stiften gehen

19. März 2019

„Die angekündigte Gründung der ‚Bernd-Rosemeyer-Stiftung‘ ist bis heute nicht erfolgt“, hieß es in der „Lingener Tagespost“ vor etwas mehr als einem Jahr – am 1. März 2018 (paywall!) Jetzt ergab eine aktuelle Recherche, „dass es im Bezirk Weser-Ems keine rechtsfähige Stiftung mit diesem Namen gibt“,  und auch nicht in Berlin oder München. Also immer noch nichts. Darf man das jetzt „stiften gehen“ nennen?

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Scheint Stifter Heinrich Liesen also entgegen aller öffentlichen Beteuerungen auf die schon 2013 (!) mit großem Bahnhof vorgestellte „Bernd-Rosemeyer-Stiftung“ ganz zu verzichten? Bisher jedenfalls. Aus dem Umfeld der Museumsleute höre ich, „dass die Stiftung – wenn ihre Gründung (überhaupt) ernsthaft in Angriff genommen wurde – an der Anerkennung durch das Innenministerium gescheitert ist“. Es sei bekannt, „dass die Aufsichtsbehörden derzeit aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase eine Kapitalausstattung in erheblicher Höhe verlangen“. Unter diesen Umständen  muss der Stiftungsgründer natürlich erst einmal bereit sein, das hohe Kapital zu liefern.

Tatsache ist, dass Liesen die Öffentlichkeit mehr als fünf Jahre lang nicht zutreffend informiert hat. Kritiker des Projekts sprechen daher längst von Täuschung. Nicht wenige Lingener, unter ihnen damals auch OB Dieter Krone, der inzwischen längt zurückgerudert ist, nahmen vor sechs Jahren an einer angeblichen Gründungsfeier teil. Der von Motorsportfan Heinrich Liesen inszenierte Fake war noch nicht durchschaubar. In der Folge kam es auch zu mehreren „Events“  (z.B. Oldtimer-Rallyes) in Lingen, als deren Veranstalterin die (nicht existente) „Bernd-Rosemeyer-Stiftung“ firmierte. Ob hierbei geltendes Recht beachtet wurde, ist nicht geklärt.

Und was ist von dem 2018 noch einmal bekräftigten Versprechen zu halten, Zweck der Stiftung sei die Förderung von „Sportveranstaltungen, … von Sportlern mit Handicaps“  und die Unterstützung „von alleinerziehenden Müttern“? Muss man nicht fragen, ob – mit der Stiftung insgesamt – auch diese, durchaus honorigen Stiftungsziele auf der Strecke geblieben sind?

Es bleibt also bislang nur ein Verein. Dieser wurde im Frühjahr 2018 gegründet und besteht aus Mitarbeitern und Vertrauten Heinrich Liesens. Der Verein ist inzwischen vorläufig als gemeinnützig anerkannt und zwar mit dem Zweck einer „Förderung von Kunst und Kultur“. Inwiefern die museale Glorifizierung eines aus Lingen stammenden SS-Hauptsturmführers mit „Kunst und Kultur“ zu tun haben soll, bleibt das Geheimnis des Museumsträgers und -in erster Linie- des Lingener Finanzamtes – übrigens auch angesichts dieses, gegen eine  kritische NGO gerichteten BFH-Urteils

Letztlich schreib‘ ich in dieses „Update“ in Sachen Museum auch noch meine Aufforderung hinein, die ich nach dem Podiumsgespräch im vergangenen Herbst im Ludwig-Windthorst.Haus Heinrich Liesen beim Hinausgehen sagte: „Heinrich, du bis doch ganz vernünftig, also lass‘ den Scheiß!“

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