Ostern kommt. Jetzt.

6. April 2020

Ostern kommt und da schenken wir unseren Lieben meist ein wenig Zeit und mehr. Auch wenn Wolfgang Schnieders für den Türrahmen seines feinen Antiquitäten-Geschäftes direkt gegenüber meines Anwaltskontors den Weihnachtsflyer wieder herausgehängt hat, habe ich hier einige Tipps, wie wir in Lingen gemeinsam etwas für unseren lokalen Einzelhandel tun können. Jetzt.

Denn nach Corona und wegen Corona wird es für viele schwer – vor allem für kleine, lokale Händler und Gastronomen, die ihre Geschäfte schließen mussten. Jetzt versuchen sie händeringend sich über Wasser zu halten. Für manche stellt sich die Frage: Wie lange kann ich -trotz der Hilfen vonBund und Land all das finanziell überhaupt noch stemmen? Und: wird es meinen Laden nach der Krise noch geben?

Weil ich natürlich will, dass am Ende der Corona-Krise meine Lingener Lieblingsläden stark und propper bereit sind, habe ich 10 Tipps für die werte Leserschaft: So könnt Ihr lokale Händler jetzt unterstützen. Und -ganz am Ende dieses Blogbeitrages- gibt es eine Überraschung.

1. Bücher direkt beim Buchladen bestellen

Buch Bücher Antiquität

© Unsplash | Annie Spratt

Wir lieben lesen! Und wie selten kommen wir dazu, deswegen können wir der Zeit zuhause auch etwas positives abgewinnen: Endich neue Bücher! Kauft eure Bücher doch bei beim Lingener Bücher-Holzberg. Er liefert sogar persönlich aus! Ihr könnt Euch telefonisch beraten lassen und bestellen, übrigens am Besten direkt (per E-Mail oder Telefon: 0591 3316) statt über den eingerichteten Bücher-Holzberg-Internet-Shop, weil dort der Großhändler partizipiert… [update: Abholzeiten am Ladengeschäft sind inzwischen eingeschränkt]

2. Take Away und Lieferservice nutzen


© Extrablatt, Lingen Am Markt, Flammkuchen

Lingens Restaurants und Cafés mussten zwar schließen, aber es gibt noch immer einige  Gastronom*innen, die sich mit Liefer- und Take-Away-Angeboten über Wasser halten. Genau dort solltet ihr bestellen, wenn ihr Hunger bekommt, aber nicht selber kochen wollt. Klickt einfach Euer favorisiertes Haus im Netz an und schaut nach.

3. Blumen liefern lassen

Blumen

© Unsplash | Alisa Anton

Wenn wir den Frühling draußen schon nicht so genießen können, wie wir es gerne täten, dann holen wir ihn uns eben ins Haus. Auch in diesem Fall hilft es den kleinen Unternehmen, wenn ihr lokal einkauft.  Hier und hier und hier auch zum Beispiel. Und telefonisch bei Karin Wilbert in der Castellstraße (0591 9154942), deren Internetseite gerade nicht funktioniert.

4. Geschenke lokal shoppen

Kissen Deko

© Unsplash | Awesome Sauce Creative

Auch wenn ihr ein Geschenk braucht oder euch selbst eine Freude machen wollt, solltet ihr euch lokal umschauen, denn es gibt genug Läden, die trotz der Schließung weiterhin für euch liefern. Grabeins Wäsche-Geschäft, Kathy’s Wohnart, Vom Fass, Tendenza oder Porzellan Benner oder Blanke Buch und Kunst (leider keine Webseite, schönes Schaufenster und Telefon 0591 3498); auch Wolle Schnieders‘ Antiquitätengeschäft ist webseitenfrei (aber mit einem schönen Stöber-Schaufenster nebst Tel (0591 2441); da gibt es  Biotex und Uschi Thünemanns Goldschmiede oder nebenan bei fotogen, wo Hans Einspanier nicht nur wunderbare Fotos macht sondern auch Bilder und Drucke anbietet. Ruft bei unseren Einzelhändlern an, schreibt eine E-Mail-Nachricht und bestellt. Sie liefern mit „Lingen liefert“ wie Büro Nottbeck oder Sportsworld.

5. Beim Bäcker einkaufen

Der emotionale Aufruf des Hannoveraner Bäckers Bosselmann hat sich im Netz verbreitet wie ein Lauffeuer. Mit Tränen in den Augen und gebrochener Stimme fleht er: „Bitte gehen Sie zu Ihrem Bäcker um die Ecke – scheißegal, wie der heißt. Gehen Sie einfach hin, denn Sie retten damit Arbeitsplätze!“ Auch in Lingen sollten wir diesem Aufruf folgen zu Fehren, Köbbe, Musswessels, Puls, Schäfer, Sundag und Wintering  – und dabei ein paar Anstandsregeln beachten: Abstand halten und einfach mal auf das Wechselgeld verzichten. Denn die paar Cent Rückgeld dazulassen, tut niemandem weh und erspart den Mitarbeitern unnötiges Hantieren mit Geld und näheren Kontakt zum Kunden.

6. Gutscheine kaufen

Weil sich nicht alle Gastronomen und Geschäfte mit Liefer- und Abholservice wohl fühlen, ihn schlichtweg nicht stemmen können oder er finanziell nicht zum Überleben reicht, sind viele dazu übergegangen, auch Gutscheine zu verkaufen. Viele Läden machen das über ihre eigenen Webseiten oder auf Anruf. Geht auf die Suche und klickt rein.

Dasselbe gilt übrigens für Kinos! Alle Kinos müssen geschlossen bleiben. Aber wenn ihr wollt, dass euer Lieblingskino ums Eck nach der Corona Krise wieder öffnen kann, kauft doch Gutscheine für bessere Zeiten. Unterstützt das gemeinnützige Centralkino und das Kinocenter CineWorld Am Willy-Brandt-Ring oder den Art-Shop in der Kunsthalle.

7. Lebensmittel von nebenan

Lebensmittel Ausgabe

© Unsplash

Auch für Lebensmittel mag der Weg in den großen Discounter einfacher erscheinen, doch wer kleinen Läden etwas Gutes tun will, kauft nach Möglichkeit auch weiterhin dort ein. Bei Medina Markt in der Bauerntanzstraße, in der Kornblume am Ende der großen Straße,  bei Yavuz in der Haselünner und im Oriental Markt in der Meppener Straße. Und in den Hofläden rund um Lingen, bei Querdel in Gleesen, bei Holtkötter in Geeste oder bei Schröter-Wielage in Bawinkel, die -wie die anderen auch – feinen Spargel verkaufen, auch wenn die Webseite noch aus 2019 stammt. 😉

8. Mit lokalen Getränken anstoßen

© Landhaus-Brauerei Borchert GmbH; Braunbier aus dem Lünner Brauhaus

Spitze Zungen behaupten ja, diese ganze Krise sei nur mit Alkohol zu ertragen. Zum Alkoholiker soll natürlich niemand werden, aber sich ab und an einen guten Schluck  zu genehmigen, unterstützt lokale Händler – vorausgesetzt, ihr bestellt auch bei ihnen. Bei Wein Willenbrock oder Wein Tabak Appelhans zum Beispiel oder im Lünner Brauhaus,, das in lokale Getränkemärkte liefert.

9. Hilfe anbieten

Weil nicht jeder Inhaber eines kleinen Ladens sich traut, offen zu kommunizieren, welche Hilfe ihm gerade am meisten bringen würde, fragt einfach nach: Gutschein, Spende, tröstende Worte, positive Google-Rezensionen?

10. Aufmerksamkeit erzeugen
Alle Tipps nützen natürlich wenig, wenn sie nicht in die Welt hinaus getragen werden. Also ermutigt auch Eure Familie und Freunde dazu, lokal einzukaufen und zu bestellen. Teilt es auf den sozialen Medien, wenn Ihr Geschäfte und Gastro-Unternehmen kennt, die jetzt noch liefern. Und teilt diesen Artikel – wenn Ihr mögt.

Jetzt, ganz am Ende, wie versprochen meine Oster-Überraschung:

Ich verschenke 20 Gutscheine a 20 Euro für Geschäfte aus dem Lingener Stadtzentrum. Schreibt mir eine E-Mail an robert.koop(at)web.de (mit Postadresse) und der Gutschein flattert ins Haus.

Teilen Sie gerne diesen Beitrag über diese Buttons mit Freunden, Kolleg*innen und Bekannten! Vielen Dank!


Erstellt mit Ideen und Text aus München von Lilly Borowski.
Und alle Geschäfte, die ich nicht genannt habe, mögen es mir verzeihen. 

3 Antworten to “Ostern kommt. Jetzt.”

  1. Andrea Schöttmer said

    Tolle Idee, meine Tochter ist seit einem Jahr selbstständige Friseurmeisterin, auch deshalb liegt mir das Problem sehr am Herzen. Dankeschön
    LG Andrea Schöttmer

  2. Hallo Robert, zuerst einmal vielen Dank für deinen tollen Beitrag, ich bin in jedem einzelnen Punkt bei dir. Auch wir versuchen mit unserem Gastronomieportal http://www.gastrolin.de der Lingener Gastronomie in diesen schweren Zeiten unter die Arme zu greifen und haben heute ein neues Gutscheinportal ins Leben gerufen. Unter https://gutschein.gastrolin.de kann sich jeder Lingener Gastronom und Einzelhändler kostenlos eintragen und Gutscheine für „die Zeit danach“ verkaufen. Der Erlös geht Dank unserer Sponsoren zu 100% an unsere Partner, sodass wir hoffentlich auch zu Weihnachten noch in unser Lieblingsrestaurant einkehren können. #supportyourlocaldealer
    Mit den besten Grüßen, mach weiter so. Christian

  3. Vogelbiene said

    Aus meiner Heimatstadt stammt diese Idee: Weil auch dort keine Blumen auf dem Wochenmarkt verkauft werden dürfen, wurde zu einer Spende aufgerufen. Es kamen über 1000 Euro zusammen. Mit diesem Geld wurde der Blumenmann vom Wochenmarkt beauftragt, Blumensträuße an die Seniorenheime zu liefern. Das ist inzwischen zu Ostern geschehen. Nachahmenswerte Idee.

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