In der zweiten Oktoberwoche dieses Jahres fand wieder die Frankfurter Buchmesse statt, auf der über 7.000 Aussteller vertreten waren. Auch die Niederlande und Flandern präsentierten sich auf der FBM – drei Jahre nachdem sie ein zweites Mal Gastland sein durften.

Damals standen die Niederlande und Flandern im Fokus der Medien und ihr Auftritt führte zu einem starken Anstieg an Übersetzungen aus dem Niederländischen ins Deutsche. Jetzt zeigten die niederländischsprachigen Verlage aktuelle literarische Neuerungen unseres Nachbarlandes.

Neben der Niederländischen Stiftung für Literatur (nl. Nederlands Letterenfonds) und diversen größeren Verlagen – wie De Bezige Bij und Querido – waren auch kleinere Verlage oder Verlagsgruppen aus den Niederlanden anzutreffen. Dabei handelt es sich nicht immer gleichzeitig auch um niederländisch-sprachige Verlage, wie das Beispiel von Afûk – Boeken fan Fryslân zeigt, die über aktuelle friesische Bücher für Kinder und Erwachsene informiert haben. Durch dieses Angebot soll diese nordseegermanische Sprache gefördert werden und so langfristig erhalten bleiben.

Als niederländische Neuerscheinung wurde unter anderem Maarten ‚t Harts neues Buch De nachtstemmer vorgestellt, das vom Verhältnis eines nordniederländischen Orgelstimmers zu einer brasilianischen Einwanderin handelt. Die Tageszeitung NRC Handelsblad beschreibt ‚t Harts Roman als flüssiges, leicht verständliches Leseerlebnis und die Zeitung Trouw nennt ihn einen Roman voller Unwahrscheinlichkeiten, die man erstmal verdauen muss, der aber auch vollgepackt mit Poesie, Spannung und Freude am Lesen ist. Die Rechte für den bei De Arbeiderspers erschienenen Roman wurden bereits an den Piper Verlag verkauft, sodass sich deutsche Leser bald selbst ein Bild von ‚t Harts neustem Werk machen können.

Eine andere Neuerscheinung, die beworben wurde, war Manon Uphoffs Buch Vallen is als vliegen, in dem sie den Menschen mit einem Tier gleichsetzt, das unentwegt seine Wunden lecken muss. Laut der Zeitung De Volkskrant findet die Autorin die richtige Sprache für eine solche Erzählung, die beinahe unmöglich zu erzählen ist. Von diesem Werk, das in den Niederlanden bei Querido erschien, ist bisher aber noch keine deutsche Übersetzung in Auftrag gegeben. Es bleibt also noch spannend, ob Vallen is als vliegen auch in Deutschland gelesen werden kann.

Darüber hinaus gab es natürlich noch eine Vielzahl an Werken, die auf der Buchmesse beworben wurden. Mehr als 300.000 Personen besuchten sie, wodurch die Veranstalter  5,5 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr verzeichnen konnten.

[ps Mehr zu den Niederlanden als Gastland 2016 kann man im Niederlande.net- Dossier Flandern und die Niederlande auf der Frankfurter Buchmesse 2016. Ein Gastlandauftritt 2.0 nachlesen.]


Eine Information von Niederlande.Net

Dornenmanschette

30. Oktober 2019

Zu den eher rührenden Meldungen der letzten Tage gehört die Geschichte eines jungen Mannes, der unsterbliche Sehnsucht nach seiner Freundin hatte. Die Freundin sitzt derzeit im Frauengefängnis Vechta, so dass eine Kontaktaufnahme sicher nur eingeschränkt möglich ist. Jedenfalls wollte oder konnte der 18-Jährige den nächsten Besuchstermin nicht abwarten. Er versuchte deshalb, an der Außenmauer des Knastes hochzuklettern.

Auslöser für die Aktion war nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums der Umstand, dass die Freundin aktuell wohl Schluss machen wollte. Deshalb habe der 18-Jährige mit ihr reden wollen. Er kletterte dafür an der vier Meter hohen Außenmauer der JVA hoch, wobei er sich an einer Laterne festhielt. Um nicht am Stacheldraht hängenzubleiben, hatte er sich einen Großteil seiner Kleidung ausgezogen. „Halb nackt“ sei der Betroffene bis zum Zellenfenster der Freundin in der ersten Etage hochgeklettert, heißt es.

An der Fassade wurde er dann vom Personal entdeckt; die Feuerwehr holte ihn mit einer Drehleiter runter. Ob und wie lange der junge Mann mit seiner Freundin sprechen konnte und wie der Beziehungsstatus derzeit ist, können die Behörden nicht mitteilen. Der junge Mann schweige derzeit, heißt es.

Das ist sicher gar nicht dumm, denn hier steht durchaus ein strafrechtlicher Vorwurf im Raum: Hausfriedensbuch (§ 123 StGB). Außerdem liegt möglicherweise auch noch eine Ordnungswidrigkeit vor: unbefugter Verkehr mit Gefangenen (§ 115 OWiG). Bei Letzterem muss man das Gesetz aber genau lesen. Unerlaubt ist die Verständigung mit Worten oder Zeichen nur, wenn dies „von außen“ erfolgt. Der Betroffene war aber auf gewisse Weise schon sehr weit drinnen in der JVA. Da hätte man als Verteidiger also einen schönen Angriffspunkt.

Schwieriger wird es sicher mit dem Hausfriedensbruch. Allerdings könnte man vielleicht bei der Justizverwaltung auf Erbarmen hoffen. Ohne Strafantrag würde die Tat jedenfalls nicht verfolgt. Wiederholungsgefahr soll übrigens nicht mehr bestehen. Der Laterne an der Gefängnismauer wurde nach Angaben der Behörden schnell mit einer Dornenmanschette gesichert.


Quelle: LawBlog

Hannover

29. Oktober 2019

Die SPD stellt erstmals seit mehr als 70 Jahren nicht mehr den Oberbürgermeister von Hannover. Im ersten Wahlgang am Sonntag setzten sich der Grünen-Kandidat Belit Onay und der CDU-Bewerber Eckhard Scholz fast gleichauf für die Stichwahl in zwei Wochen durch. Dies stand am Abend nach Auszählung eines Großteils der Wahlbezirke fest. Der Sozialdemokrat Marc Hansmann kam auf Rang drei.

Auslöser der vorzeitigen Wahl in Hannover war die Rathausaffäre. Wegen seiner Verstrickung in die Affäre um unzulässige Gehaltszuschläge für Spitzenbeamte war der bisherige Oberbürgermeisters Stefan Schostok (SPD) Ende April zurückgetreten.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Anklage wegen schwerer Untreue gegen Schostok, seinen damaligen Bürochef und den suspendierten Kultur- und früheren Personaldezernenten erhoben. Es geht um…

[hier geht’s weiter]

 

 

Bilderbücher entdecken:
Der kleine Igel rettet seine Freunde
Für Menschen von 4 bis 7 Jahre
Lingen (Ems) – Stadtbibliothek, Karolinenstr. 10
Samstag, 2. Nov. ’19 – 11 Uhr

Kein Eintritt

Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Erzieher „St. Franziskus“ laden wieder zum „Bilderbücher entdecken“ in die und in der Lingener Stadtbibliothek ein. Menschen im Alter von vier bis sieben Jahren dürfen sich dieses Mal auf das Buch „Der kleine Igel rettet seine Freunde“ freuen.

Plitsch-platsch, plitsch-platsch, plitsch-platsch! Der kleine Igel freut sich riesig, als er beim Aufwachen den Regen auf die Erde tropfen hört. Endlich kann er seine schönen, neuen Regensachen anziehen und den roten Regenschirm mit den weißen Punkten ausprobieren. Doch als es unaufhörlich weiter regnet und auch noch ein heftiger Sturm aufkommt, beginnt für den kleinen Igel ein großes Abenteuer.

Die Schüler der Fachschule „St. Franziskus“ basteln anschließend mit den jungen Zuhörern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.

Tiefpunkt

28. Oktober 2019

„Das Wahlergebnis in Thüringen ist ein Tiefpunkt in der Geschichte des wiedervereinigten Deutschland. Ein Tabu ist in Thüringen endgültig gefallen: Rechtsextremismus ist für jeden vierten Wähler kein Makel mehr, kein Ausschlussgrund, eine Partei zu wählen. Jeder AfD-Wähler hat genau gewusst, wer Björn Höcke ist – nämlich ein Rechtsextremist. Es gibt keine Entschuldigung mehr für die Wahl der AfD.

Wer aus Protest Rechtsextreme wählt, der hat aus der Geschichte nichts gelernt. Höcke sagte nach der Wahl, die Wähler hätten sich von Hass und Hetze nicht beeindrucken lassen. Das Gegenteil ist der Fall: Hass und Hetze waren offenbar ein Grund, AfD zu wählen.

Die zweite Lehre aus der Thüringen-Wahl ist, dass Personen Wahlen entscheiden. Rechtsaußen Björn Höcke, links Bodo Ramelow, der aber von den Wählern als Mann der Mitte wahrgenommen wurde. Sein unideologischer, pragmatischer Politik-Stil hat der Linkspartei ein Ergebnis beschert, das fast dreimal so hoch ist wie das in Sachsen und Brandenburg.

Dass…

[weiter bei SPRENGSATZ|

Festveranstaltung 
150 Jahre Jüdische Syngagogengemeinde Lingen
Lingen (Ems) – Wilhelmshöhe
Donnerstag, 31.10. – 11:30 Uhr

Veranstaltet von der Jüdischen Ge­meinde Osna­brück, der Stadt Lingen (Ems) und dem Forum Judentum – Christentum Altkreis Lingen

Den Festvortrag hält Prof. Dr. Andreas Nachama, Vorsitzender der Allgemeinen Rabbi­nerkonferenz Deutsch­lands (ARK), Vor­sitzender des Gesprächskreises Christen und Ju­den beim Zentralkomitee der Katholiken, zum Thema „Judentum in Deutsch­land heute – das Projekt „House of One“ in Berlin.“

Aufklärung

27. Oktober 2019

Wenn Hilfsorganisationen werben, geht es in der Regel darum, Spendengelder einzusammeln. Insbesondere in der Advents- und Weihnachtszeit ist das die gängige Praxis vor allem christlicher Organisatoren. Jetzt haben fünf NGO’s – Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, German Doctors, Kindernothilfe und Misereor – eine große -Kampagne gestartet, bei der ausdrücklich  Fundraising im Hintergrund steht, und Aufklärung vermeintlich vorn.

Die“Entwicklung wirkt“-Kampagne verdeutlicht, was mit den einzelnen Projekten konkret erreicht wird. Die Botschaften dazu werden von Prominenten wie Schauspieler Til Schweiger und Jan Josef Liefers, TV-Moderator Eckart von Hirschhausen, Musiker Max Mutzke, die Models Stefanie Giesinger und Rebecca Mir sowie die Youtuber Julia Beautx und Gronkh überbracht. Sie alle machen ohne Honorar mit .

Zielgruppe sind vor allem jüngere Menschen, die über digitalen Medien und Plattformen erreicht werden sollen. Geschaltet wird die Kampagne daher in digitalen Kanälen. Das gilt für die Filme. Ganz ohne Printmedien geht es aber wohl doch nicht. Die Motive werden auch Zeitungen und Zeitschriften zum kostenlosen Einsatz angeboten. (mehr bei Horizont…)

eigenhändig

27. Oktober 2019

Es gibt wenig, was mich so nervt wie der wehleidige, deutsche Hype um die „Zeitumstellung“, die ja nur eine Uhrenumstellung ist.

Oder anders: Ich find’s gut und genieße es, wenn icb die geklaute Märzstunde jetzt Ende Oktober zurück bekomme. Aber an all‘ dies sollte die werte Leserscchaft heute Nacht in jedem Fall natürlich denken…

NS-Prozesse 1945 – 2015

26. Oktober 2019

Akademieabend im Ludwig-Windthorst-Haus (LWH)
Karl-Heinz Keldungs
NS-Prozesse 1945 – 2015
Eine Bilanz aus juristischer Sicht
Lingen (Ems) – LWH, Gerhard-Kues-Str. 16
Montag, 28.10.2019 – 19.30 Uhr
Kosten 6 € , erm. 4 €

Karl-Heinz Keldungs, lange Jahre Vorsitzen­der Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf, hat die Rechtsprechung in den NS-Prozessen der vergangenen 70 Jahre einer kritischen Prüfung unterzogen. Entstanden ist hieraus der 500-Seiten-Band „NS-Prozesse 1945 – 2015. Eine Bilanz aus juristischer Sicht“ (Edi­tion Virgines). Mit dem Blick eines erfahrenen Richters analysierte Keldungs zunächst die Prozessverläufe, dann die Entwicklung der Rechtsanwendung durch die Gerichte. Hier­bei deckt er zahlreiche unverständliche Urtei­le auf, die zudem auf nicht nachvollziehbaren Strafmilderungsgründen beruhen.

mehr…


Karl-Heinz Keldungs, 1948 in Düsseldorf geboren, studierte Jura in Köln und Freiburg und war in der Folge von 1991 bis 2013 als Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf tätig. Einer seiner Schwerpunkte ist bis heute das Baurecht. 2016 veröffentlichte er vor drei Jahren das Buch „Große Strafprozesse vor Düsseldorfer Gerichten“.
in seinem neuen Buch analysert der Jurist die NS-Prozesse der vergangenen Jahre.
Karl-Heinz Keldungs: „NS-Prozesse 1945-2015“, Edition Virgines, 512 Seiten, 34,90 Euro.

(Foto: Edition Virgines)

Tinner Dose

25. Oktober 2019

Mittlerweile ist es mehr als ein Jahr her, dass es in der Tinner Dose, einem mit ca. 3.200 ha großen Moorgebiet nordnordöstlich der Stadt Meppen,brannte. Mittlerweile wurde zwar der Schießbetrieb auf der Fläche eingeschränkt wieder aufgenommen, doch diverse vorgesehene Maßnahmen zur Vermeidung solcher Großbrände sind erst teilweise umgesetzt. Dazu gehören unter anderem die Schaffung weiterer Löschwasserentnahmestellen oder Tiefbohrbrunnen.

Bereits während der NABU-Landesvertreterversammlung (am 21. September 2019 in Rinteln) sprachen sich die Delegierten des NABU dafür aus, dass die Bundeswehr als Betreiberin des Schießplatzes und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) sich ihrer Verantwortung stellen und umgehend für einen Ausgleich der umfangreich zerstörten Biotope und der Kohlenstoffemissionen sorgen müssen.

Dabei geht es nicht nur um die unwiederbringlichen Schäden für dieses einmalige Ökosystem, das bisher letzte so großräumige und noch leidlich intakte Hochmoor in Deutschland. Es geht auch um geschätzte CO2-Freisetzungen von womöglich 500.000 Tonnen.

In Zeiten der Klimakrise und des Artensterbens darf es nicht sein, dass sich der Bund hier womöglich aus der Verantwortung stiehlt. Denn es war unverantwortlich bei der letztjährigen Trockenheit die Schießübungen, die zum Brand des Gebietes geführt haben, überhaupt durchzuführen. Unverantwortlich war es auch, die für solche Fälle erforderlichen Löscheinrichtungen nicht einsatzbereit zu haben.

Um Umweltkatastrophen wie in der Tinner Dose zukünftig zu vermeiden, muss auf dem Gelände sofort mit umfangreichen Wiedervernässungsmaßnahmen begonnen werden, die durch Flächenarrondierungen am Rande des Schießplatzes optimiert werden. Darüber hinaus muss im Umfeld auf möglichst emsländischen Hochmoorböden entweder auf bisher intensiv landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen und/oder auf Torfabbauflächen, wo keine Klimakompensation für den abgebauten Torf vorgesehen ist, eine Hochmoorsanierung durchgeführt werden. Dazu müssen die Flächen vom Bund erworben und etwaige Torfabbaulizenzen abgekauft werden.

Vollständige Resolution zum Download: https://web.tresorit.com/l#LBJlPdSv4EDkpbVbTXDuBA


Text: PM NABU, Foto: Tinner Dose von Frank Vincentz GNU-Lizenz für freie Dokumentation