Das Kriegsende in Lingen 1945
Fotos, Dokumente, Erinnerungen
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 30a
vom 15.03.2020 bis 26.07.2020
Di.-So. 14.30 Uhr – 17.30 Uhr
Eintrittspreis: Erwachsene 4,00 €, Kinder 2,00 €, Familienticket 10,00 €

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Die Niederlage Deutschlands markierte gleichzeitig das Ende der Schrecken des Nationalsozialismus. Die Ausstellung schildert anhand von zahlreichen Fotos, Dokumenten und Erinnerungsstücken die Kampfhandlungen im Raum Lingen und das Kriegsende in der Stadt. Filmszenen und Zeitzeugenberichte von Soldaten und Zivilisten, Männer, Frauen und Kindern machen den Ausstellungsbesuch zu einer nachhaltigen Erfahrung.
Die Ausstellung schildert nicht nur die Kämpfe um Lingen Anfang April 1945, sondern berichtet auch vom Luftkrieg und den schweren Luftangriffen auf Lingen im Verlauf des Krieges. Dokumentiert wird der Einsatz von Jugendlichen aus Lingen als Kindersoldaten bei der Heimatflak, im Volkssturm und beim Kriegshilfsdienst. Auch das Schicksal der ausländischen Kriegsgefangenen in Lingen und der Lingener Kriegsdgefangenen im Ausland werden erläutert.
Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Kämpfe um die Brücken über Ems und Kanal. Durch die Einnahme der Wachendorfer Brücke  konnten die englischen Panzer rasch in das Stadtzentrum vorrücken. Die deutschen Truppen wurden dadurch überrascht und konnten keine systematischen Kampfhandlungen mehr organisieren. So wurde Lingen schneller als erwartet von den Alliierten eingenommen. Dadurch blieb der Stadt ein großer Bombenangriff in der letzten Phase des Krieges erspart.

Rechte Germanen

15. März 2020

Zum Lesesonntag dieser Lesebefehl-Blogbeitrag aus dem Archaeologik-Blog von Prof. Rainer Schreg:
Rechtsextremismus verfolgt nicht nur menschenunwürdige Ziele, sondern verdreht auch historische Vergangenheit und instrumentalisiert sie, versucht so, ihre „Werte“ als althergebracht und natürlich zu legitimieren. Mit den zunehmenden Gewalttaten thematisieren daher auch die Medien zunehmend das rechte Geschichtsbild.
Ein Problem, das einige der Kommentare auch benennen, ist sicher, dass die „Germanen“ im schulischen Geschichtsunterricht kaum noch eine Rolle spielen, die Deutung also Einzelgruppen, wie eben den Rechten überlassen wird. Dabei wäre das Bewusstsein dafür, dass die ‚Germanen‘ eine Erfindung der Römer waren und sie – wie auch die ‚Kelten‘ – eben keine relevante Größe für das Verständnis eisenzeitlichen Alltags und untauglich für eine moderne Identität sind. Dass ‚Germanen‘ und ‚Kelten‘ freilich in den Jahrhunderten dennoch traditionsstiftend sein konnten – und in ihrer Umdeutung für manchen Nationalisten auch heute noch sind – steht auf einem anderen Blatt.
Germanen sind vor allem Mythos, aber gerade darum sollten sie auch mehr – kritische! – Beachtung finden. Die Archäologie hat den Begriff in jüngerer Zeit in ihren Fachpublikationen vermieden, was wissenschaftlich tatsächlich richtig und geboten ist. Da man aber zugleich in populären Darstellungen und dem Marketing vereinfachend und oft wohl immer noch unreflektiert sehr wohl von Germanen (und Kelten) spricht, wird damit den unwissenschaftlichen Deutungen Raum gegeben.
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Danke an Prof. Dr. Rainer Schreg, Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Archaeologik-Blog Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz
Hermannsdenkmal Bild von Markus Lindner auf Pixabay