nicht genug

31. Juli 2019

„Deutschland tut nicht genug für den Klimaschutz“, sagt Steffen Bender vom Helmholtz-Zentrum im Gespräch mit tagesschau.de. Bei der Anpassung von Städten und Landwirtschaft an den Klimawandel sehe es aber noch schlechter aus. Hier ein Ausschnitt aus dem Inerview. Und denken Sie ruhig mal an unsere Mittelstadt mit oberzentralen Telfunktionen, also an Lingen (Ems).

„…tagesschau.de: Was müsste denn beispielsweise in den Großstädten getan werden?

Bender: Es müsste ein Umdenken in fast allen Bereichen stattfinden: Man kann nicht mehr alle Flächen in der Stadt bebauen. Man braucht zum Beispiel große Grün- und Wasserflächen unter anderem zur Kühlung. Man muss beispielsweise so planen und bauen, dass Verschattung eine wichtigere Rolle spielt. So gibt es sehr genaue und umfangreiche Kartierungen, die zeigen, wo Frischluft-Schneisen liegen, die kühlere Luft vom Umland in die Stadt führen. Solche Korridore darf man nicht bebauen, aber das wird immer noch gemacht. Damit stellt man der natürlichen Luft-Zirkulation in der Stadt quasi den Motor ab.

Es ist immer eine Abwägung: Will man eine gesunde Stadt, die auch bei steigender Wärme lebenswert bleibt – oder eine Stadt, die wächst? Bis jetzt ist es so, dass die Großstädte auf Wachstum setzen. Klimaanpassung wird gewissermaßen als Luxus betrachtet, den man sich angesichts des Mangels an Wohnraum nicht leisten will. In der Folge sieht es in allen größeren Städten in Bezug auf ihre Klimawandeltauglichkeit relativ schlecht aus.

tagesschau.de: Aber die Städte wissen doch um das Problem: Es wird doch vielerorts der Klimanotstand ausgerufen.

Bender: Es ist immer einfach, über Klimaschutz und Anpassung zu reden, wenn gerade extreme Ereignisse auftreten. Starkregen oder Hitzewellen merken Betroffene direkt – und dann sagen die verantwortlichen Entscheidungsträger: „Jetzt müssen wir was tun.“ Da werden dann ein paar Bäume gepflanzt. Aber erstens dauert es, bis sie ausreichend Schatten spenden, zweitens ist Begrünung zur Minderung der Folgen des Klimawandels im Stadtmaßstab etwas ganz anderes. Außerdem haben die meisten Maßnahmen, die geplant und umgesetzt werden müssten, zum Teil einen jahrelangen Vorlauf….“

Das gesamte Interview findet sich hier.


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Foto: Erde via Pixabay License

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