Gut 200 Lingenerinnen und Lingener nahmen gestern im großen Saal der Lingener Wilhelmshöhe an einem eindrucksvollen Festakt „150 Jahre Jüdische Synagogengemeinde Lingen“ teil, die Anfang Oktober 1869 in Lingen gegründet worden war und die 1942 aufhörte zu existieren, als alle ihre Mitglieder deportiert und ermordet waren. 

Emotionalster Augenblick der fast zweistündigen Feier war sicher die Übergabe einer alten und daher nicht mehr koscheren Thorarolle durch Michael Grünberg, den Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, an das Forum Juden Christen, um diese künftig sicher aufzubewahren. (Foto oben, lks Michael Grünberg). Einer der interessantesten Momente des Festaktes war zuvor, als angesprochen, aufgegriffen und unterschiedlich beantwortet wurde, ob es bald, jemals oder nie wieder eine neue jüdische Synagogengemeinde in unserer Stadt geben wird. Ein weiterer Höhepunkt war schließlich die Rede von Andreas Nachama, in der dieser für den interreligiösen Dialog warb, wie er unter anderem zwischen Christen, Juden und Muslimen im „House of One“ in Berlin gepflegt wird.

Draußen vor der Tür sicherte derweil eine Polizeistreife den vom Forum Juden Christen, der Stadt Lingen (Ems) und der Osnabrücker Jüdischen Gemeinde veranstalteten Festakt zur Erinnerung an die kleine Lingener Syngagogengemeinde. Zeitgleich wurde aber nur ein paar Meter weiter auf dem Parkplatz des ehrwürdigen Lingener Gastronomiebetriebs der Pkw des Vorsitzenden des Forum Judentum-Christentum, Dr. Heribert Lange, Ziel einer gotchaähnlichen Farbattacke. Nur sein Auto wohlgemerkt. Auf den ersten Blick sah es tatsächlich aus wie Vogelschiss. Es war aber nichts dergleichen a la Gauland sondern stattdessen allegorische Farbe.

DietutniX-Volx-Kabarett

1. November 2019

DietutniX-Volx-Kabarett
„minus2plus1gleich4“
Lingen (Em) – Theater an der Wilhelmshöhe, Willy-Brandt-Ring 44
Samstag, 02.11.’19 –  20 Uhr
Karten 18 Euro

Die Kabarett-Gruppe „Dietutnix“ ist vor Jahresfrist neu gestartet: Von den ehemals fünf frechen Frauen sind drei übrig geblieben, eine ist neu hinzugekommen. „Minus2plus1gleich4“ heißt deshalb ihr neues Programm. Susanne Anders, Sabine Hollefeld, Heike Knief und als neue Variable Petra Münsterweg präsentieren sich als „Volxkabarett“.

Ist mit DietutniX zu rechnen? Ja, sicher! Nach kreativer Kurvendiskussion und Veränderungen einiger Logarithmusfunktionen kommen den Zuschauerinnen und Zuschauern vier Frauen entgegen, die kein mehrstufiges Zufallsexperiment sind.

Sie präsentieren das tägliche 1×1 des Lebens, was mit Ergebnisalgebra bestimmt nichts zu tun hat. DietutniX bringen mit ihrem Programm „minus2plus1gleich4“ musikalisch und kabarettistisch alles auf einen Nenner. Sie kommen in der Umkehrfunktion von Kunst und Volx-Kabarett ohne Mathematik aus….