVid-19 geben dürfte, wäre ich mir nicht so sicher…

Tipp: Geld für Tickets, Anreise oder Hotelübernachtungen kann unter gewissen Umständen rückerstattet werden. Hier gibt es Hinweise von Focus dazu.

(mit Text von Ronny Kraak in Das Kraftfuttermischwerk)