Berlinale 2020/70.

20. Februar 2020

Heute Abend haben die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin im Berlinale Palast ihren Auftakt gefeiert. Es war weniger glanzvoll als erhofft; denn auch die 70. Berlinale stand unter dem Eindruck des rassiatischen Anschlags gestern Abend in Hanau. „Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien. Die Berlinale steht für Toleranz, Respekt und Gastfreundschaft. Das Festival stellt sich gegen Gewalt und Rassismus.“ sagten die Organisatoren und begannen die Eröffnungsgala der 70. Berlinale mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer von Hanau.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller sowie die neue Berlinale-Leitung Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian eröffneten feierlich die Jubiläumsausgabe des Festivals.

Im Rahmen der Eröffnungsgala wurde die Internationale Jury vorgestellt, zu der neben dem Schauspieler Jeremy Irons (Vereinigtes Königreich) die Schauspielerin Bérénice Bejo (Argentinien / Frankreich), die Produzentin Bettina Brokemper (Deutschland), die Regisseurin Annemarie Jacir (Palästina), der Drehbuchautor und Regisseur Kenneth Lonergan (USA), der Schauspieler Luca Marinelli (Italien) und der Filmkritiker, Regisseur und Programmer Kleber Mendonça Filho (Brasilien) gehören.

Im Anschluss an die Eröffnungsgala wurde die Weltpremiere von Philippe Falardeaus My Salinger Year (Berlinale Special Gala) präsentiert – „ein nahzu perfekter Eröffnungsfilm“ (DIE ZEIT). Der Regisseur und sein Filmteam, darunter Sigourney Weaver, Margaret Qualley, Douglas Booth, Yanic Truesdale, Xiao Sun, Brían F. O’Byrne, Hamza Haq, Joanna Rakoff, Luc Déry, Kim McCraw und Ruth Coady stellten den Film im Berlinale Palast vor.

Im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen Bären sind in diesem Jahr lediglich 18  dabei, etwas weniger als in den vergangenen Jahren.  Hier ein Überblick von SPIEGGEL-Online

Seelsorge

20. Februar 2020

Während in Deutschland die beiden großen christlichen Kirchen über eine lange Tradition der Gefängnisseelsorge verfügen, ist die muslimische Seelsorge in Gefängnissen weiterhin  die Ausnahme. In einer Pilotstudie untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Islamische Theologie der Universität Osnabrück aber jetzt die Situation von Muslimen im niedersächsischen Justizvollzug. Startschuss für das Forschungsprojekt des Niedersächsischen Justizministerium und der Universität Osnabrück  zur Verbesserung der Gefängnisseelsorge für Muslime war am vergangenen Denstag. Vier islamische Theologen sollen den Bedarf für Seelsorge muslimischer Strafgefangener wissenschaftlich feststellen, zugleich werden sie auch mit Hilfe der evangelischen und katholischen Kirche zu Gefängnisseelsorgern ausgebildet, sagte die Präsidentin der Universität, Susanne Menzel-Riedl, am Dienstag dieser Woche.

Auch muslimische Gefangene hätten ein Anrecht auf religiöse Betreuung, sagte Justizstaatssekretär Stefan von der Beck. Es herrsche aber ein Mangel an qualifizierten muslimischen Seelsorgern. Mehr…


Foto: Universität Osnabrück, Schlossm vo  Dewi Köni Attribution-Share Alike 3.0 Unported CC

David Andruss, Klavier

20. Februar 2020

David Andruss, Klavier
45. Hauskonzert bei Familie Löning
Lingen (Ems) – Falkenstraße 17
Samstag, 22. Febr. 2019 – 19 Uhr
Eintritt frei. Spende und
Anmeldungen erbeten [mail(at)peterloening.de]

David Andruss, geb. in Los Angeles, begann bereits im Alter von drei Jahren Klavier zu spielen. An der University of Southern California und anschließend an der Northern Illinois University in DeKalb, studierte er Klavier, Cembalo und Pädagogik. Durch ein Fulbright Stipendium kam David Andruss nach Saarbrücken. Dem Konzertreife-Diplom folgte das begehrte Meisterklassediplom in der Klasse von Bernd Glemser (Musikhochschule Würzburg). Mehr...

Die Journalistin Karolin Schwarz hat sich intensiv mit rechtsextremen Netzwerken beschäftigt und war dort auch undercover unterwegs. Darüber hat sie das Buch „Hasskrieger: Der neue globale Rechtsextremismus“ geschrieben. Im Interview erzählt sie, auf welche Strukturen sie bei ihren Recherchen gestoßen ist. Ein Beitrag auf Netzpolitikk.org:

„Hasskrieger: Der neue globale Rechtsextremismus“ von Karolin Schwarz erscheint an diesem Montag. Wir haben vorab bereits ein Kapitel daraus veröffentlicht. Darin erklärt sie, was rechter Hass mit der Gaming-Kultur zu tun hat.

netzpolitik.org: Welche Plattformen nutzen Rechtsextreme um sich online zu vernetzen?

Karolin Schwarz: Es gibt unterschiedliche Funktionen, die durch unterschiedliche Plattformen erfüllt werden. Für die interne Vernetzung gibt es Chat-Plattformen wie Discord. Es werden aber auch große Telegram-Gruppen und -Kanäle, andere Messenger, geschlossene Facebook-Gruppen und ähnliches verwendet, etwa für die Rekrutierung oder „Öffentlichkeitsarbeit“ – wenn man das so salopp formulieren will. Im Prinzip wird jede Plattform genutzt. In Deutschland ist Facebook für ältere Rechtsradikale ein sehr wichtiges Tool. Für Jüngere ist kann das dann wiederum aber auch Instagram, Steam oder Discord sein.

netzpolitik.org: Warst Du im Rahmen Deiner Recherche auch in geschlossenen Gruppen unterwegs?

Schwarz: Ich war nie in geschlossenen Gruppen, bei denen ich mich quasi bewerben müsste, indem ich selbst irgendwelche rechtsradikalen Dinge von mir gebe. Das habe ich stets gelassen. Es gibt aber relativ viele offene Kanäle und Gruppen, in die man recht einfach reinkommt. Dort fühlen sich die Leute aber trotzdem, als wären sie unter sich.

Besonders intensiv habe ich mir Telegram angeschaut. Die meisten Kanäle dort werden auf anderen Plattformen beworben und man kommt dann von einem Kanal in den nächsten, denn alle vernetzten sich mehr oder weniger untereinander. Man kommt zum Beispiel relativ schnell über den YouTube-Channel von Martin Sellner rein (Anm.: Chef der Identitäten Bewegung Österreich, eine rechtsextreme Gruppe) und ist dann in seinem Telegram-Kanal, wo er nur schreibt und andere nicht schreiben. Er verbreitet dort aber auch Sachen von anderen rechtsradikalen Akteuren.

Einerseits gibt es Kanäle, das heißt, da folgen Leute nur einzelnen Akteuren wie auf Twitter. Das ist also einseitige Kommunikation. Auf der anderen Seite gibt es dann aber auch relativ viele große Gruppen für alle möglichen Zwecke: Also von Verschwörungsideologen über Reichsbürger bis hin zu rechtsradikalen und auch terroristischen und terroraffinen Gruppierungen, die da unterwegs sind. In der Regel ist es so, dass sie in diesen Gruppen sehr radikal im Auftreten sind. Gewaltfantasien gehören quasi mit dazu: Witze, Angriffe, Koordinierungen von Angriffen auf Einzelpersonen oder Organisationen… Also alles, was man sich vorstellen kann.

netzpolitik.org: In den letzten Jahren wurden…

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Hasskrieger – Der neue globale Rechtsextremismus, 224 Seiten, Herder-Verlag, 22 €

Das Interview führte Katharina Nocun ist Netzaktivistin und studierte Ökonomin. Sie leitete zahlreiche Kampagnen zum Thema digitale Bürgerrechte. Katharina Nocun bloggt unter kattascha.de und betreibt den Podcast Denkangebot.org. Ihr erstes Buch „Die Daten, die ich rief“ erschien 2018 bei Bastei Lübbe.
Text: Creative Commons BY-NC-SA 4.0.