Sicherheitswahn

15. April 2019

Niedersachsen sollten wissen, was als nächstes auf sie zukommt in unserem Land, in dem der Sicherheitswahn längst alles hinter sich lässt. die Niedersachsen sollten nach Sachsen schauen. Netzpolitik.org berichtet:

„Im sächsischen Landtag wurde jetzt ein neues Polizeigesetz beschlossen. Damit werden Online-Anbieter verpflichtet, noch mehr Daten über ihre Kund:innen auf Anfrage der Polizei herauszugeben. Zudem darf die Polizei Bewegungsprofile von Personen erstellen, die sie einer schweren Straftat verdächtigt. Grüne und Linke kündigten Klage an.

CC-BY-SA 3.0 OSM

Die schwarz-rote Landesregierung in Dresden hat heute ein Gesetz beschlossen, das sächsische Polizistinnen und Polizisten mit neuen Befugnissen zur Überwachung im Gefahrenvorfeld ausstattet. Dazu zählt die Herausgabe von Daten durch Internetanbieter, die Standortüberwachung mittels elektronischer Fußfessel und die Erstellung von Bewegungsprofilen. Das Polizeigesetz wird seit einem Jahr verhandelt und gilt als eines der wichtigsten Gesetzesvorhaben in dieser Legislaturperiode.

Im Innenausschuss sagte die Sachverständige Maria Scharlau, dass die „drohende Gefahr“ in Sachsen zwar nicht wörtlich, aber de facto eingeführt wird. Das heißt: Polizist:innen dürfen überwachen „lange bevor es ‚brenzlig‘ wird“. Bislang musste zumindest eine konkrete Gefahr vorliegen. Zukünftig genügt es, wenn beispielsweise das Verhalten einer Person die Annahme rechtfertigt, dass sie eine schwere Straftat begehen will und kann. Scharlau kritisierte, dass die Formulierung unklar und deshalb für die Praxis untauglich ist: „Für die Bürger:innen ist nicht vorhersehbar, welches Verhalten sie ins Visier der Polizei bringt. Rechtssicherheit sieht anders aus.“

Herausgabe von Kund:innendaten

Polizeiliche Überwachungsmaßnahmen dürfen mit dem neuen Gesetz an nahezu jedem Ort durchgeführt werden. Explizit erlaubt ist das heimliche Aufzeichnen von Gesprächen in Privatwohnungen, egal ob es sich um die Wohnung der Person handelt, die einer zukünftigen Straftat verdächtigt wird oder nicht. Neben der klassischen Observation darf die Polizei auch verdeckte Ermittler:innen einsetzen.

Die Polizei kann künftig Daten über Kund:innen von nahezu jedem Dienstanbieter im Internet verlangen, also neben Providern auch sogenannte Telemedienanbieter. Dazu zählen Suchmaschinen, Datingseiten und Webshops. Die Anbieter müssen der Polizei dann beispielsweise Anschrift, Geburtsdatum und Kontoverbindung der Kund:innen aushändigen. Von Providern können die Ermittler:innen zudem vergangene und zukünftige Standortdaten eines Handys, Zeitpunkt von ein- und ausgehenden Telefonaten und den Inhalt von Telefongesprächen, SMS und unverschlüsselten E-Mails verlangen.

Bewegungsprofil durch die Stadt

Die sächsische Polizei darf zudem Bewegungsprofile von Personen erstellen, die sie einer zukünftigen schweren Straftat verdächtigt. Sollten nicht ohnehin ausreichend Standortdaten vorliegen, kann die Polizei zu diesem Zweck IMSI-Catcher zur Standortermittlung und elektronische Fußfesseln zur dauerhaften Standortüberwachung einsetzen. Die Erstellung von Bewegungsprofilen unterliegt zwar einem Richtervorbehalt, doch generell gilt: „Soweit dies zur Erfüllung des Überwachungszwecks erforderlich ist, dürfen die erhobenen Daten zu einem Bewegungsbild verbunden werden.“ Die Erstellung von Bewegungsprofilen aus Standortdaten ist nicht auf den Verdacht auf terroristische Straftaten beschränkt, sondern gilt beispielsweise auch für den Verdacht auf Straftaten gegen „Sachen von bedeutendem Wert“.

Der Einsatz von Staatstrojanern ist der sächsischen Polizei weiterhin nicht erlaubt. Die Sozialdemokraten hatten entsprechende Begehrlichkeiten von Polizeigewerkschaften, CDU und AfD zurückgewiesen.

Gesichtserkennung in halb Sachsen

Die Polizei darf darüber hinaus im 30-Kilometer-Umkreis zu Polen und Tschechien an Straßen Videoüberwachung mit Gesichtserkennung einsetzen. Die Landesregierung will damit zur polizeilichen Beobachtung ausgeschriebene Personen erkennen. In diesem Radius sind schätzungsweise 50 % der Fläche von Sachsen inbegriffen, darunter einige wichtige Städte. Unklar ist bislang, mit welchen Datenbanken die automatisierte Gesichtserkennung abgeglichen werden soll.

Fast das halbe Bundesland und Teile der Städte Chemnitz und Dresden liegen in der 30-Kilometer-Zone von der Grenze. Sachsens Demokratie

„Vom Landtag zum Gericht“

In den letzten Monaten gab es Proteste gegen die geplanten Überwachungsbefugnisse, zuletzt wurde am Montag in Dresden demonstriert. Organisiert wurden die Demonstrationen und Infoveranstaltungen von einem Aktionsbündnis, dem neben Vereinen auch die Oppositionsparteien Linke und Grüne sowie Jusos angehören.

Wie umstritten die Befugnisse sind, zeigte sich am Abend im Landtag: Das Gesetz wurde zwar nach mehrstündiger Debatte in einer namentlichen Abstimmung mit 74 Dafürstimmen, 34 Gegenstimmen und 9 Enthaltungen angenommen. Doch unmittelbar im Anschluss gaben zahlreiche Abgeordnete eine persönliche Erklärung ab, darunter über 20 Linksabgeordente und ein CDU-Abgeordneter.

Grüne und Linke kündigten bereits an, vor das Verfassungsgericht zu gehen und das Gesetz in Form einer Normenkontrolle überprüfen zu lassen. Das „Neue Deutschland“ titelte deshalb: „Direkt vom Landtag zum Gericht“.“


Quelle: Marie Bröckling auf Netzpolitk.org  Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Passenger

15. April 2019

Passenger
Einziges Deutschlandkonzert
Lingen (Ems) – EmslandArena
Do 18.04. – 20 Uhr
Karten ab 37,55 €

Bereits im September hat Passenger auf seiner immerwährenden Reise rund um die Welt seine unzähligen Fans entzückt und bei einem umjubelten Auftritt auf dem Reeperbahn Festival, neue Freunde gefunden. Er hat die Zuhörer solo und nur mit einer Gitarre begeistert, da er nebenbei ein großartiger Frontmann ist. Zuletzt hat er mit der jüngsten Platte „Runaway“ vom August wieder eine Band mit großartigen Musikern zusammengestellt und mit reichlich Americana-Einflüssen, Lap-Steel-Gitarre, Mandoline, Banjo von einem Trip durch die Weiten der USA erzählt.

Das kommt nicht von ungefähr – zunächst war Passenger der Name von Mike Rosenbergs Combo, bevor er daraus das gleichnamige Solo-Projekt entwickelte und als Straßenmusiker durch die Welt, die Clubs und Kneipen zog. Irgendwann kam dann der Mega-Hit „Let Her Go“, der inzwischen sage und schreibe 2,1 Milliarden Youtube-Aufrufe verzeichnen kann, unzählige Touren, unter anderem mit seinem Jugendfreund Ed Sheeran, und mit all dem der ganz große Erfolg.

Passenger ist also in formidabler Lage, gleich aus zwei fantastischen Sets auswählen zu können: Er kann mit seiner Band rocken oder als Solist das Publikum, wie nur wenige andere Künstler, in seinen Bann ziehen – genau wie zuletzt im September. Jetzt hat er bestätigt, dass er im April für eine weitere Show zurück nach Deutschland kommt, um nur mit der Gitarre und seinen gefühlvollen Songs ein intimes Konzert in Lingen zu geben.

Vorneweg:
KEN YATES wird Passenger in Lingen supporten. Absolut empfehlenswert!