Eure Aufgabe

10. April 2020

Karfreitag 2020. In diesem Jahr reden wir nicht aufgeregt über ein Tanzverbot. Dieser so ruhige Feiertag erscheint uns noch stiller, und wir fragen: Das alte deutsche Wort „Kar“ in Karfreitag heißt „kümmern“, „Kummer haben“ oder „sich kümmern um“. Wer ist derjenige, der bekümmert ist, und wer kümmert sich in  dieser Welt – um die die Trauernden zum Beispiel und ihre Erinnerungen an die, die gehen mussten? Das bewegt mich an diesem stillen und aktuell so traurigen Tag.

Heute früh veröffentlichte unser Landkreis Emsland die neuen Corona-Zahlen. Im Emsland sind es inzwischen 10 Corona-Infizierte, die gestorben sind. 10 Menschen, die nicht mehr leben. Es werden noch viele dazu kommen, fürchte ich und frage: Was wissen wir von diesen Menschen? Wie und für wen haben sie gelebt? Was haben sie gelebt? Wie trauern wir um die Verstorbenen?

Abgebrochene Leben, Verzweiflung, bleibender Schmerz. In Corona-Zeiten ist so vieles  anders. Gestern ist der Großvater von Lukas gestorben. Ich weiß, weshalb. Aber ich weiß kaum etwas davon, welcher Mensch er war. Nicht einmal die Trostreden helfen, wie wir sie früher hörten. Weil sie kaum jemand hören darf. Selbst Beerdigungen finden in diesen Zeiten der Corona-Krise nur im engsten Familienkreis, ohne kirchliche Messe und ohne Trauerfeier statt.

Längst ist es an der Zeit, dass wir gemeinsam derer gedenken, die diesem tödlichen Coronar-Virus nichts entgegensetzen konnten? Warum werden sie nicht genannt, warum wird über sie geschwiegen? Liebe Neue Osnabrücker Zeitung mit  Euren Emslandzeitungen: Bitte zeichnet das Leben dieser Verstorbenen bach. Bitte schreibt über die, die wegen COVID-19 nicht mehr leben und deren Tod vor nur sechs Wochen noch undenkbar war. Denn das gemeinsame Gedenken an die Corona-Opfer und die Erinnerung sind (auch) Eure Aufgabe.


Foto: Jüdischer Friedhof in Lingen © Forum Juden Christen

Read on, my Dear…

10. April 2020

Corona so far – 100 Days that changed the World – The Guardian

It started with a warning. It turned into a pandemic that has transformed life as we know it: 

A turbulent decade had reached its final day. It was New Year’s Eve 2019 and much of the world was preparing to celebrate.

The obituaries of the 2010s had dwelt on eruptions and waves that would shape the era ahead: Brexit, the Syrian civil war, refugee crises, social media proliferation, and nationalism roaring back to life. They were written too soon.

It was not until these last hours, before the toasts and countdowns had commenced, that the decade’s most consequential development of all broke the surface.

At 1.38pm on 31 December, a Chinese government website announced the detection of a “pneumonia of unknown cause” in the area surrounding the South China seafood wholesale market in Wuhan, an industrial city of 11 million people.

The outbreak… Read on, my Dear (Quelle)