bald, jemals oder nie wieder

1. November 2019

Gut 200 Lingenerinnen und Lingener nahmen gestern im großen Saal der Lingener Wilhelmshöhe an einem eindrucksvollen Festakt „150 Jahre Jüdische Synagogengemeinde Lingen“ teil, die Anfang Oktober 1869 in Lingen gegründet worden war und die 1942 aufhörte zu existieren, als alle ihre Mitglieder deportiert und ermordet waren. 

Emotionalster Augenblick der fast zweistündigen Feier war sicher die Übergabe einer alten und daher nicht mehr koscheren Thorarolle durch Michael Grünberg, den Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, an das Forum Juden Christen, um diese künftig sicher aufzubewahren. (Foto oben, lks Michael Grünberg). Einer der interessantesten Momente des Festaktes war zuvor, als angesprochen, aufgegriffen und unterschiedlich beantwortet wurde, ob es bald, jemals oder nie wieder eine neue jüdische Synagogengemeinde in unserer Stadt geben wird. Ein weiterer Höhepunkt war schließlich die Rede von Andreas Nachama, in der dieser für den interreligiösen Dialog warb, wie er unter anderem zwischen Christen, Juden und Muslimen im „House of One“ in Berlin gepflegt wird.

Draußen vor der Tür sicherte derweil eine Polizeistreife den vom Forum Juden Christen, der Stadt Lingen (Ems) und der Osnabrücker Jüdischen Gemeinde veranstalteten Festakt zur Erinnerung an die kleine Lingener Syngagogengemeinde. Zeitgleich wurde aber nur ein paar Meter weiter auf dem Parkplatz des ehrwürdigen Lingener Gastronomiebetriebs der Pkw des Vorsitzenden des Forum Judentum-Christentum, Dr. Heribert Lange, Ziel einer gotchaähnlichen Farbattacke. Nur sein Auto wohlgemerkt. Auf den ersten Blick sah es tatsächlich aus wie Vogelschiss. Es war aber nichts dergleichen a la Gauland sondern stattdessen allegorische Farbe.

13 Antworten to “bald, jemals oder nie wieder”

  1. Matthis said

    Ja da hat die Polizei ja richtig gut aufgepasst……

  2. Beatrix Falkenberg said

    Erschreckend ist doch nicht, dass die Polizei „ja richtig gut aufgepasst“ hat, bzw. nicht, sondern dass auch hier in Lingen
    Antisemiten am Werk sind.

    • Matthis said

      Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ist leider auch hier Realität und kein Problem der AFD Bundesländer. Was meinen Sie, was erst kommt, wenn man SS Verbrechern hier ein Pilgermuseum widmet.
      Das Ganze ist doch für einen allein nicht umsetzbar. Da muss es Rückdeckung von entsprechender Seite geben.

  3. Günther Möller said

    Die Lunte für ein Wiederaufflammen der Diskussion um das Museum für den Sportler Bernd Rosemeyer hat Robert Koop gelegt (Vogelschiss).
    Interessant wäre ja gewesen, wenn der Dr. Lange sinnigerweise an diesem Tag ein Taxi benutzt hätte, was man dann wohl hätte lesen müssen, können oder dürfen.
    Für das Öl sorgen jetzt wieder überwiegend die Anonymen, die wieder aus allen Ecken hervorkommen.
    Die Hasstiraden sind ja schon wieder angelaufen.
    Nochmal zum mitschreiben: Es handelt sich um einen untadeligen Sportsmann, der zwar in der SS war, wie auch immer er da reingekommen ist, aber ihn als SS-Verbrecher zu bezeichnen, ist eine unentschuldbare Frechheit.

    • Matthis said

      ….ja Herr Möller. Da haben Sie recht. Die Waffen SS war ja so gesehen eine Art von Vereinigung von untadeligen Männern. Ist irgendwie wie mit den Millionen ermordeten jüdischen Mitbürgern, da weiss auch keiner wie die ins KZ gekommen sind. Danke für Ihren Geschichtsunterricht und Faktenlehre!

    • Bernhard Schulte said

      @ Herr Möller: Sie haben natürlich Recht.
      Deshalb zum Mitschreiben:
      B. Rosemeyer war kein SS-Verbrecher sonder nur ein förderndes Mitglied dieser verbrecherischen Vereinigung.

  4. Heinrich Liesen said

    Matthis – Frage, haben Sie keinen Vor- und Nachnamen –
    ist es ihr Vorname oder Nachname oder ist es doch die
    fehlende Zivilcourage?
    Was sind die Gründe, dass sie sich namentlich in der Netz-anonymität verstecken?
    Unabhängig davon, etwas mehr an fachspezifischen Kenntnissen würde nicht schaden.

    • Mathhis mit M. said

      „Alte weiße wütende Männer“ sind der Grund für meine Anonymität. Ausserdem brauch ich meinen Job. Aber schön, dass Sie drauf anspringen. Dann muss es in Ihnen ja einen Teil geben, der weiß, dass Sie falsch handeln.

      Übrigens ist es mein Recht meine freie Meinung zu äußern. Das hat nichts mit Zivilcourage zu tun.

  5. Heinrich Liesen said

    na ja, etwas sehr schwach in der Argumentation. Ich „springe nicht drauf an“ – ( was für eine grausame Aussprache )- freie Meinung immer, aber nicht in der Anonymität.

  6. Heiko Klus said

    Das ist doch woll eindeutig Vogelmist und keine Farbe. Hat die Polizei den Vorfall denn nicht aufgenommen bzw. wo ist der Beleg, dass es sich tatsächlich um Farbe handelte? Ebenso die Frage wo ist der Beleg, dass sich der „Vorfall“ während der Anwesenheit der Polizeistreife ereignete. Die ja wohl da war um Personen zu schützen und keine Autos?

  7. Andre Osterheert said

    Leute, das ist doch eindeutig Vogelkacke. Aber wenn man sonst nichts spektakuläres zu berichten hat…

  8. Günther Möller said

    Wie niedlich, Herr Koop hat in die Sch…… gepackt! Im wahrsten Sinne des Wortes.
    Hoffentlich hat er die Hände wieder sauber und kann den nächsten „Reißer“ schreiben.
    Erstmal Feuer machen und dann mal abwarten, was passiert.
    Irgendwie auch arm…..

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