Adventskonzert
Lingener Männerquartett
„Freuet Euch all“
Lingen (Ems) – Bonifatius-Kirche, Burgstraße 21a

Heute – 19.30 Uhr
Karten: 12 € (Abendkasse)

Unter dem Motto „Freuet Euch all“ bringt das Lingener Männerquartett am Vorabend des 3. Advent festliche Adventsmusik in der Lingener Bonifatius-Kirche zu Gehör.

Auf dem Programm stehen traditionelle und weniger bekannte Lieder zum Advent und zur Weihnachtszeit, arrangiert vom Pianisten des Lingener Männerquartetts Peter Nijland. Die  Dirigentin des LMQ, Eline Harbers, wird der Aufführung eine besondere musikalische Note verleihen.

Balthasar Baumgartner, Organist der Bonifatius-Kirche, bereichert das Konzert mit traditionellen Orgelstücken.

„Auf Spurensuche von Jever nach Sachsenhausen“
Dokumentarfilm
von Christel Menni Schwarz, Michael Telkmann und Omid Mohadjeri, 2019,
ca. 40 Minuten

Premiere: So, 15. 12., 18 Uhr, Oldenburg, „Anna-Schwarz-Romnokher“, Stedinger Straße 45a

„Die junge Frau blickt ernst in die Kamera. Das Sprechen kostet sie Überwindung, aber sie tut es voller Überzeugung. „Erst dachte ich, wir machen einen Ausflug“, sagt sie. „Aber als wir durch das Tor gingen, habe ich gemerkt: Wir besuchen unsere Verwandten auf dem Friedhof.“ Sie hat mit knapp 30 anderen Familienmitgliedern an diesem Herbsttag 2019 die steinernen Reste des sogenannten „Zigeunerfamilienlagers“ im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besucht. 27 ihrer Vorfahren, zuvor ansässig in Friesland, waren hier inhaftiert. Sie gehörten zu den 275 Sinti und Roma aus dem Nordwesten, die im März 1943 über den Bremer Schlachthof dorthin deportiert wurden. Nur zehn dieser Menschen überlebten, darunter ihre Urgroßmutter Margot Schwarz.

Während des Interviews sitzt die junge Frau perfekt ausgeleuchtet auf einem grauen Sofa. Nichts deutet auf die Bedingungen hin, unter denen der Film „Auf Spurensuche von Jever nach Sachsenhausen“ entstanden ist. Nichts deutet da­rauf hin, dass das Sofa in einem Abstellraum steht, in einem Hotel nicht weit weg von der KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Nichts darauf, dass das Filmteam praktisch unbezahlt arbeitet: Ganze 17.000 Euro – hauptsächlich aufgebracht vom Landkreis Friesland sowie den Städten Jever und Oldenburg –, ist der deutschen Kulturförderung ein Projekt wert, in dem sich Sinti auf…“

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Mehr vom Jade-Radio:
„Von Norden aus geht’s für sie in Richtung Osten. Die Fahrt hat einen ernsten Hintergrund: Ziel ist die Gedenkstätte Sachsenhausen. Die Reise der Familie wird von einem Filmteam begleitet. Ihre Erfahrungen zeigt danach der Dokumentarfilm „auf Spurensuche von Jever nach Sachsenhausen“. Der Vorsitzende des Freundeskreises der Sinti und Roma in Oldenburg, Christel Schwarz, über die Hintergründe zur Fahrt:

http://www.radio-jade.de/wp-content/uploads/2019/07/Spurensuche_160719_Schwarz_Ambrosy_Telkmann_Sander_sae_bme.mp3

Familie Schwarz ist auf einer zweiwöchigen Bildungsreise. Ziel ist die Gedenkstätte Sachsenhausen. Die Reise wird von einem Filmteam begleitet. Im Anschluss entsteht der Dokumentarfilm „Auf Spurensuche von Jever nach Sachsenhausen“.


Mehr aus der NWZ

namentlich

14. Dezember 2019

Auch nach mehr als 43 Jahren im Rat unserer kleinen Stadt darf ich feststellen: Unsere Lingener Entscheidungsträger sind immer wieder gut für peinlich-überraschende Momente bei Dingen, die so selbstverständlich sind, wie sie nur selbstverständlich sein können. Zum Beispiel in dieser Woche: Da tagte -wie stets nicht-öffentlich- der Verwaltungsausschusses unserer Stadt. Der Verwaltungsausschuss ist -nach dem Rat- das höchste Beschlussgremium in einer niedersächsischen Kommune und trifft alle Entscheidungen, die der Rat oder der Oberbürgermeister nicht treffen. Das sind übrigens einige!

Dieses Mal standen Beschlüsse über die Aufstellung eines Bebauungsplanes auf der Tagesordnung, der es einem niederländischen Investor erlauben wird, ein Fachmarktzentrum rund um das Unternehmen BvL zu bauen. Dieses Vorhaben wird aus Steuermitteln versteckt mit einer Million Euro subventioniert. Dabei ist es für die ohnehin gebeutelte Innenstadt gefährlich und wird die Strukturschwächen dort gnadenlos offenlegen.

Mein Fraktionskollege Marc Riße (BN) stellte deshalb den Antrag, über diese Beschlüsse namentlich abzustimmen. Damit man auch noch in der Zukunft feststellen kann, wer ganz persönlich für Fehlentwicklungen die Verantwortung trägt. Und jetzt die Überraschung: Der Antrag wurde abgelehnt. Die namentliche Abstimmung sei unzulässig, will der Erste Stadtrat Stefan Altmeppen (Sie erinnern sich?) herausgefunden haben. Das ist gleichermaßen kreativ wie undemokratisch und falsch. Denn das Niedersächsische Kommunalverfassungsrecht bestimmt:

㤠66
Abstimmung
(1) Beschlüsse werden mit der Mehrheit der auf Ja oder Nein lautenden Stimmen gefasst, soweit durch Gesetz oder in Angelegenheiten des Verfahrens durch die Geschäftsordnung nichts anderes bestimmt ist. Bei Stimmengleichheit ist ein Antrag abgelehnt.
(2) Es wird offen abgestimmt, soweit in der Geschäftsordnung nichts anderes geregelt ist.“

Die offene Abstimmung geschieht durch Handheben, Erheben, Zeigen der Stimmkarte oder Zuruf. Eine besondere Form der offenen Abstimmung ist die namentliche Abstimmung. Das weiß man als Demokrat, und als Demokrat hat man auch die Kraft, zu seinen Abstimmungen zu stehen. Offen und frei.

Die CDU und die immer peinlicher hinter ihr herlaufende SPD in Lingen haben diese Kraft offenbar nicht und biegen sich immer ungenierter Grundsätzliches in unserem Gemeinwesen zurecht. Sie wollen darüber täuschen, was sie da hinter verschlossenen Türen so beschließen.

Wir werden daher bei unseren Bürgernahen darüber nachdenken, ob wir diesen Angriff gegen wesentliche demokratische Grundsätze und -prinzipien gerichtlich überprüfen lassen.