Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei ihrer Mutter wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien. Also: Wie geht man mit einem Kind um, das gewalttätig wird? Das Drama „Systemsprenger“ stellt sich diese Frage auf berührende Weise – und gewann damit den 70. Deutschen Filmpreis 2020.

in der Nacht zu Samstag holte „Systemsprenger“ bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises gleich acht Goldene Lolas ab, darunter auch den für den besten Spielfilm, und für die 11jährige Helena Zengel als Hauptdarstellerin in dem bereits bei der Berlinale im vergangenenen Jahr mit einem Silbernen Bären ausgezeichneten Film gab es eine Lola in der Kategorie beste weibliche Hauptrolle. „Alles anders diesmal“ kommentierte DIE ZEIT.

Wegen der Coronakrise gab es in diesem Jahr auch keine Preisverleihung-Gala, dafür eine live übertragene Fernsehshow. Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Ulrich Matthes, mahnte bei der Online-Veranstaltung, trotz der Pandemie sollten die Menschen die Kultur nicht vergessen. „Das Kino, es soll leben.“ Die Preisverleihung solle auch „ein solidarisches Unterhaken mit anderen Künstlern sein“.

Als bester Dokumentarfilm wurde „Born in Evin“ von Maryam Zaree (4 Blocks, Tatort) ausgezeichnet. Die Schauspielerin und Regisseurin, die in einem berüchtigten Gefängnis im Iran geboren wurde, spürt darin ihrer eigenen Familiengeschichte nach.

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26. April 2020