denunzieren

3. Dezember 2018

Das von mir durchaus geschätzte Zentrum für politische Schönheit ruft mit seiner Aktion „SOKO Chemnitz“ zum Denunzieren auf.

Fefe schreibt:  „Die haben sich auch ihre Gerechtigkeit mit ‚aber das trifft doch bloß Nazis, die kann ich eh nicht leiden‘ weggeballert. Und werden sich noch umdrehen, wenn die Identitären das jetzt gegen linke Demonstranten anwenden, und keiner kann dagegen was sagen, weil wir das ja auch beim ZPS geduldet haben.

Die rufen zum Denunzieren von Leuten auf, die auf Nazi-Demos mitdemonstriert haben. Die soll man bitte bei ihren Chefs anschwärzen, damit sie den Job verlieren. Und das ZPS hat ein Büro in Chemnitz eröffnet, von dem sie sagen, dass man da Geld kriegt, wenn man Leute denunziert. Von dem Teil nehmen ich an, das das Getrolle ist. Und ich vermute auch, dass sie eventuell reinkommende Denunziationen vernichten und nicht weiterleiten würden, weil das sonst sehr teuer werden könnte mit der DSGVO und so. Die Ausrede wird wieder „Kunst“ sein. Und wenn sie damit durchkommen, erwarte ich von den Nazis Gegen-„Kunst“. Das wird bestimmt ganz furchtbar. Wie bei „Auge um Auge“. Am Ende sind alle blind.

Inzwischen droht das Jüdische Forum mit rechtlichen Schritten, weil es seine Zustimmung für die Nutzung seiner Bilder explizit nicht erteilt hatten. Ein anderer Leser sieht Parallelen zum Internetpranger der Hamburger Polizei zu G20 und findet es nicht in Ordnung, wie die Bevölkerung andere Maßstäbe anlegt.“

Update vom 5. Dezember

So ist es.😣

Shell koppelt

3. Dezember 2018

Die Erderhitzung ist unaufhaltsam. Wie das IPCC ausgerechnet hat, würde ein Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius dramatische Folgen haben: Extremwetterlagen, Waldbrände, Überschwemmungen, Korallensterben – all das ist abzusehen, wenn nicht bald gehandelt wird. Aus diesem Grund treffen sich dieser Tage Staats- und Regierungschefs von fast 200 Ländern im polnischen Kattowitz, um über die globale Klimapolitik zu entscheiden. Nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft kommen erste Steine ins Rollen. Der Managerbonusniederländisch-britische Öl- und Gaskonzern Shell will etwa eine Vorreiterrolle übernehmen und den CO2-Ausstoß kräftig reduzieren. Für dieses Ziel soll die Aktionärsversammlung von Shell jetzt eine wegweisende Entscheidung treffen: Ab 2020 will der Konzern die Managerboni an den CO2-Ausstoß des Konzerns koppeln.

Bereits 2015 wurde mit dem Pariser Klima-Abkommen ein erster Meilenstein im globalen Klimaschutz erreicht: Die Staaten weltweit einigten sich darauf, alles dafür zu tun, um die Klimaerhitzung auf unter 2 Grad Celsius zu drücken. Jetzt soll in Kattowitz, mitten im polnischen Kohleabbaugebiet, über ein Rulebook abgestimmt werden, das konkrete Maßnahmen für die Staaten zur Verwirklichung der Ziele im Pariser Abkommen vorgibt. An den Verhandlungen ist auch eine niederländische Delegation beteiligt und Premier Mark Rutte (VVD) wird eine Rede auf dem Klimagipfel halten. Indes erfährt der Klimagipfel deutlichen Druck von der Straße: Am Wochenende demonstrierten mehrere Zehntausenden Menschen zeitgleich in Köln und Berlin für eine weltweit beherztere Klimapolitik. Übertroffen wurden die deutschen Demonstrationen vom Klima-Protest auf den Straßen Brüssels. Dort demonstrierten 65.000 Menschen für größere Anstrengungen im Klimaschutz. Die Brüsseler Polizei sprach gar von der größten Beteiligung an einer Klimaschutz-Demo in der Geschichte Belgiens.

Die Richtung ist klar, auch gibt die Politik Maßnahmen vor – die Frage ist aber, wie sie von der Wirtschaft umgesetzt werden können. Fakt ist nämlich, dass die Industrie den menschengemachten Klimawandel maßgeblich antreibt. Dessen ist sich der Ölriese Shell bewusst. Shell gab schon 2017 bekannt, im Sinne der Pariser Vereinbarung die CO2-Emissionen des Konzerns bis 2050 zu halbieren. Wie die Tageszeitung Trouw bereits im Mai meldete, nimmt Shell somit eine Vorreiterposition in der Wirtschaft ein. Für kritische Aktionäre, die sich unter dem Namen Follow This organisieren, ist die betriebsinterne Klimapolitik aber nicht weitreichend genug. Die Aktionärsgruppe stützt sich dabei auf Berechnungen von Wissenschaftlern, nach denen der CO2-Ausstoß bis 2050 auf null reduziert werden müsse, um die Welt vor einer desaströsen Klimakatastrophe zu schützen.

Auch nach dem internen Streit bleib unklar, wie ernst Shell es mit dem neuen, weitaus grüneren Firmenimage meint. Bis heute kann der Konzern nicht vorlegen, mit welchen kurz- und mittelfristigen Zielen er den CO2-Ausstoß zu halbieren gedenkt. Aus diesem Grund macht eine weitere Aktionärsgruppe namens Climate Action 100+ nun Stimmung. Bei Climate Action 100+ sind vor allem Großaktionäre wie Vermögensverwalter, Rentenfonds oder Versicherungen organisiert, die es auf eine stolze Aktiensumme von 32 Billionen Euro bringt. Besonders engagiert bei Climate Action 100+ ist etwa der Rentenfonds ABP, der sich für eine Kopplung der Managerboni an den CO2-Ausstoß aussprach. Durch dieses neue Belohnungssystem wären rund 1.200 Mitarbeiter im Topmanagement betroffen. Konkret bedeutet die Neuregelung, dass die Managerboni schmelzen, sobald der CO2-Ausstoß des Unternehmens steigt. Reduziert Shell hingegen die Emissionen, verdienen die Manager mehr. Stimmt die Aktionärsversammlung zu, tritt die Boni-Kopplung 2020 in Kraft.

Beim Spitzenmanagement traf die Aktion auf offene Ohren. Shell-CEO Ben van Beurden nannte die Neuregelung „fortschrittlich“: „Wir haben eine Methode gefunden, um langfristige Klimaziele in kurzfristige Klimaziele zu übersetzen und dies in unser Belohnungssystem einzubauen“, so Van Beurden gegenüber der niederländischen Rundfunkanstalt NOS. Nun hofft Climate Action 100+, dass auch andere Großkonzerne diesem Beispiel folgen. Auch der Rentenfonds ABP, der federführend an der Ausarbeitung beteiligt war, möchte seine eigenen Aktionäre zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2020 bewegen. Shell selbst hat überdies angekündigt, die Mitgliedschaften in Lobby-Organisationen zu evaluieren. Im ersten Quartal 2019 wird der Ölkonzern bekanntgeben, aus welchen Lobbys er austreten will.

(Quelle: NiederlandeNet)

non grasso

3. Dezember 2018

Gunnar Kopp hatte zeitlebens mit Öl zu tun. So könnte ich den Beitrag beginnen, was allerdings doch reichlich flach wäre. Tatsächlich ist der frühere Manager und Geschäftsführer des ehemaligen Lingener Hightech-Öl-Unternehmens Kopp Internatonal Pipeline Services nach Zwischenstationen im texanischen Houston und in Mexiko längst dort gelandet, wo es für Europäer eigentlich am Schönsten ist: in der italienischen Toskana. Dort hat er rund 1000 Olivenbäume und erntet die Früchte des Ölbaums, um daraus allerfeinstes Olivenöl herzustellen.

Mitte  November beendete Familie Kopp ihre diesjährige Olivenernte und holte das letzte Olivenöl aus der Mühle – wegen des vielen Regens in Norditalien im Sommer und Herbst zehn Tage später als im letzten Jahr.  Schon im Februar hatten zwei Wochen lang starker Wind bei durchgehend -13ºC Frost fast 300 Bäumen den Garaus gemacht! Gunnar Kopp: „Nach 25 Jahren liebevoller Pflege ging das ganz schön ans Gemüt.“

Der Farmer war auch wenig zuversichtlich, was die diesjährige Ernte betraf.  Aber als wenn sich die überlebenden Bäume untereinander abgesprochen hätten, trugen sie bei der Ernte  fast doppelt so viele Früchte wie in einem “normalen” Jahr – und dies bei deutlich höherem Ölgehalt.  Gunnar und seine aus Kanada stammende Frau Beverley,  können also alle Freunde und Kunden mit ihrem 1a-Olivenöl bedienen.

Sie schreiben: „Das ist die gute Nachricht.  Die noch bessere Nachricht ist, dass die Qualität unseres Öls sensationell hoch ist.  Die Analysen ergaben einen kaum messbaren Säuregehalt von nur 0,05%!  Zur Erinnerung: Erlaubt sind < 0,8% um “Extra Vergine” zu erhalten. Und geschmacklich ist das diesjährige Öl wie immer hervorragend, angenehm leicht, non grasso und “pizzicato” im Abgang, wie es sich für ein junges, ungefiltertes, extra vergine Olivenöl von Carpineta gehört.
Einen Wermutstropfen gibt es aber. Denn ein Weihnachtsgeschenk für Hobbyköche und Feinschmecker kann das kalt gepresste Olivenöl (Olivenöl ist übrigens immer kalt gepresst..) aus der Toskana schon deshalb nicht sein, weil es erst Anfang Februar 2019 ausgeliefert wird, „wo immer es möglich ist persönlich“, betont Gunnar Kopp und bietet –natürlich nicht billig– an
– einen 5-Liter Kanister für 110,00 €, 
– einen 3-Liter Kanister für 70,00 €,
– und die 1-Liter Flasche für 25,00 €.
Auf Wunsch gibt es auch 1-Liter Leerflaschen beziehen, die die Käufer dann für eigene Zwecke (Geschenke, Familie, etc.) abfüllen können.
 
Ich empfehle bei Interesse, rechtzeitig zu bestellen. Mehr hier.
(Fotos: © Gunnar Kopp)

 

umgekehrter

3. Dezember 2018

Das Hilfsprojekt:

„Umgekehrter Adventskalender – Einpacken statt Auspacken“

Montag

3. Dezember 2018

Is‘ schon wieder Montag? Offenbar!