Bollwerk

17. Juni 2019

„Die kleine ostdeutsche Stadt Görlitz mit ihren 56. 000 Einwohnern an der polnischen Grenze hat es bewiesen: die Zivilgesellschaft lebt, das Bündnis der Anständigen ist stabil und nach wie vor mehrheitsfähig. Der CDU-Kandidat ist in Görlitz zum Oberbürgermeister gewählt worden, obwohl im ersten Wahlgang ein AfD-Mann deutlich vorne gelegen hatte. Zudem ein CDU-Mann, der mit seiner rumänischen Herkunft so gar nicht dem “biodeutschen” Herrenmenschenbild entspricht.

Zu verdanken hat es die Stadt den Grünen, die lange Zeit im Osten Deutschlands nur eine untergeordnete Rolle spielten. Weil die grüne Kandidatin, die im ersten Wahlgang erstaunliche 27,9 Prozent der Stimmen erhielt, den CDU-Mann zur Wahl empfahl.

Diese Wahl hat bewiesen, dass auch Osten nichts mehr ohne die Grünen geht. Nicht ist so falsch, wie die Wahlanalyse nach der Europa-Wahl, der Osten sein blau, sprich AfD, und nur der Westen grün.

In Wirklichkeit ist das Bild viel differenzierter. Grün kommt auch im Osten: 20,2 Prozent in Leipzig, 23,2 in Potsdam, 17,7 in Rostock, 20,4 in Jena und 17,7 Prozent in Dresen. Dies waren Ergebnisse der Europa-Wahl. Auch in Ostdeutschland gibt es ein Stadt-Land-Gefälle. In dem kleineren Kommunen schwächer, aber in den Großstädten und mittleren Städten stark –  so präsentierten sich die Grünen.

Und ihr Einfluss wird bei den drei Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen weiter steigen. Es wird in keinem Land möglich sein, eine Regierungskoalition jenseits der AfD ohne die Grünen zu bilden.

Sie sind das unverzichtbare Bollwerk gegen rechts. Und erhalten damit ein wichtige Rolle weit über das Thema Klimawandel hinaus.

(Die Analyse von Michael Spreng im Blog Sprengsatz)

Montag

17. Juni 2019

Es hat sich der Montags-Brauch entwickelt, Höhö-Nachrichten zu posten, bei denen es das eine oder andere Missgeschick schadenfroh zu sehen gibt. Heute (Sidestepp: am 17. Juni, der bekanntlich hierzulande von besonderer besondere Bedeutung und daher weiterhin wichtig ist,) will ich davon abweichen und der Leserschaft diese Wochenauftakts-Geschichte berichten:

Kurz nachdem Albert Einstein 1921 den Nobelpreis für Physik erhalten hatte, befand sich der große Physiker auf einer Vortragsreise in Japan. In Tokio überbrachte ihm ein Hotelbote im Imperial Hotel eine Depesche. Einstein wollte ihm ein trinkgeld geben, das der Bote nicht annehmen wollte.; es lag wohl daran, dass der Mann entsprechend japanischer Sitte- so etwas nicht wollte. Da gab Einstein dem Mann statt ein paar Münzen einen kurzen, mit der Hand geschriebenen, persönlichen Ratschlag, wie man ein glückliches Leben führt.

Die datierten und unterschriebenen drei Zeilen, lauten: „Stilles bescheidenes Leben gibt mehr Glück als erfolgreiches Streben verbunden mit beständiger Unruhe“

Der Sinnspruch wurde vor einiger Zeit für knapp 1,6 Mio Euro im Auktionshaus Winner’s n Jerusalem von einem europäischen Sammler ersteigert.

Der japanische Verkäufer des Sinnspruchs Schriftstücke ist ein Nachfahre des Hotelboten. Einstein, wusste er zu berichten, habe seinem Vorfahren damals gesagt: „Wenn Sie Glück haben, werden diese Zeilen irgendwann viel mehr wert sein, als ein simples Trinkgeld.”

In diesem Sinne: Seid lieb zu Euren Briefträgern, Paket- und sonstigen Boten, und vergesst das Trinkgeld nicht oder jedenfalls etwas Überdauerndes, das irgendwann viel mehr wert ist…

(Quellen SPON, Quartz, phys.org, Foto: Winner’s)