Nel Aerts

9. März 2019

Nel Aerts
„Der Schlangenbeschwörer“
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a

Ausstellung vom 10. März bis 12. Mai 2019
Eröffnung: Heute, 09.12. 19 Uhr

Die neue Ausstellung in der Lingener Kunst-/Halle IV ist ein Premiere für unsere Kunsthalle. Zusammen mit dem Westfälischen Kunstverein, Münster (Westf), präsentiert Kuratorin Meike Behm ein künstlerisches Tandem. Denn neben der wunderbar inszenierten Präsentation der Arbeiten von Nel Aerts in Lingen stellt die 31jährige belgische Künstlerin aus Antwerpen gleichzeitig auch im Westfälischen Kunstverein Münster aus. Dort wurde bereits gestern Abend die Ausstellung „Haus der Wanderer“ eröffnet. Beide Ausstellungen ergänzen sich inhaltlich und formal, und es werden gegenseitige Besuche mit geführten Rundgängen an beiden Orten angeboten*.

Die Lingener Ausstellung mit dem Titel „Der Schlangenbeschwörer“  stellt alle verschiedenen Teile der künstlerischen Praxis von Nel Aerts vor. Zu sehen sind große neue Textilarbeiten, die speziell für die Kunsthalle gefertigt wurden. Auf einer großen Bühne werden eine Auswahl an älteren Super-8-Filmen gezeigt, innerhalb derer die Künstlerin kurze Aktionen durchführt. Auf der Bühne werden ebenfalls großformatige neue Collagen zu sehen sein. Das Medium der Collage bildet einen sehr aktiven Teil von Nel Aerts‘ Praxis und stellt oft die Grundlage für ihre Bilder dar. In einem Teil des Ausstellungsraums wird eine Auswahl dieser Bilder aus den vergangenen Jahren zu sehen sein, sie werden ergänzt durch aktuelle Skulpturen aus Kerzenwachs.

Gleich zu Beginn der Ausstellung kann man durch einen kleinen Tunnel gehen, in dem  Graphitzeichnungen und neu angefertigte Tapeten präsentiert werden. Außerdem werden einige autonome Werke zu sehen sein. Eine Ausgabe mit dem Titel „The best couples in the world (like salt and pepper)“, die rund 50 Poster der persönlichen Salz- und Pfefferkollektion von Nel Aerts enthält, wird vorgestellt. Teil der Ausstellung ist auch ein Selbstbildnis namens „Boomhanger“ und ein Bild der Künstlerin mit ihrem Mann, dem Künstler Vaast Colson.

Insgesamt erlebt man  eine fröhliche Kunstdarbietung, die man locker, nicht allzu getragen-ernst nehmen soll. Mir hat’s bei der „Previwe“ am Donnerstagabend gefallen.

In Münster verwandelt Nel Aerts den Westfälischen Kunstverein in ein „Haus der Wanderer“, eine Herberge, einen Ort, wo Reisende, Wandelnde, Besucher*innen auf eben jene temporären Bewohner*innen treffen, die die Künstlerin im Kunstverein einquartiert hat. Diese „Bewohner*innen“ begegnen uns in ihren Gemälden, Collagen und Zeichnungen, wo sie in ihrer mal absurden, mal anrührenden Figürlichkeit mit abstrakt-flächigen Mustern wetteifern. Dass Reisen nicht immer geografisch bemessen werden müssen, sondern auch Sprünge und Entwicklungen im Innern beschreiben können, ist Teil von Nel Aerts‘ künstlerischer Praxis, die darin auch immer wieder sich selbst und die Erwartungshaltungen an eine Künstlerpersönlichkeit reflektiert.

Für die Ausstellung im Westfälischen Kunstverein hat Aerts rund ein Dutzend neue Malereien und etwa 25 neue Zeichnungen und Collagen geschaffen, die sie in Anlehnung an klassisch-museale Gemäldegalerien in strenger Hängung und mit zugehörigem, ebenfalls von ihr entworfenem Sitzmobiliar präsentiert wird. Zudem produzierte die Künstlerin ein neues Video vor Ort, das, auf die Fensterscheibe des Foyers projiziert, auch vor allem in den Abend- und Nachtstunden sowie von außen zu sehen ist.

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Die Künstlerin Nel Aerts (geb. 1987 in Turnhout, Belgien, lebt in Antwerpen) studierte am Heilig-Grafinstitute in Turnhout und absolvierte ihren Master in Kunst an der Royal Academy of Fine Arts in Gent (BE). Sie präsentierte ihre Werke in Einzelausstellungen u.a. in der Carl Freedman Gallery in London und in der Plus One Gallery in Antwerpen und nahm an Gruppenausstellungen u.a. im NICC in Brüssel, in der Kunsthalle Wien und im Astrup Fearnley Museum in Oslo teil. Ihre nächste Einzelausstellung richtet ihr 2019 das Museum M in Leuven aus.


Münster: Kuratorinnenführungen mit Kristina Scepanski (eigene Anreise) 
Samstag, 30. März um 12 Uhr und Dienstag, 7. Mai um 18 Uhr
(gemeinsam mit Kristina Scepanski (Westf. Kunstverein) und Meike Behm, Direktorin Kunsthalle Lingen)

Lingen: Gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung (eigene Anreise)
mit den Direktorinnen Meike Behm (Kunsthalle Lingen) und Kristina Scepanski (Westf. Kunstverein) zur BARDO (Bar am Donnerstag) mit Getränken und Imbiss
Donnerstag, 4. April um 18:30 Uhr (BARDO ab 18.00 Uhr)