Leif de Leeuw Band

30. November 2018

Leif de Leeuw Band
49767 Twist – Heinathaus, Flensbergstraße 11

Samstag, 1. Dezmber – 20 Uhr

VVK: 16€ / AK: 19€

Diabetes an die kurze Leine

30. November 2018

Ungefähr jeder zehnte Deutsche leidet an Diabetes.1 Diese Krankheit lässt sich nicht so einfach heilen wie ein Schnupfen. Doch so mancher Diabetes-Patient konnte bereits Abschied nehmen von Spritzen, Medikamenten und Übergewicht. Die Erkrankung bleibt bestehen; doch wer sich von ihrem Joch befreien möchte, muss oft nur seinen Lebenswandel ändern, kann dafür den Spieß umdrehen und den Diabetes an die kurze Leine zwingen.

Seit 2009 veröffentlicht Felix Olschewski (Foto lks) in seinem Blog Urgeschmack Hinweise auf einen solchen Lebenswandel. Er schreibt: „Geplant war das nie. Mein Anliegen war stets die Verknüpfung gesunder Ernährung mit Nachhaltigkeit und Genuss. Allerdings deckt sich meine Herangehensweise mit einer Ernährung, die Diabetikern hilft. Der beste Beweis sind…“

Weiterlesen bei Urgeschmack:

Viva la Vulva

30. November 2018

Horizont.net informiert:
„Die skandinavische Damenhygienemarke Libresse und ihre Londoner Werbeagentur AMV BBDO haben es schon wieder getan: Sie preisen die Weiblichkeit in all ihren Dimensionen auf genial ungewöhnliche Weise als etwas wunderbar Normales an. Das dreiminütige Musikvideo „Viva la Vulva“ zeigt singende Geschlechtsorgane und Objekte, die ihnen verblüffend ähnlich sehen – dabei reicht die Bandbreite der Vulva-Doppelgänger von Austern über Socken bis hin zu Grapefruits.

Beide sorgten erst vergangenes Jahr mit der Kampagne „Blood Normal“ für Furore. Damals ging es darum, die Menstruation und den damit verbundenen Blutfluss als etwas zu zeigen, für das sich keine Frau schämen sollte. Ähnlich ist die Botschaft hinter der aktuellen Kampagne: Die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane mögen bei jeder Frau anders aussehen, doch ganz gleich, welche Form, Farbe oder welchen Geruch eine Vulva beziehungsweise Vagina hat – sie ist ein selbstverständlicher Teil des weiblichen Körpers und sollte nicht tabuisiert werden. Gleichzeitig ist das Video ein klares Statement gegen den Trend zur „Designer-Vagina“, die bei Schönheitsoperationen immer beliebter wird.“

(Quelle und mehr: Horizont.net)

LISA SEEBACH

29. November 2018

LISA SEEBACH
PHANTOM SPACES AND VISCOUS FICTIONS
Lingen (ems) – Kunsthalle, Kaiserstr. 10a
Eröffnung: Freitag, 30.11.2018 – 19 Uhr

Sa 1. Dezember 2018 – 17. Februar 2019

Lisa Seebach (geb. 1981 in Köln, lebt in Braunschweig) studierte von 2007 bis 2013 Freie Kunst bei den Professorinnen Corinna Schnitt und Candice Breitz sowie bei Prof. Raimund Kummer. 2014 absolvierte sie ihr Meisterschülerstudium bei Prof. Thomas Rentmeister. Die Künstlerin  erhielt bereits zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem wurde ihr das diesjährige Friedrich-Vordemberge-Stipendium der Stadt Köln zugesprochen sowie der Förderpreis Bildende Kunst des Landes Brandenburg. Sie war 2017 New York Stipendiatin des Landes Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

Lisa Seebach arbeitet in den Medien Skulptur und Installation. Sie übersetzt in ihren skulpturalen Werken das Faktische in fragile Konstruktionen aus Linie, Masse und Gewicht. Im Spannungsfeld von Räume beschreibenden Linien aus Stahl und erdenschweren Keramikelementen erzählen die Skulpturen von Orten und Augenblicken, von Begegnungen und Situationen. Während in manchen Arbeiten die Körperlichkeit des Menschen durch seine Abwesenheit in der dinglichen Welt spürbar wird, zeugen andere Skulpturen von Figuren in unterschiedlichen Daseinsformen. Durch die meisterliche räumliche Anordnung ihrer abstrakten Protagonisten entwickelt die Bildhauerin eine große Erzählung instabiler Verhältnisse.

Die Ausstellung mit Werken von Lisa Seebach entsteht in Kooperation mit dem Kunstverein Braunschweig und stellt vor allem Werke vor, die von dem zwölfmonatigen Aufenthalt der Künstlerin in New York inspiriert sind.

Pelemele

29. November 2018

Pelemele
Rockmusik für Kinder
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Samstag, 1.12.2018 – 16 Uhr

Kinder (bis 12 Jahre): 6,00€ zzgl. Gebühren
Vollzahler: 8,00€ zzgl. Gebühren

Selbst komponierte Songs, Texte mit viel Witz und Musik, die in die Beine geht!
Die vier Kölner Musiker animieren mit ihrem coolen Mix aus Rock, Soul Grooves und Hip Hop ihre Zuhörer zum Mitrocken, Mittanzen, Mitspringen und Mitklatschen.
Im aktuellen Programm „Ausrasten“ grooven die Wilden Tiere, tanzt ein Roboter, gibt es ein Pizza Rapzept und rockt die Groovehummel. Man trifft auf eine Herde tanzender Elefanten und einige durchgeknallte, ausgebrochene Zootiere. Eltern und Kinder küren den Sieger im Stinkefuß-Wettbewerb und werden mal so eben zu Monstern ausgebildet. Das verspricht eine Menge rockiger Highlights, bei denen natürlich auch die WDR-KiRaKa Chart-Hits „Springt“ und „Bumschakalaka“ nicht fehlen dürfen.Die letzten Alben NIMM UNS MIT!, ROCKWÜRSTE und ROCKCIRCUS erhielten zudem das begehrte Prädikat „Gute Musik für Kinder“. Diese Auszeichnung wird vom Verband deutscher Musikschulen, dem Kulturradio WDR3, der Initiative Hören und dem Bundesfamilienministerium vergeben. Bewertet werden technische und künstlerische Qualität, Phantasie sowie Originalität.

Auftritte beim Kinderfernsehsender KiKa der ARD, beim Weltkindertag für den WDR, beim Hörfest des hr2, bei der RTL Toggo Tour, sowie der Titelsong „Wir lassen’s krachen!“ des Kinder-Kinofilms „Robbi, Tobbi und das Fliwatüüt“ bescheren Pelemele weiter wachsende multimediale Aufmerksamkeit.

(Quelle)

Michael Serrer

28. November 2018

Michael Serrer:
„Der Literaturnobelpreis – seine Skandale und seine Sternstunden“
Veranstaltungsreihe: „Nach dem Markt“

Lingen (Ems) – Galerie Robert Blanke & Dirk Diederich, Burgstr.24
Samstag, 01.12.2018 – 13 Uhr

Umstritten war der Nobelpreis für Literatur in den 117 Jahren seines bBestehens immer wieder, zugleich aber war er auch der angesehenste Literaturpreis der Welt. Nun wird er von mehreren Skandalen rund um die Schwedische Akademie erschüttert. Eine Konsequenz daraus: Der Preis wurde 2018 nicht verliehen. Wie kann es weitergehen? Der Vortrag bietet eine Übersicht über eine nicht geringe Zahl von Fehlentscheidungen, erinnert aber auch an die Sternstunden des Preises.

Michael Serrer leitet seit 20 Jahren das Literaturbüro NRW in Düsseldorf und ist Vorsitzender des Literaturrats NRW.

RadioactiveSlam #23

27. November 2018

RadioactiveSlam #23
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Do 29. Nov. 2018 – 20 Uhr
Karten: 8€ / 6€ ermäßigt für Schüler und Studenten.

Wir sehen: Der Radioactive Slam geht auch nach der grandiosen Landesmeisterschaft weiter. mit
– Freddy Allerdisse (Münster)
– Dierk Seidel (Münster)
– Tobias Reinartz (Dinslaken)
– August Klar & „Jann Wattjes“ als Team Rabatt auf Alienzubehö
r- Rahel Babic (Nordhorn/Amsterdam)
Durch den Abend führt der bewährte Jens Kotalla
Mehr...

[Auch mal auftreten? Schreib einfach eine Mail mit einer kurzen Vorstellung zu deiner Person an info)at)kulturmenschen.de]

Ein „Museum“ für

26. November 2018

Ein „Museum“ für Bernd Rosemeyer?
Ein Akademieabend im Ludwig-Windthorst-Haus
 zur Diskussion über eine Rennsport-Legende im Nationalsozialismus

Lingen (Ems) – LWH, Gerhard-Kues-Straße 16 
Dienstag, 27.11.2018 –  19:30 Uhr bis 21:30 Uhr
Eintritt frei
Es debattieren Dieter Krone, Oberbürgermeister; Dr. Heribert Lange, Vorsitzender Forum Juden Christen im Altkreis Lingen; Heinrich Liesen, Unternehmer, Lingen (Ems); Prof. Dr. Christoph Rass, Universität Osnabrück; Prof. Dr. Bernd Walter, Coesfeld
Leitung: Dr. Michael Reitemeyer
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„Der Unternehmer Heinrich Liesen plant die Einrichtung eines „Museums“ für den aus Lingen stammenden Rennfahrer Bernd Rosemeyer und seine Frau Elly Beinhorn. Diese Pläne haben über die Grenzen der Stadt Lingen hinaus für erhebliche Diskussionen gesorgt. Der Grund: Bernd Rosemeyer war Mitglied der SA und später der SS, seine sportlichen Erfolge stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der unheilvollen Verquickung von Rennsport, NS-Propaganda, Autoindustrie und Regime. Daraus ergibt sich unmittelbar die Frage: Darf man einem Profiteur des Systems ein Denkmal setzen? Ist das nicht Geschichtsklitterung?
Heinrich Liesen ist eine breite Akzeptanz des „Museums“ in der Region ein Anliegen. Er hat den langjährigen Leiter des LWL-Instituts für Westfälische Regionalgeschichte und Experten für die Zeit des Nationalsozialismus, Prof. Dr. Bernd Walter, als Kurator für diese Einrichtung benannt und damit beauftragt, ein Konzept zu entwickeln. Das Konzept war bereits im Juni von Experten diskutiert worden. Als ein zentraler Punkt wurde formuliert, dass eine solche Einrichtung nur dann Sinn mache, wenn sie neben den sportlichen Erfolgen auch die Schrecken der NS-Herrschaft darstelle, die Verquickung von Autoindustrie, Rennsport und NS-Propaganda ebenso wie die gleichzeitige Existenz der Emslandlager. An diesem Abend wird das Konzept erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Das LWH lädt zu dieser Diskussion ein, weil es sich seit jeher als Plattform für die Diskussion aktueller gesellschaftspolitischer Fragestellungen versteht. Angesichts der immer stärker werdenden rechtspopulistischen und rechtsextremen Kräfte könnte diese Diskussion auch zu einer Lernerfahrung werden, wie wir unsere Demokratie besser verteidigen können.“
(Quelle)

Nachts kam die Polizei

25. November 2018

Bis vor ein paar Tagen lebten Naza und Sime Bajrami in Delmenhorst. Dann wurden sie abgeschoben. Die Polizei  kam nachts. Die Abschiebung begann um 3.15 Uhr, Bajramis Sohn sprang aus dem Fenster und ist seitdem auf der Flucht. Ein journalistischer Blick in den Abgrund.

Naza Bajrami bringt kein Wort über die Lippen. Unter der Decke, die sie bis unters Kinn gezogen hat, trägt sie noch ihren Parka. Nur ihr Gesicht lugt hervor, eingerahmt vom Fellimitat ihrer Kapuze.

Seit Tagen kauert sie so auf dem zerschlissenen Sofa, das sie und ihr Mann Sime in der kleinen Hütte vorfanden. Manchmal hustet Naza. Sie rührt sich kaum, manchmal weint sie. Zwischen Wellblech und Dachbalken pfeift der Wind, der Putz blättert von den verschimmelten Wänden. Durch die Feuchtigkeit, die sich schon länger in das Gemäuer einsaugt hat, haben die Bodendielen Wellen geschlagen.

Keinen Strom, keine Heizung, gibt es hier, nur kaputte Fensterscheiben. In einer…

[weiter hier bei der taz]


Den ganzen taz-Schwerpunkt zur „neuen Härte“ bei Abschiebungen finden Sie  hier.

„fünf Songs“

25. November 2018

Von Despacito bis Beethoven: Mit diesen fünf Musikstücken erklärt uns netzpolitik.org das neue Urheberrecht der EU

Warum hat Metallica einen fast 20-jährigen Dauerstreit um Musik im Internet ausgelöst? Und warum streiten EU-Politiker bei geheimen Verhandlungen über ein Pink-Floyd-Lied? Unser Mixtape zu der Reform, die das Internet für immer verändern könnte.

Wenn es ums Geld geht, müssen auch Promis mal Politik machen. Darum wirbt Ex-Beatle Paul McCartney gemeinsam mit Placido Domingo und Udo Lindenberg für ein neues EU-Urheberrecht. Hunderte bekannte Künstler schickten jüngst einen offenen Brief ans EU-Parlament. Sie wünschen sich verpflichtende Uploadfilter auf Plattformen wie Youtube, damit mehr Geld bei ihnen landet. Die Pläne ärgern Bürgerrechtler und die Netzgemeinde: Denn die Filter sind ein automatisiertes Zensursystem, das auch viele legale Inhalte als Beifang aus dem Netz fischen könnte. Ganz abgesehen von Zweifeln, ob dadurch wirklich mehr Geld bei den Künstlern landet.


netzpolitik.org – unabhängig & kritisch dank Euch.

Die Filter sind nur ein Teil der umstrittenen Urheberrechtsreform. Vor einigen Wochen schickte das EU-Parlament seinen Vorschlag in die Geheimverhandlungen über den fertigen Text. Dabei steht einiges auf dem Spiel. Aber keine Angst, Ihr müsst keine Akten wälzen, um die Reform zu verstehen. Wir haben Euch ein Mixtape gemacht:

Metallica,“I Disappear“

Die Metallica-Nummer vom Mission-Impossible-Soundtrack ist ein Meilenstein in der Musikgeschichte. Nicht nur deshalb, weil es super zu Dosenbier passt und sich zum Mitgröhlen eignet. Im März 2000 verklagte die Band wegen illegaler Kopien des Songs die Tauschbörse Napster – der Beginn eines jahrelangen Endzeit-Kampfes der Musik- und Filmindustrie gegen Tauschbörsen und Videoplattformen im Netz.

Inzwischen sind Tauschbörsen Geschichte und die Gewinne der Musikindustrie sprudeln dank Streaming-Diensten wie Spotify wieder. Mehr als 75 Cent aus jedem Euro, den Spotify einnimmt, gehen an drei Platten-Labels: Sony Music, Warner, Universal. Trotzdem wird die Musikindustrie nicht müde, eine vermeintliche Verwertungslücke („value gap“) bei Plattformen wie YouTube und Facebook zu beklagen. Mit diesen Wünschen stießen die Rechteinhaber bei der EU-Kommission auf offene Ohren, ganz im Gegensatz zu der großen Mehrheit der über 10.000 Menschen, die sich an einer öffentlichen Umfrage der Kommission zum Urheberrecht beteiligt hatten. Deren Wünsche nach mehr Nutzungsfreiheiten und -rechten wurden einfach ignoriert.

Luis Fonsi, „Despacito“

Der sexy Sommerhit aus Puerto Rico hat beinahe 6 Milliarden Klicks auf Youtube. Also fast so viele, wie die Erde Einwohner hat. Doch das Video könnte bald gemeinsam mit zehntausenden anderen von der Plattform verschwinden, warnte Youtube-Chefin Susan Wojcicki in einem Blogpost. Die Warnung sorgte für einen Aufschrei unter Influencern: Nehmt uns nicht unser Youtube weg!

Dabei ist es schon heute so, dass YouTube mit dem Content-ID-System Inhalte automatisch filtert: Rechteinhaber deponieren ihre Inhalte in einer Datenbank. Wenn YouTube eine Übereinstimmung findet, können diese entscheiden, ob sie die Nutzung dulden, das Video blockieren oder über Werbung – gemeinsam mit Google – zu Geld machen. Mit anderen Worten, Google hat aus Rechtsdurchsetzung ein Geschäftsmodell gebastelt. Das ist möglich, weil Google derzeit nur bei Kenntnis einer Urheberrechtsverletzung haftet.

Mit der Verschärfung des Urheberrechts soll das Haftungsprivileg fallen. YouTube könnte dann dazu übergehen, im Zweifel erst mal zu blocken anstatt wie bisher zu dulden. Das dürfte viele Videos aus dem Netz fegen. Selbst bei einem Welthit wie Despacito sind nicht alle Rechte geklärt, sagt Youtube. Der Konzern lobbyiert deshalb weniger gegen Filter im Allgemeinen als gegen schärfere Haftungsregeln. Besonders hart treffen dürften die Filterpflichten vor allem Gelegenheitsnutzer, die Handyvideos hochladen oder Remixes und Memes teilen wollen.

Pink Floyd, „Another Brick in the Wall“

Was wäre der Welthit ohne den gruselig-schönen Kinderchor im Background? Die Schülerinnen und Schüler, die für den Pink-Floyd-Klassiker im Chor sangen, erhielten damals einen Scheck über 1.000 Pfund. 25 Jahre später, der Song war mittlerweile Kult, forderten die Kids rechtlich einen etwas gerechteren Anteil für sich ein.

Das neue Urheberrecht soll Künstlern mehr Rechte geben. Eigentlich. Das EU-Parlament schrieb in seine Vorschläge, Autoren und Künstler müssten eine „faire und verhältnismäßige Entlohnung“ für ihre Arbeit erhalten.

So weit die Theorie. In der Praxis sah es so aus: Ein Fall wie „Another Brick in the Wall“ muss verhindert werden, sagten Abgeordnete bei Verhandlungen hinter verschlossenen Türen. Doch die EU-Kommission und Vertreter der Mitgliedsstaaten blieben hart: Sie wollen, dass unfaire Geschäftspraktiken wie Total-Buy-Out und Knebelverträge erlaubt bleiben. Hey, teacher!

Kraftwerk, „Metall auf Metall“

Seit über 20 Jahren streiten Kraftwerk und Moses Pelham vor Gericht über ein zwei Sekunden langes Sample des Songs „Metall auf Metall“ (1977). Mit dem Schnipsel hatte Pelham 1997 als Endlosschleife Sabrina Setlurs „Nur Mir“ hinterlegt. Zwar hatte 2016 das Bundesverfassungsgericht in einem wegweisenden Urteil zu Gunsten der Samplingfreiheit entschieden, das letzte Wort ist damit aber noch nicht gesprochen. Denn der Bundesgerichtshof wollte nicht entscheiden, ohne die Meinung des Europäischen Gerichtshofs einzuholen. Vereinfacht geht es dabei um die Frage, ob Sampling auf nationaler Ebene erlaubt werden darf oder ob das durch die restriktiven Regeln des EU-Urheberrechts unmöglich ist.

Das führt zu einem der größten Versäumnisse der EU-Urheberrechtsreform. Weder für Sampling- und Remixkultur noch für Internet-Memes und andere Bagatellnutzungen wie Hintergrundmusik in Handyvideos findet sich eine Lösung im Reformentwurf. Die Reformlücke wächst und es fehlt weiterhin an Verhältnismäßigkeit. Während es im US-Copyright mit dem Fair-Use-Prinzip eine flexible und innovationsoffene Ausnahmebestimmung gibt, fehlt vergleichbares im EU-Urheberrecht. Das deutsche Justizministerium regte an, die Einführung eines Recht auf Remix zu prüfen. Doch die Rufe verhallten. Deshalb könnte es gut sein, dass der Europäische Gerichtshof auch in Zukunft selbst kurze Samples wie jene zwei Sekunden „Metall auf Metall“ ohne Zustimmung der Rechteinhaber verbietet.

Beethoven, Fünfte Symphonie

Beethovens Fünfte, auch Schicksalssymphonie genannt, erkennen selbst Musikbanausen wegen des dramatischen „Ta-ta-ta-ta“ am Anfang. Das Werk ist über 200 Jahre alt und nicht mehr urheberrechtlich geschützt. Doch das ist Youtube egal. Als der deutsche Musiktheoretiker Ulrich Kaiser zuletzt eine alte, lizenzfreie Aufnahme der 5. Symphonie hochlud, unterstellte ihm Youtubes Filter eine Urheberrechtsverletzung. Offenbar vermag selbst der High-Tech-Filter des Google-Konzerns nicht zwischen unterschiedlichen Aufnahmen desselben klassischen Musikstücks zu unterscheiden. Mehr noch, Rechteinhaber beanspruchen via Content-ID-Algorithmus Rechte an Aufnahmen, über die sie gar nicht verfügen, um an den Werbeeinnahmen zu verdienen.

Einsprüche Kaisers blieben vergebens. Youtube hält das Stück bis dato für urheberrechtlich geschützt. Das Beispiel zeigt, wie unzulänglich automatische Filtersysteme in vielen Fällen sind. Verpflichtende Filter könnten die Lage deutlich verschärfen. Tausende klassische Musikstücke und andere gemeinfreie Werke sind durch die Filterpflicht bedroht. Beethovens „Ta-ta-ta-ta“ könnte bald verhallen.

Und andere Verstimmungen

Die Liste der Misstöne im neuen Gesetz lässt sich im Übrigen fortsetzen. Die Vorschläge sollen eine Lizenzpflicht selbst auf kurze Textschnipsel durchsetzen, das sogenannte Leistungsschutzrecht. Jedes Bild oder Video bei einer Sportveranstaltung könnte bald eine Urheberrechtsverletzung darstellen. Und Vorschriften beim Thema Text- und Datamining könnten sogar die Entwicklung Künstlicher Intelligenz bedrohen.

Könnte darüber nicht mal wer einen Song schreiben?


Ein netzpolitik-Beitrag von Alexander Fanta und Leonhard Dobusch.
Creative Commons BY-NC-SA 4.0.