Eva Stories

2. Mai 2019

Der instagram-Account Eva Stories erzählt furios die Geschichte eines jungen Mädchens während des Holocausts und zwar so, als ob es damals Smartphones und Instagram gegeben hätte. Eva, deren Geschichte zu sehen ist, gab es wirklich. Der Account basiert auf den Tagebüchern von Éva Heyman, einer 1931 geborenen ungarischen Jüdin. Im Herbst 1944 wurde sie in Ausschwitz ermordet. Vor der Deportation in das Vernichtungslager hatte sie ihr Tagebuch einem Nachbarn gegeben.

In insgesamt 70 Instagram-Stories, kurzen Video- und Bildergeschichten, wird das Schicksal Eva Heymans vom Einmarsch der Wehrmacht in Ungarn bis zur Deportation nach Auschwitz erzählt. Die 13-Jährige wird von einer Schauspielerin dargestellt, die das Geschehen selbst filmt. Die Eva-Stories wurden komplett mit dem Smartphone aufgenommen.

Der israelische Tecnologieh-Millionär Mati Kochavi ha -unterstützt von seiner Tochter Maya- dieses Tagebuch für Instagram in Bilder umsetzen lassen. Gedreht wurde in der Ukraine, über 400 Menschen waren beteiligt. die Reaktionen auf das Projekt sind nicht nur positiv. Yad Vashem, das offizielle Holocaust-Gedenk-Zentrum Israels, zeigte sich dem Projekt gegenüber offener als traditionelle israelische Medien: Social Media zur Erinnerung an den Holocaust zu verwenden sei „legitim und wirkungsvoll“, schrieb die New York Times.

Auf Twitter tauschen sich Nutzer*innen unter #evastories über das Filmprojekt aus und diskutieren darüber. „Großartiges Projekt“, „ein ganz neues Genre“ oder „unglaublich kreativ und bewegend“, heißt es dort. Doch auch Fragen wie „Trivialisierung oder neuer Weg?“, werden gestellt. Ein Twitter-Nutzer schreibt: „Was mir übrigens fehlt, ist eine Reflexion darüber, für wen Eva die Stories macht. Sie bekundet zwar irgendwann ihren Willen, alles dokumentieren zu wollen, aber für wen bleibt unklar. Wer sollen denn ihre Follower sein?“

Anscheinend aber geht das Vorhaben der Macher*innen des Projekts auf: Evas Geschichte auf Instagram sorgt derzeit für viele Diskussionen und erzeugt eine Aufmerksamkeit für den Holocaust, also für etwas, das niemals vergessen werden darf.

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(Quellen: Tagesschau, ze.tt, Bento)

Helene Bockhorst

2. Mai 2019

Helene Bockhorst
Die fabelhafte Welt der Therapie
Lingen (Ems) – Central Kino, Marienstraße 8

Sa 4. Mai – 20 Uhr
Karte 15 €

„Welche positiven Auswirkungen hat eine schlechte Kindheit? Wie exhibitionistisch darf eine Frau sein? Was haben Sex und Kartoffelsalat gemeinsam? Und warum beteiligt sich niemand am Crowdfunding für meine Brustvergrößerung – es hätten doch am Ende alle etwas davon? In meinem Soloprogramm stelle ich mich schonungslos selbst in Frage und präsentiere Geschichten, die lustig sind – sofern man sie nicht miterleben musste.

Es geht um psychische Auffälligkeiten und Schwierigkeiten in sozialen Situationen; um Onlinedating, Sex, Missgeschicke und immer wieder um die Frage: Warum passiert das ausgerechnet mir? Mit meinen Auftritten therapiere ich mich selbst und andere, indem ich alles ausspreche, was schon immer mal gesagt werden musste – und noch einiges darüber hinaus, denn sicher ist sicher.“

Die Hamburgerin Helene Bockhorst ist eine deutsche Kabarettistin, Poetry Slammerin und Autorin. Im vergangenen Jahr gewann sie als erste Frau den Hamburger Comedy Pokal.