KFMW

26. Dezember 2019

Das Kraftfuttermischwerk ist eine der inspirierendsten Seiten im deutschen Netz, finde ich. Und alljährlich präsentiert Macher Ronny Kraak seinen Adventskalender mit ganz viel guter Musik. Hier der ganze Kalender im Rückblick, genau das Richtige für diesen regnerischen 2. Weihnachtstag. Habt Freude dran.

 

10 mal 10 Minuten

25. Dezember 2019

Lönings Hauskonzerte
10 mal 10 Minuten
Jahresabschlusskonzert
Lingen (Ems) – Falkenstraße 17 

Samstag, 28. Dezember 2019 – 19 Uhr
Anmeldung notwendig

Da Peter und Stefanie Löning bekanntlich „von einem Hauskonzerte-Virus gepackt“ sind, schicken sie direkt nach dem aufregenden Beethoven-Klavierabend die Einladung zu ihrem 42. Hauskonzert.
„Auf Anregung einer ehemaligen Schülerin von Stefanie haben wir unser Publikum gefragt, ob es jemanden gibt, der einen Beitrag zu einem Jahresabschlusskonzert liefern wollte. Recht schnell waren es 18 Menschen, die in 10 mal 10 Minuten ein wohl über die Maße abwechslungsreiches Konzert gestalten werden. Dabei sind Rainer Rohe, Katharina Lorenz und Raimund Focks-Müter, die jeweils schon einmal einen ganzen Abend hier gestaltet haben. Mit dabei sind aber auch unsere Nachbarkinder Madelon und Jaïra Hibbel, die wahre Stammhörer sind bei unseren Hauskonzerten. Auch Felix Olschewski und Petar Sokacic sind absolute Stammgäste und werden hier musikalisch tätig. Mit dabei sind weiter Yvonne Büter, Tatiana Retmann und Marcel Portuis, Laura Freisberg sowie Elmar Brüggemann, André Dausin und Heike Wösten. Zwei Literaturbeiträge kommen von Jutta Over und Jasmin Rollmann. Natürlich spielen auch wir ein Stück. Jeder Beitrag ist streng auf 10 Minuten limitiert!“
Schon wegen der großen Zahl der Akteure ist die Zahl freier Plätze sehr begrenzt. Daher bitten Peter und Sefanie Löning, sich für diesen Abend möglichst bald anzumelden: mail(at)peterloening.de

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Foto: Stefanie und Peter Löning, @ privat

Weihnachten 2019

25. Dezember 2019

Weihnachten, Fest der Liebe! So!

[Vergesst das Kommerzielle im Clip! Bitte.]

Lukas 18, 16

24. Dezember 2019

Bordärztin Barbara H. berichtet von ihrem Rettungseinsatz auf der „Alan Kurdi“ im November 2019. Dabei begegnete sie einem jungen Mädchen und erlebte eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte.

„Ich kam ganz plötzlich dazu, an der Novembermission der ALAN KURDI teilzunehmen. Am 7. November rief mich Nicole Grimske, ein Vorstandsmitglied von Sea-Eye, an. Sie fragte, ob ich bereit wäre, an der nächsten Mission teilzunehmen, da noch ein Mediziner benötigt wurde. Nach Rücksprache mit meinem Mann flog ich einen Tag später nach Bari (Italien) und fand mich am Nachmittag in Tarent wieder, wo die ALAN KURDI lag.

Barbara auf der ALAN KURDI
Barbara H., Ärztin auf der ALAN KURDI

Unser Auslaufen verzögerte sich leider, da ein schwerer Sturm über Italien zog und Schäden auf unserem Schiff im Hafen verursacht hat. Am 21. November verließen wir endlich den Hafen von Tarent und erreichten vier Tage später die Such- und Rettungszone vor Libyen. Zu dieser Zeit war die ALAN KURDI das einzige Rettungsschiff vor Ort.

Am späten Vormittag des 28. Novembers hatten wir unseren ersten Einsatzfall, bei dem wir 44 Menschen aus einem seeuntüchtigen Schlauchboot retten konnten. Darunter waren 21 Frauen, ein Kleinkind erst 15 Monate alt, sowie ein vier und ein acht Wochen altes Neugeborenes. In den frühen Abendstunden des gleichen Tages fanden wir ein weiteres Schlauchboot mit 40 Menschen.

Das acht Wochen alte Mädchen, die kleine Fatima, hat mich sehr ergriffen und berührt. Ich nahm sie nass entgegen und sah die vom Meerwasser gereizte Haut, die faltigen Beinchen und Ärmchen. Sie war deutlich schwächer als das vierwöchige Baby. Von der Mutter habe ich erfahren, dass sie seit zwei Tagen die Nahrung verweigert hatte. Noch am Abend lehnte Malta eine Evakuierung des Mädchens trotz ihres schlechten gesundheitlichen Zustandes ab.

So habe ich in der darauffolgenden Nacht mit dem Mädchen einige Stunden verbracht. Die Säuglingsmilch, die ich ihr tropfenweise anbot, hat sie nicht angenommen. Sie hat nicht geweint und nicht geschlafen. Ab und zu hat sie leise gewimmert und mich mit ihren großen, dunklen und klugen Augen angeschaut, als ob sie alles Wissen der Welt in sich trüge. In den Morgenstunden schlief sie ein und ich konnte sie ruhig, aber mit grauer Hautfarbe an die italienische Küstenwache übergeben. Mit ihr wurde das zweite Neugeborene, das Kleinkind, die Eltern und eine weitere Person, die sich in einem schlechtem Allgemeinzustand befand, evakuiert.

Die folgenden Tage waren geprägt von Zusammenbrüchen und Panikattacken unserer Gäste. Die Spuckbeutel waren bald aufgebraucht und die Infusionslösungen wurden knapp, obwohl das Bordhospital gut bestückt war. Auf unsere Anfragen nach Unterstützung hat Malta entweder nicht geantwortet oder eine Evakuierung abgelehnt. Am 30. November haben die Seenotleitstellen Rom, Malta und Bremen bezüglich der Zuständigkeit für unseren Seenotfall jeweils aufeinander verwiesen.

Früh am 1. Dezember sah ich unsere Gäste, bei dieser kalten Jahreszeit nur in Decken gehüllt, an Deck liegen. Da bekam ich den Eindruck, dass wir ausgeblendet werden von Europa. Mir fiel die in der Bibel beschriebene Herbergssuche ein. Auch Adventslieder kamen mir in den Sinn: „Es kommt ein Schiff geladen (…), es trägt eine teure Fracht“ oder „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“. Wo waren die weiten Tore?

Als dann unsere vorwiegend jungen Crewmitglieder an Bord wuselten, um unseren Gästen Frühstück zu bereiten, als ich Adrian hörte, wie er einen weiblichen Gast mit „Sister“ ansprach, als Philipp, der Paramedic, bei einem männlichen Gast mit geschundenem Körper aus Libyen und resignierten Gesichtszügen „ein gebrochenes Herz“ diagnostizierte und unsere Gäste mich mit „Mama“ ansprachen, da wusste ich, ich bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Die gesamte Crew hat den Menschen während ihrer Tage an Bord der ALAN KURDI ihre Würde zurückgegeben. Ich hoffe, sie erfahren auch auf ihrem weiteren Weg Würde und erhalten Brot auch in Europa. Erst fünf Tage nach ihrer Rettung fanden diese Menschen Aufnahme in Messina.

Was die kleine Fatima betrifft, so verfolgen mich ihre Augen immer noch. Ich freue mich, dass wir ihr im Gegensatz zu dem kleinen Alan, nach dem unser Rettungsschiff benannt ist, das Leben retten konnten. In diesem Jahr habe ich das Kind in der Krippe schon am 28. November gefunden.“ [mehr]


Der Rat unserer Stadt hat vor einigen Wochen Lingen (Ems) zu einem sicheren Hafen erklärt. Jetzt ist es hohe Zeit, diesen Worten Taten folgen zu lassen. Wir in Lingen (Ems) haben Platz und können einen Teil minderjähriger Kinder aufnehmen.

Das sollten wir dem Land mitteilen. Denn unser Bundesland Niedersachsen hat sich schon Anang November bereit erklärt, minderjährige unbegleitete Flüchtlinge aus den Lagern auf den Inseln der Ägäis aufzunehmen. „Deutschland und die Europäische Union sollten Herz zeigen“, forderte  Innenminister Boris Pistorius (SPD). Er will erreichen, dass noch vor dem Winter zumindest einen Teil der unbegleiteten Flüchtlingskinder von der griechischen Insel Lesbos nach Europa gebracht wird. Aber der Bund blockt.

Auch der Vorsitzende von Bündnis’90(Die Grünen, Robert Habeck, fordert längst, Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern nach Deutschland zu holen. Er will in einem Soforthilfeprogramm „etwa 4000“ unbegleitete Minderjährige in Deutschland aufnehmen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR leben in Lagern auf den Inseln Lesbos, Samos und Kos mehr als 4.400 unbegleitete Kinder, „von denen nur jedes vierte altersgerecht untergebracht ist“.

Die Lage der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln ist auch nach den Worten der Bundesregierung „prekär“ und „nicht tragbar“. Eine Initiative zur Aufnahme Minderjähriger von dort in Deutschland lehnt sie dennoch ab. Es könne ein Präzedenzfall werden. Doch in Lesbos leiden die Kinder. Mit jedem hoffnungslosen Wintertag leiden sie mehr. Die meisten sind traumatisiert, einige sogar suizid-gefährdet. Wer Soforthilfe verweigert, macht sich daher an ihnen schuldig. Wer nicht einmal darüber nachdenkt, der tut es auch.

Die Situation muss sich ändern. Vertreter der Kirchen schlossen sich längst der Forderung des Grünen Habeck an. Es sei „Zeit, humanitäre Zeichen zu setzen“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. „Die Lage auf Lesbos ist unter humanitären Gesichtspunkten untragbar“, sagte Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. „Es muss jetzt bald etwas geschehen, was der schlimmen Situation ein Ende macht.“

Und dann gibt es noch die Bundeskanzlerin: „Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“

Also, Lingen:: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht.“ (Lukas 18, 16).

 Schöne Weihnachten

Service

23. Dezember 2019

Vorgestern informierte die Wochenend-taz auf ihrer Seite 3 über die „Dinge, die wir jetzt wissen müssen„. Darunter diese, in der Tat notwendige! Information über

Bahnsprache verstehen.

Sie machen sich auf den Weg zu den Lieben daheim und reisen in Zügen der Deutschen Bahn, zum ersten Mal. Wegen Greta. Im ICE stehen komische Sachen, die man nicht sofort versteht. Wir helfen: „ggf. freigeben“ heißt „gegebenenfalls freigeben“. Das sind Plätze von Luten, die es geschafft habe, so kurzfristig zu reservieren dass selbst der schnellste Bahncomputer nicht damit hinterherkam das auch anzuzeigen.

Richten Sie sich dort also nicht gleich häuslich ein. Es kann immer noch jemand kommen und den Sitzplatz beanspruchen. mit „bahn.comfort“ sind Plätze bezeichnet die vielfahrenden Punktesammlern gehören. Auch die können sie wegschicken. Und mit dem deutschen Anrechtsbewusstsein bezüglich solcher Plätze ist nicht zu spaßen.“

Das will ich gern im Detail ergänzen: Liest man nämlich die Hinweise in kleinen Buchstaben, ist alles ok. Stehen Sie auf den Displays aber in GROSSBUCHSTABEN, bedeutet das, dass die gesamte Platzreservierung-Anzeige ausgefallen ist.

Und wenn ich schon dabei bin, habe ich Sie noch eine Service-Meldung in diesem kleinen Blog: Denn vom 26. Februar bis zum 20. März 2020 wird es ausgesprochen schwierig, überhaupt auf der Emsland-Strecke Reservierungsanzeigen oder auch nur Züge zu sehen. 

Die Westfalenbahn informiert:
Aufgrund von Bauarbeiten der DB Netz AG (Gleiserneuerungen) kommt es zu Teilausfällen und Schienenersatzverkehr (SEV) zwischen Rheine und Lingen(Ems).

Wichtig: Fahrgäste aus Münster in Richtung Norden mit zielen weiter als Salzbergen steigen bereits in Rheine in den Schienenersatzverkehr. In Lingen(Ems) kann daraufhin in die Züge der WestfalenBahn umgestiegen werden.

Fahrgäste aus Emden in Richtung Süden mit Zielen weiter als Lingen(Ems) steigen in Lingen(Ems) in den Schienenersatzverkehr (SEV). In Rheine kann daraufhin in die Züge der WestfalenBahn umgestiegen werden.

Wichtig für Fahrgäste mit Ziel Salzbergen: Fahrgäste aus Emden nutzen ab Lingen(Ems) den Schienenersatzverkehr bis Rheine und steigen dort in den Zug in Gegenrichtung bis Salzbergen.

Eine Übersicht über alle betroffene Verbindungen finden Sie im Ersatzplan.

Und jetzt noch tapferer, bitte; denn die Deutsche Bahn informiert über ihre IC-Linie 35:

Von Mittwoch, 26. Februar bis Donnerstag, 19. März 2920, jeweils montags bis samstags, ganztägig -Schienenersatzverkehr Norddeich Mole/Emden Hbf <> Münster (Westf) Hbf

Die IC-Züge werden zwischen Norddeich Mole/Emden Hbf und Münster (Westf) Hbf durch Busse ersetzt. Für jeden ausfallenden Zug fahren jeweils zwei Ersatzbusse, welche unterschiedliche Haltestellen bedienen. Beachten Sie die erheblich frühere Abfahrt/spätere Ankunft der Busse in Norddeich Mole/Emden Hbf.

Hinweise:
Bitte beachten Sie, dass die Haltestellen des Schienenersatzverkehrs nicht immer direkt an den jeweiligen Bahnhöfen liegen.

Grund: Bauarbeiten Salzbergen – Leer – Bad Zwischenahn

Fahrpläne … zu dieser Meldung.

Alle geänderten Zeiten stehen online unter bahn.de sowie in allen DB Informations- und Auskunftssystemen zur Verfügung.

Was bei der DB leider nicht zu finden ist:
Durch den Schienenersatzverkehr verlängert sich die IC-Fahrzeit von Emden bis Münster auf stolze 6 (in Worten sechs) Stunden., also etwa die Flugzeit zwischen deutschen Flughäfen und New York City.

Im Rat unserer Stadt habe ich am vergangenen Donnerstag dieses -offenbar gar nicht bekannte- Problem erwähnt und darauf hingewiesen, dass vor knapp 20 Jahren die erste Etappe des 85. Giro d’Italia über 215 km vom niederländischen Groningen bis Münster führte. Die Entfernung Emden – Münster ist etwa gleich weit. Ich meine mich zu erinnern, dass die Radfahrer damals schneller waren…

Nachtrag: Im Rat zeigten sich OB und Verwaltungssoitze nicht informiert. Man will aber etwas tun…

 

 

Wintersonnenwende

22. Dezember 2019

Heute war bzw. ist um 5.19 Uhr in Lingen die Wintersonnenwende. Dann hat unsere  Sonne ihren südlichsten Punkt auf dem südlichen Wendekreis erreicht. Auf der Nordhalbkugel ist sie folglich heute am kürzesten zu sehen: Die Sonne geht heute um 8.40 Uhr auf und um 16.18 Uhr unter. An keinem Tag des Jahres steht sie zur Mittagszeit niedriger am Horizont.  Ab morgen werden die Tage dann langsam wieder länger.

Die Wintersonnenwende fällt in Deutschland stets auf den 21. oder 22. Dezember. Die Sonne steht dann so flach über dem Horizont wie sonst nie im Jahr.  Weil unser Planet aber nicht auf einer runden Kreisbahn um die Sonne rast sondern auf einer elliptischen Umlaufbahn, merken wir zuerst an den Nachmittagen, dass die Tage länger werden. Am 8. Januar beispielsweise geht die Sonne immer noch erst um 8.39 Uhr auf, doch im Gegensatz zu heute geht sie bereits etwa eine Viertelstunde später unter. 

Auch die astronomische Himmelsscheibe von Nebra (Foto) wird mit der Wintersonnenwende in Verbindung gebracht. Seit germanischen Zeiten ranen sich um die Sonnenwende rzahlreiche Mythen, zum Beispiel in Stonehenge in Südengland, wo die längste Nacht des Jahres wie schon seit Jahrtausenden mit einem großen Event gefeiert wird. Tausende Menschen, die sich teilweise als Barde oder Druide verkleidet hatten, führten in der vergangenen Nacht rund um den Steinkreis spezielle Zeremonien durch – warum auch immer; als Glücksbringer trugen sie dabei frisch abgeschnittene Mistelzweige mit sich.

Einen sehr profanen, aber großen Vorteil hat die lange, heutige Nacht allemal – auch ohne Druiden: Wir alle können länger im Bett bleiben. Denn es bleibt fast 17 Stunden dunkel. Genießt den Tag, den christlichen 4. Adventssonntag.

Foto: Himmelsscheibe von Nebra, via wikipedia, Dbachmann via GNU Free Documentation License.

 

 

30.000!

21. Dezember 2019

Seit fünf Jahren hängt das Respekt!-Schild am Frankfurter Rathaus: „Respekt! Kein Platz für Rassismus“.  Die AfD will dagegen klagen. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) stellt sich dagegen: “Frankfurts Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus bleibt, er ist Teil unserer Stadtidentität.” Er sei bereit, den Streit vor Gericht klären zu lassen.

Die NGO Campact hat das Schild gegen den Hass nachgedruckt  “Respekt! Kein Platz für Rassismus”  Über 30.000 Menschen haben inzwischen bei Campact Plakate und Aufkleber bestellt. Eine zivilgesellschaftliche Reaktion auf die Drohung der AfD, gegen das Respekt!-Schild am Frankfurter Rathaus zu klagen. Es widerspreche dem Neutralitätsgebot. Nun wird in Deutschland tausendfach ein Zeichen gesetzt, dass gegenseitiger Respekt nichts mit Neutralität, Herkunft oder Hautfarbe zu tun hat, sondern zu den Grundsätzen einer freiheitlichen Gesellschaft gehört.

“Die Zahl der Bestellungen zeigt, dass die Drohung der AfD komplett nach hinten losgeht. Sich für Respekt auszusprechen, hat mit dem parteipolitischen Neutralitätsgebot nichts zu tun”, sagt Felix Kolb, geschäftsführender Vorstand von Campact. “Rassisten sind gerade nicht neutral und es ist bezeichnend, dass die AfD sich durch das Schild angesprochen fühlt.” Am vergangenen Samstag hatte die Bürgerbewegung Campact ihre über zwei Millionen Unterstützerinnen und Unterstützer angeschrieben und über die Aktion informiert. Noch bis zum 2. Januar können die Plakate und Aufkleber bestellt werden, um Laptops und Fensterscheiben, Sportvereine, Gemeindehäuser oder Kindergärten zu schmücken.

Das Schild am Frankfurter Rathaus stammt von der Initiative “Respekt! Kein Platz für Rassismus”, die von der IG Metall unterstützt wird. “Dass es der AfD an Respekt fehlt, ist uns seit langem bekannt“, kritisiert Michael Erhardt von der IG Metall Frankfurt. “Die richtige Antwort wäre, die Respekt-Schilder an jedes Ortseingangsschild der Stadt Frankfurt zu hängen und damit zu zeigen, dass Rassismus in dieser Stadt nichts zu suchen hat.” Die Initiative setzt sich seit Jahren gegen Rechtspopulismus und Rassismus ein und hat unter anderem Materialien für einen Azubi-Workshop und einen “Schnellcheck AfD” entwickelt.

Weitere Informationen:
“Respekt! Kein Platz für Rassismus” wurde 2006 gegründet. Im März 2011 startete die IG Metall die Respekt!-Initiative für die Betriebe. Plakat zum Download: https://www.respekt.tv/materialien

 


Quelle: Campact

Die Neinsager

20. Dezember 2019

Gestern hat der Lingener Rat den städtischen Haushalt 2020 beschlossen. Mit durchaus eindrucksvollen Zahlen und gegen die Stimmen unserer BürgerNahen. Wir haben Nein gesagt, nachdem bei den Etatberatungen fast alle BN-Vorschläge -immerhin knapp vier Dutzend- abgelehnt wurden. Sie seien zu spät, zu detailliert, zu allgemein, bloß eine Liste, zu ungenau und überhaupt. Clou war der Vorwurf im Redebeitrag des FDP-Mannes Meyer, es stehe in den BN-Vorschlägen nicht drin, wo wir denn die geforderte neue Radfahrer- und Fußgängerbrücke („die sich auch noch drehen soll…“) über den Dortmund-Ems-Kanal haben möchten. Lesen Sie die BN-Vorschläge selbst nach, hier.

Für unsere BN-Fraktion habe ich die Neinsager-Mehrheit kritisiert und unsere Ablehnung so begründet (Longread):

Nach den Vorredner will auch ich gern die Kernpunkte der BürgerNahen zum Etat 2020 aufzeigen. Die Ausgangslage ist: Wir haben weiterhin eine sehr gute Haushaltslage, wofür Bildung, Tatkraft und Fleiß der Lingener und Lingenerinnen und der Erfolg der hier ansässigen Unternehmen die Grundlage bilden. Hoffen wir gemeinsam, dass insbesondere Letzteres so bleibt. Ich nenne neuerlich den Strukturwandel in der Energieindustrie, die ja bisher ein wesentliches Fundament unserer Lingener Wirtschaft war.

Diese positive Haushaltslage muss der Rat nutzen, um unsere Stadt zukunftsfest zu machen. Die Entwicklung des Bildungssektors, also der Kitas und Kindergärten, ist dabei besonders bedeutsam, und es werden auf nahe Sicht Aufwendungen für die Grundschulen kommen.

In den letzten Jahren habe ich sinngemäß Ähnliches gesagt. Heute wiederhole ich dies.

Es hat sich seither, Gott sei Dank, kaum etwas an der Ausgangslage geändert, wenn auch die Konjunktur nicht mehr so ungetrübt einher kommt. Aber auch bei diesen Etatberatungen sind leider fast alle unsere Vorschläge von den anderen Fraktionen abgelehnt worden.

Das bedauern wir und werfen den Kolleginnen und Kollegen vor, die daran mitwirken, sich einer inhaltlichen Auseinandersetzung zu entziehen. Der Grund ist, dass unverbindlich leichter ist. Man braucht, so scheint es, bloß Schlagzeilen und je unverbindlicher die eigenen Ideen sind, desto größer sind die Schlagzeilen.

Im November, vor der entscheidenden Sitzung des Finanzausschusses, verkündete die CDU öffentlich, sie wolle „1 Mio Euro mehr“ für den Radverkehr bereitstellen. Konkrete Projekte nannte sie nicht und stellte damit aus dem Stand einen Lingen-Rekord für flachen Politik auf. Alles Seriöse, was bislang in Jahrzehnten die Etatdiskussion in Lingen geprägt hatte, wurde beiseite gepackt und durch diese Zahl ohne inhaltliche Grundlage ersetzt.

Uns erinnert das an die Verabschiedung des Klimaschutz-Teilkonzepts vor vier Jahren im Rat. Das war damals, glaube ich, einstimmig. Die CDU-Mehrheit stimmte dafür, aber Uwe Hilling erklärte gleichzeitig für die CDU: das Ja bedeute keine Zustimmung zu den konkreten Forderungen. Das müsste man in jedem Einzelfall nämlich noch beraten und entscheiden. Entsprechend ist fast nicht aus dem vorbildlichen Ansatz dieses Konzepts umgesetzt worden.

Jetzt also die CDU-Million ohne inhaltliche Grundlage. Das war Anfang November. Ich erinnere mich noch gut, dass meine Fraktionskollegin Margitta Hüsken mich anrief. Ihr zentraler Satz war. „Den Kommentar von Thomas Pertz hätte ich lesen wollen, wenn wir eine zusätzliche Million gefordert hätten, ohne zu sagen wofür!“ Alle unsere Anträge dazu, alle unsere konkreten, an den Möglichkeiten ausgerichteten Anträge dazu, wurden anschließend abgelehnt.

Mit teilweise abenteuerlichen Argumenten. Die Lili, deren Takt wir verdoppeln wollen und müssen (!), sei ein großer Umweltverschmutzer. Der Sonntagsverkehr der LiLi – auch abgelehnt.

Unsere konkreten Ausbauschritte für die Radwege alle abgelehnt. Auch die, die für sichere Schulwege unverzichtbar sind.

Die Frage, wie wir mit den Verkehrsprobleme in Lingen umgehen, ist nach den Vorschlägen der Mehrheit offen. Das vor zwei Jahren beschlossene Verkehrsgutachten fehlt. Es liegt kein Ergebnis vor. Auch kein wirkliches Zwischenergebnis, wenn ich von der „grünen Welle“ an drei Fußgängerampeln auf dem Adenauer-Ring absehe, der allerdings nur ein fahrrad- und fußgängerfeindlicher Witz ist.

Das ist enttäuschend. Und drängt sich da nicht die Frage auf, wie gering eigentlich der Stellenwert ist, den die Ratsmehrheit und der Oberbürgermeister dem Thema Verkehr und dem Problem einräumen? Sie wollen offenbar nicht erkennen, dass es eine Neuaufteilung des Raumes für die Kfz, Fahrräder und Fußgänger braucht.

Wir haben jedenfalls in unseren Anträgen zum Haushalt notwendige Antworten aufgezeigt: Besserer Busverkehr, mehr Radfahrverkehr. Unsere Anträge für den laufenden Haushalt sind dabei allesamt ein Beitrag für kommunale Klimapolitik. Wir alle erleben den Klimawandel und müssen daher als Kommune unseren lokalen Beitrag für den Klimaschutz erarbeiten und leisten.

Die Ratsmehrheit allerdings praktiziert es immer noch so: Da gibt es einen Vorschlag der Bürgernahen, den lehnen wir ab, weil es ein Vorschlag der Bürgernahen ist. So zeigen Sie sich Neinsager. Sie sind weiter unfähig, das einstimmig beschlossene Klimaschutzteilkonzept konkret in Angriff zu nehmen und umzusetzen.

Ein Anmerkung hinzu: Lingen täte weiterhin auch gut daran, etwas für eine bessere, das heißt direkte Zugverbindung nach Osnabrück zu tun. Das wurde seitens der Mehrheit mit der seltsamen Begründung abgelehnt, das sei eine politische Förderung. Ja, was machen wir denn hier im Rat anderes als kommunale Politik? Da hätte es gut getan, zusammen mit den Gemeinden und dem Landkreis etwas dafür zu tun und dies nicht nur dem Landkreis Osnabrück – da ist es bezeichnenderweise die CDU-Fraktion – zu überlassen.

Wir haben als engere Klimaschutzpolitik vor Ort konkrete Vorschläge gemacht, die allesamt abgelehnt wurden, zum Beispiel:

– 42.600,- Euro Sonderzuschuss an das KiJuPa mit Zweckbindung: Macht damit als KiJuPa aktive Klimapolitik – 1000 Euro für jeden Grad Celsius des Hitzerekords vom vergangenen Juli. Auch dazu das Nein
– Photovoltaik-Anlagen bei städt. Gebäuden (Machbarkeitsstudie und Investitionen aus dem Haushalt ZGW)
– Schutzkonzept Starkregen erarbeiten. Das wurde abgelehnt, weil man schon dabei sei. Da muss der Leiter des Tiefbauamtes, Georg Tieben, immer herhalten. Die Erklärung, man sei da dran, gibt es aber seit dem Starkregen vor knapp sechs Jahren in Münster. Da fingen Sie, Herr Stadtbaurat, gerade an. Das heißt es heute noch, obwohl es bei 70 km Luftlinie bis nach Münster, reiner Zufall war, dass der Starkregen nicht hier aufschlug.

Vor den Kommunalwahlen 2011 verkündete die CDU, künftig 200.000 Euro pro Jahr für notwendige Aufforstungen auszugeben. 10 Jahre lang. Längst vergessen und nicht eingehalten. Jetzt kommt der Vorschlag erneut, nachdem er im vergangenen Jahr abgelehnt wurde, weil er von der BN kam.

Auch alle unsere Anträge für die „digitale Stadt“ haben Sie abgelehnt:
– Aktion Bürgerkoffer (also ein mobiles Bürgerbüro, mit dem viele Kommunen die typischen Leistungen eines Bürgerbüros ortsunabhängig anbieten; ein Projekt der Bundesdruckerei, das Alten, Kranken und Behinderten hilft)
– Lingen App sichern und ausbauen (mit • Lili-Integration, Tickets via PayPal und Kreditkarte, QR-Code/NFC beim Einsteigen, • Ausgabe Apothekennotdienst • LingenLiefert! • Mülltonnen • Rufbus/AST-Funktion • Zugang zum kostenfreien WLAN)
– Vorbereitung 5G-Mobilfunkkommunikation – Gutachten über die Möglichkeit, dass die Wirtschaftsbetriebe GmbH die Infrastruktur teilweise bereitstellen (Kosten bereit zu stellen von der Wirtschaftsbetriebe GmbH)

Das Trauerspiel mit dem fehlenden Mobilfunkempfang wollten wir bei dem anstehenden 5G-Netz vermeiden. Abgelehnt, weil – so einer der großen Digitalisierungsfachleute der CDU-Fraktion – das Thema für die Stadt „zu komplex“ sei. Zu komplex – so kann man die Augen auch vor der Zukunft verschließen.

Besonders am Herzen lag uns auch, mehr für den europäischen Gedanken zu tun in Zeiten, in denen der Brexit und in Polen der Angriff auf demokratische Werte das Geschehen bestimmen. Daher schlagen wir vor.
– Stipendien für junge Europäer/innen aus den Partnerstädten Bielawa, Elbeuf, East Staffordshire, Marienberg und Salt für Aufenthalt in Lingen und Stipendien für junge Lingener/innen für einen Aufenthalt in einer der Partnerstädte
-Auch den Antrag auf Erhöhung der Zuschüsse für Begegnungsprogramme in den Partnerstädten. Beides haben Sie abgelehnt.

Wir haben fast vier Dutzend konkrete Vorschläge für diesen Haushalt 2020 gemacht. Doch die Ratsmehrheit und mit ihr im gleichen Takt die SPD haben fast bei allen Nein gesagt.

Mit Bedauern stellen wir daher auch in diesem Jahr fest, dass CDU und SPD sich inhaltlich den Anträgen der BürgerNahen verweigern. Die Ratsmehrheit lehnt unsere Vorschläge ab, weil – ich sagte es – es unsere Vorschläge, weil es BN-Vorschläge sind.

Ich zitiere noch einmal meinen Beitrag vom Dezember vor zwei Jahren: „Gerade die, die uns so gerne vorwerfen, immer dagegen zu sein, lehnen alle unsere Punkte ab.

Und ich schlage der CDU vor, künftig mit uns BürgerNahen in die inhaltliche Debatte über eine bessere Kommunalpolitik einzusteigen.

Wenn aber die Ratsmehrheit zusammen mit ihrem SPD-Juniorpartner so mit unseren Vorschlägen und so mit uns als Ratsminderheit umgeht, kann für uns die Konsequenz nur heißen, Nein zur vorliegenden Beschlussvorlage zu sagen. Ich setze auch in diesem Jahr hinzu. Leider.

#StarWars

19. Dezember 2019

Die beiden Polizisten Limacher und Moser sind gerade daran, beim Berner Bundesplatz Parkbußen zu verteilen, als sie eine außergewöhnliche Entdeckung machen: Mitten auf dem Bundesplatz steht…
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Friesenblech

18. Dezember 2019

Lingener Kreuzkirchenkonzert
„FriesenBlech“
Lingen (Ems) – Kreuzkirche, Universitätsplatz 1
Sonntag, 22.12. 19.00 Uhr
kein Eintritt
„FriesenBlech“ besteht aus 10 professionellen Musikern (zwei Blechbläserinnen, acht Blechbläser und ein Schlagzeuger). Alle Mitwirkenden leben oder arbeiten entweder in Ostfriesland oder in Friesland in den Niederlanden. Gemeinsam haben sie vor vier Jahren ein neues Blechbläserensemble gegründet, das sich guter und anspruchsvoller Blechbläser-Kammermusik verschrieben hat. Neben den Konzertaktivitäten ist es ein erklärtes Ziel der Gruppe, die Blechbläser-Szene in der Region weiter anzukurbeln. Nach erfolgreichen Konzerten in Emden, Norden, Leer, Groningen und Aurich kommt FriesenBlech nun erneut  zu einem Konzert nach Lingen (Ems)  ein. Am vierten Adventssonntag wird das Ensemble um 19.00 Uhr in der Ev.-luth. Kreuzkirche am Lingener Universitätsplatz ein Programm mit festlicher Advents- und Weihnachtsmusik aufführen.
Der Eintritt zum Konzert ist frei.