Rio Reiser

9. Januar 2020

Ralph Christian Möbius, Künstlername Rio Reiser, für viele der wichtigste deutsche Musiker aller Zeiten, wäre heute 70 Jahre alt geworden, was er leider nicht erleben durfte. Wir auch nicht, was sehr schade ist, denn er fehlt. Sehr.

(Quelle)

Stunde der Wintervögel

9. Januar 2020

Der NABU ruft wieder zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Vom 10. bis zum 12. Januar können Vogelfreund*innen eine Stunde lang Vögel beobachten, zählen und dem NABU melden. „Nach dem zweiten Rekordsommer in Folge könnte die Zählung Aufschluss darüber geben, wie sich anhaltende Dürre und Hitze auf die heimische Vogelwelt auswirken. Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

In diesem Jahr könnte es zudem interessante Erkenntnisse für den Eichelhäher (Foto, via pixabay) geben. Im Herbst haben wir einen massiven Einflug dieser Art nach Deutschand und Mitteleuropa beobachtet. Im September waren es über zehnmal so viele Vögel wie jeweils im gleichen Monat der vergangenen sieben Jahre. Im Oktober registrierten Vogelzugzählstationen sogar 16 mal so viele Eichelhäher. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt 1978. Als Grund vermuten die Ornithologen, dass es 2018 in Nordosteuropa eine sogenannte Eichelvollmast gab, also besonders viele Eicheln herangereift sind. So konnten deutlich mehr Eichelhäher den vergangenen Winter überleben und in diesem Jahr brüten. Viele dieser Vögel sind nun zu uns gezogen, weil in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung für alle Vögel vorhanden ist. Seit die Eichelhäher nicht mehr aktiv wandern, scheinen sie jedoch wie vom Erdboden verschluckt. Die Stunde der Wintervögel könnte zeigen, wo diese Eichelhäher geblieben sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich in den Wäldern und Gärten des Landes verteilt haben.

Vielleicht kann bei der Stunde der Wintervögel sogar der in Deutschland fast noch nie beobachteten Hakengimpel entdeckt werden. Dieser kernbeißergroße Finkenvogel aus der nördlichen Taigazone wurde in diesem Herbst vermehrt weit südlich seines normalen Vorkommens im südlichen Skandinavien beobachtet. Besonders in Gärten mit früchtetragenden Vogelbeerbäumen könnten diese roten oder gelben Vögel mit ihren typischen weißen Flügelstreifen auftreten.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum zehnten Mal statt. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2019 beteiligten sich über 138.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 95.000 Gärten und Parks ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, Kohlmeise und Feldsperling folgten auf Platz zwei und drei.

Für die „Schulstunde der Wintervögel“ vom 6. bis 10. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

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Quelle: PM NABU

100 Jahre Stadtbibliothek Lingen
Franziska Walser und Edgar Selge
lesen Texte von Rainer Maria Rilke aus den „Duineser Elegien“

„Jeder Engel ist schrecklich“
Lingen (Ems) –  Foyer des Theaters an der Wilhelmshöhe,
Willy-Brandt-Ring 44
Fr 10. Jan 2020 – 20 Uhr
Karten: 22 €, erm 18 €
Vielen Menschen sind sie aus zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen bekannt: das Schauspielerpaar Franziska Walser und Edgar Selge. An diesem Freitag werden sie im Foyer des Theaters an der Wilhelmshöhe zu Gast sein und die „Duineser Elegien“ von Rainer Maria Rilke unter dem Titel „Jeder Engel ist schrecklich“ vortragen. Mit dieser Lesung werden sie das Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag der Stadtbibliothek Lingen eröffnen.
Rainer Maria Rilke verfasste die „Duineser Elegien“ im Zeitraum von 1912 bis 1922. Sie stellen den Höhepunkt seines Schaffens dar und gehören zu den schönsten, komplexesten und vielschichtigsten Schöpfungen deutscher Lyrik. Der Engel ist ein Leitmotiv der Duineser Elegien. Doch zugleich ist die Existenz des Engels überhaupt fraglich, die Beziehung zwischen Mensch und Engel ist hypothetisch. „Der Engel der Elegien ist dasjenige Wesen, das dafür einsteht, im Unsichtbaren einen höheren Rang der Realität zu erkennen. Daher „schrecklich“ für uns, weil wir, seine Liebenden und Verwandler, doch noch am Sichtbaren hängen.“, so Rilke selbst in einem Brief an Witold Hulewicz.

Im Januar 1912 war Rainer Maria Rilke zu Gast bei der Fürstin Marie von Thurn und Taxis in deren Schloss Duino an der Adria. Auf einem Spazierweg dort soll Rilke die Duineser Elegien „gehört“ haben, bevor er sie zu Papier brachte. Der Sinn menschlichen Daseins ist das Thema der Elegien: Klagegesänge, deren Musik die Sprache ist, Verse von betörender Schönheit, ein lyrisches Meisterwerk, das zum Vollkommensten gehört, was in deutscher Sprache geschrieben wurde. „Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?“, so der einleitende Vers dieser Rezitation von Franziska Walser und Edgar Selge, die weit mehr ist als eine Lesung: eine freie Gestaltung in Gedanken, Worten und Bildern.
Franziska Walser (Schauspielerin), Absolventin der Otto-Falckenberg Schule München, erhielt ihr erstes Engagement am Staatstheater Stuttgart. Ein Jahr später wechselte sie an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. 1976 bis 2001 gehörte sie fest dem Ensemble der Münchner Kammerspiele an. Seit 2002 arbeitet sie frei und hatte Engagements in Köln, Zürich und am Maxim Gorki Theater Berlin. Seit der Spielzeit 2013/2014 tritt sie verstärkt am Schauspiel Stuttgart auf, wo sie sehr erfolgreich die Hauptrolle in Samuel Becketts „Glückliche Tage“ spielte. Die Filmschauspielerin Franziska Walser wurde 1991 mit dem Bayerischen Filmpreis für die Beste Schauspielerin in der Literaturverfilmung von Lion Feuchtwangers „Erfolg“ ausgezeichnet. Für „Ein halbes Leben“ von Nikolaus Leytner bekam sie 2010 den Adolf-Grimme-Preis.
Edgar Selge (Schauspieler), wurde 1948 in Brilon geboren, studierte Philosophie und Germanistik in München und Dublin sowie klassisches Klavier in Wien bevor er seine Schauspielausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München absolvierte. Neben Auftritten auf den großen Bühnen des Landes ist Edgar Selge in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen zu sehen, darunter in Helmut Dietls „Rossini“, in der Komödie „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“, in dem Film „Poll“, in dem Thriller „Das Experiment“, als Richard Wagner in „Ludwig II“, an der Seite von Benedict Cumberbatch und Daniel Brüh sowie im US-amerikanischen Kinofilm „Inside Wikileaks – Die fünft Gewalt“, in der Komödie „Miss Sixty“ mit Iris Berben oder zuletzt 2016 in „Bach in Brazil“ an der Seite von Franziska Walser.
(Text: PM Stadt Lingen, Foto: Walser und Selge, von
Karin Rocholl (c) Stadt Lingen)