Twitter-Nutzer @kevinrizor hat heute Morgen im niedersächsischen Becklingenstand eine merkwürdige Entdeckung gemacht. Dort stand am Straßenrand so ein Dingen rum, das irgendwie nach Militär aussah. Er fragte dann auf Twitter, was genau das wohl sein könnte und ob die Polizei neuartige Blitzer hat.

Die ortsansässige Polizei hat den Fall geprüft und festgestellt, dass wohl die niederländische Armee, die dort hin und wieder Übungen macht das Teil dort vergessen hat. Eine Panzerabwehrlenkwaffe namens „Spike“. Aber, keine Panik, es soll sich in diesem Fall nur um eine Attrappe handeln. Und die kann man ja schon mal vergessen. Kann ja mal passieren. Wer kennt es nicht?

Guercœur

2. Juli 2019

Das Theater Osnabrück hat Albéric Magnards 120 Jahre alte Oper „Guercœur“ inszeniert. Der Dreiakterr ist heute noch aktuell.

Es ist, so die taz, der Abend der starken Bilder: Die schwarze Bühne, auf der nur einzelne Gesichter zu sehen sind, fast den ganzen ersten Akt hindurch, und am Ende, als dem toten Guercœur im Himmel das Leben zurückgegeben wird, bildet sich ein riesiger Kopf aus Licht, durchbohrt uns mit leerem Blick. Die blutige Reanimations-Szene, in der der wiedergeborene Guercœur zum zweiten Mal stirbt, getötet von seinen eigenen Anhängern, die von Kämpfern für die Demokratie zu Kämpfern für die Diktatur geworden sind: Ein Rettungsassistenten-Team legt eine Infusion, gibt Defibrillator-Schocks, setzt Spritzen.

Es ist der Abend der gesanglichen Brillanz: Bariton Rhys Jenkins, als Guercœur, bewältigt seine große Rolle mit Kraft und Präzision. Sopranistin Lina Liu, als Himmelswesen Vérité, legt in ihren Hoffnungsmonolog, in ihre Vision einer gerechteren, friedvolleren Welt, so viel Leidenschaft, dass dieser hochemotionale Verheißungs- und Sehnsuchtsmoment des dritten Akts der Höhepunkt der über drei Stunden ist, die Albéric Magnards Oper „Guercœur“ in Osnabrück dauert.

Es ist der Abend der Symbole: Die drei…

weiter bei der taz


Eine Vielzahl selten gespielter Opern jenseits des Kernrepertoires harrt noch ihrer Wiederentdeckung, da zahlreiche Komponisten aus verschiedensten Gründen in Vergessenheit geraten sind. Dazu zählt auch Lucien Albéric Magnard, dessen Werke zu Lebzeiten noch regelmäßig gespielt wurden, wenngleich er in seiner französischen Heimat auch nicht unumstritten war. Tragische Umstände verhinderten eine größere Verbreitung seiner Werke: Als Magnard 1914 sein Haus gegen deutsche Soldaten verteidigen wollte, wurde er erschossen und das Haus, in dem sich viele seiner Kompositionen befanden, in Brand gesetzt. Unter den verbrannten Noten befanden sich auch zwei Akte seiner Oper GUERCŒUR.

Zu Beginn der Oper ist der gleichnamige Titelheld bereits tot. Im Jenseits bittet er aber darum, wieder auf die Erde gelassen zu werden. Der Wunsch wird ihm gewährt, doch in seiner ehemaligen Welt haben sich einige Dinge verändert: Seine Frau hat einen neuen Geliebten und die Korruption blüht. Als sich Guercœur auflehnt und die Zustände ändern will, wird er abermals getötet – diesmal von seinen eigenen Leuten. Desillusioniert kehrt er ins Jenseits zurück. Es ist Magnards Komponistenkollegen Ropartz zu verdanken, dass GUERCŒUR dem Publikum noch immer zugänglich ist. Er rekonstruierte die verlorenen Akte und setzte das Stück 1931 in Paris wieder auf den Spielplan. Die Musik, die in ihrer Ästhetik stark an die deutsche Spätromantik erinnert, beeindruckt über 100 Jahre nach ihrer Entstehung und nach dem Tod ihres Schöpfers.

Regisseur Dirk Schmeding ist erstmals zu Gast am Theater Osnabrück. Die von ihm inszenierte Oper KOMA von Georg Friedrich Haas brachte ihm eine Nominierung für die ‚Beste Regie‘ in der Umfrage des Magazins Opernwelt ein.

Die Inszenierung der Oper ist die erste szenische Aufführung seit der Uraufführung im Jahr 1931 in Paris und zugleich die deutsche Erstaufführung.

(Foto: Lucien Albéric Magnard (1865-1914), gemeinfrei)