staatlich gezüchtet

7. September 2019

Um das illegale Geschäft mit Cannabis zu beenden, gehen die benachbarten Niederlande einmal mehr undogmatische Wege. Niederlande.Net, die  Informationsplattform aus Münster, weiß mehr über einen, auf vier Jahre angelegten Modellversuch:

Groningen, Tilburg, Breda, Maastricht, Almere, Arnhem, Nimwegen, Zaanstad, Heerlen und Hellevoetsluis sind als die niederländischen Gemeinden ausgewählt, in denen bald nur noch staatlich gezüchtetes Marihuana in Coffeeshops gekauft werden kann. Insgesamt hatten sich 26 Gemeinden für die Teilnahem am Experiment beworben, die vier großen Städte (Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Utrecht) hatten allerdings bekannt gegeben, dass sie aufgrund der Bedingungen des Experiments nicht teilnehmen werden. Sie fanden es nicht akzeptabel, dass alle Coffeeshops einer ausgewählten Gemeinde am Experiment teilnehmen müssen.

Nach vier Jahren soll die Situation in den zehn Experimentiergemeinden dann mit Kontrollgemeinden verglichen werden. Als sogenannte Kontrollgemeinden schlug die zuständige Kommission Zutphen, Tiel, Roermond, Midden-Groningen, Lelystad, Hoorn und Helmond vor. Die Kommission gibt außerdem zu bedenken, dass eigentlich eine der „Großen Vier“ am Experiment teilnehmen müsste. Daher soll och untersucht werden, ob beispielsweise Utrecht nicht doch mit modifizierten Konditionen am Experiment teilnehmen könnte.

Nach Ablauf des Experiments soll sein Erfolg an verschiedenen Faktoren bemessen werden. So soll beispielsweise geprüft werden, ob die Handelskette – vom Züchter bis zum Konsumenten – geschlossen gehalten werden kann und es zu keinen illegalen Lieferungen gekommen ist. Auch wird unter anderem der Cannabiskonsum in den jeweiligen Gemeinden evaluiert werde. Laut Knottnerus, Leiter der bereits genannten Kommission, sei das Experiment bereits positiv zu bewerten, wenn „es keine Verschlechterung gegenüber der jetzigen Situation ist“. Das würde nämlich bedeuten, dass die organisierte Kriminalität, die zum jetzigen Zeitpunkt Teil der Lieferkette für Coffeeshops ist, ins Abseits katapultiert werden konnte.

Die stattlichen Züchter, die übrigens nicht in den jeweiligen Gemeinden selbst ansässig sein müssen, sollen rund 15 Cannabis- und 10 Haschvarianten züchten, die dann zu einem „marktkonformen“ Preis angeboten werden: Nicht zu billig, damit der Marihuanakonsum nicht stimuliert wird, aber auch nicht zu teuer, sodass die Konsumenten Waren auf dem Schwarzmarkt kaufen werden.

Die drei Gemeinden Maastricht, Breda und Heerlen werden aufgrund ihrer Lage als Grenzgemeinden eingestuft und dürfen daher kein Marihuana an Ausländer verkaufen.

Durch die Bekanntgabe der jeweiligen Experimentiergemeinden hat das niederländische Experiment mit staatlichem Marihuana mehr Kontur bekommen. Der Aufbau und die voraussichtliche Durchführung sind aber bereits kritisiert worden. Die Anzahl an Gemeinden reiche u. a. nicht aus, um verlässliche, wissenschaftliche Ergebnisse zu bekommen.

Mehr über die niederländische Drogenpolitik und die vermeintliche Legalität von Marihuana kann im Niederlande.Net-Dossier Drogengesetzgebung in den Niederlanden nachgelesen werden.

unverpackt

7. September 2019

Kunststoffvermeidung gehört aktuell zu ganz großen Themen im Lebensmitteleinzelhandel. In der Werbung der marktbeherrschenden Ketten tauchte dieses Thema bislang aber kaum auf. Edeka ändert das nun – mit seinem Spot „unverpackt“.Mit seiner neuen Kampagne unterstreicht Edeka sein Engagement in Sachen Plastikreduktion. So verzichtet das Unternehmen ab sofort vollständig auf die Plastikfolie, mit der bislang noch ein Teil der Salatgurken eingeschweißt wurden – sowohl konventionell als auch Bio. (mehr…)

Selig

7. September 2019

Selig spielt Selig
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Heute, Sa 7.9. – 20 Uhr
Tickets 20 Euro

Selig sind „Die Besten“ ihrer Art. Anfang 1994 legten die Newcomer aus Hamburg mit dem selbstbetitelten Debut-Album einen erstaunlichen Schnellstart hin und schenkten den Freunden organischer Rockmusik so großartige Evergreens wie „Ohne Dich“, „Sie hat geschrien“ oder „Mädchen auf dem Dach“. Selig lieferten drei Alben-lang den poetischen Soundtrack für die Grunge-Generation der 90er und wurden für ihre energetischen Hippie-Metal-Shows gefeiert wie kaum eine andere Band der Republik.

Die zehnjährige Schaffenspause hat weder ihren Songs noch ihrem Sound geschadet.
Aus dem Stand gelang den fünf Seligen 2009 ein nahtloses Anknüpfen an die Gegenwart. Angekündigt durch eine ausverkaufte Tour im März, erreichte das Gold-Album „Und Endlich Unendlich“ Platz 5 der Charts. Über weitere drei Alben haben sich Selig so immer wieder selbst erneuert und mit extatischen Konzerten viele Menschen mitgenommen in ihre selige Welt. Dass Ende 2013 die englische Band Hurts „Ohne Dich“ covert, spricht für sich.

Für die Aufnahmen zu ihrem neuen Album hat sich die Band in die Abgeschiedenheit der schwedischen Westküste zurückgezogen. Inspiriert von der Natur und dem aufgewühlten Weltverhalten vertonten sie dort Bilderwelten, Momentaufnahmen und Traumsequenzen. Sie besonnen sich auf ihre spirituellen und organischen Wurzeln und lassen diese auch in den Albumtitel einfließen. „Kashmir Karma“ steht für ein Miteinander, das wie der Flügel eines Schutzengels über den Aufnahmen schwebt. Wer Selig kennt, wird sich an eben diese Wurzeln erinnern und die Verbindung zum Album „Hier“ feststellen können. Der Kreis schließt sich.
(PM Alter Schlachthof)