türkische Sexseite

13. September 2018

Schon gewusst? Alle im Juni in unserer Stadt Geborenen sind von der Homepage der Stadt Lingen auf die türkische Sexseite www. yasiaminas. tk verlinkt worden – mit Namen und Adressen.

Und auch sonst ist die Datensicherheit offenbar perdú. Oder anders: Die Webseite der Stadt ist gekapert, wie die Screenshots links zeigen.

Guck mal, doch sei vorsichtig damit, sie anzuklicken – jedenfalls mit den üblichen Microsoft-Produkten.

Beschwerden von betroffenen Eltern hat es schon gegeben und auch die Polizei ist eingeschaltet worden. Und -oh Wunder- das Problem gab es auch bereits mit den Kindern, die im Mai in unserer Stadt geboren worden sind Das Standesamt wusste übrigens nichts davon, die Beschwerdestelle der Stadt aber schon.

Und jetzt, Stadt Lingen?

Update: Ich erfahre gerade “Nicht der Server ist gekapert, sondern ein Crawler zieht sich pot. Inhalte, um über Inhalte in Suchergebnissen aufzutauchen.” Aber mir sieht es eher nach einem Scraper aus. Vielleicht googelt die werte Leserschaft mal, was man dagegen tun kann. Schönen Donnerstag!

Update zwo: Inzwischen hat auch die Lingener Tagespost berichtet, offebar aufmerksam geworden durch diesen kleinen Blogbeitrag. Und die Stadt Lingen (Ems) hat durch den Ersten Stadtrat (denn merke: Der OB verkündet keine negativen Meldungen) diese „Stellungnahme“ abgegeben:

Stellungnahme

Lingen. Von der städtischen Internetseite lingen.de ist in den letzten Wochen Content und Design auf ein Portal kopiert worden. Dabei wurden unter anderem Daten von der Seite in einen anderen Kontext gestellt. So hatte eine Internetsei-te, die in Tokelau Neuseeland registriert ist, Daten von der Seite des Standesam-tes auf einer externen Seite mit obszönen Inhalten eingestellt. Diese Seite wurde umgehend für lingen.de gesperrt und der Missbrauch über Google angezeigt. Die Stadt Lingen wird rechtlich gegen die missbräuchliche Nutzung vorgehen.

Übrigens in den letzten Wochen ist wirklich ausgesprochen unpräzise. Wenn bereits die Mai-Daten abgegeriffen wurden, ist dies vor drei Monaten geschehen. Kein einziges städtisches Gremium, kein Einwohner wurde seither informiert.

Das ruft Politikverdrossenheit hervor, weil man sich auf die Angaben aus dem Rathaus nicht verlassen kann. Es sind allzu oft geschönte, semantisch gedrechselte Tatsachenbehauptungen, die nur die halbe Wahrheit mitteilen. <

10 Antworten to “türkische Sexseite”

  1. FrRei said

    Sind denn die betroffenen Rechner der Benutzer(!) mal auf Malware / Virus untersucht worden? Das scheint mir eher ursächlich zu sein.

  2. Konrad Seibert said

    Die Frage stellt sich, warum die Stadtverwaltung sensible Daten ungeschützt auf ihrer Webseite veröffentlicht? Eine direkte notwendigkeit kann ich in diesem Fall nicht erkennen.

  3. Mike Röser said

    Kleine Klarstellung: Die LT ist nicht über diesen Blog aufs Thema aufmerksam geworden, sondern über Eltern, die sich an mich wandten und baten, über die Sache zu berichten. Die Arbeit am Artikel begann ich am Mittwoch vor Erstellung dieses Posts hier. Ich sah ihren Beitrag am Donnerstagmorgen. Find ich im Prinzip nicht so wichtig, aber wo sie es so betonen, Herr Koop, wollte ich Ihnen das doch mal hier lassen – nicht dass sie da sonst unwissend falsch informieren.

  4. To Sche said

    Wo fange ich an…
    1. die Top-Level-Domain .tk steht für Tokelau und nicht Türkei.
    2. Mit gepatchten Systemen ist der Zugriff auch mit Microsoft-Produkten sicher, es werden keine Zero-Day-Exploit genutzt.
    3. Erklären Sie mir bitte den signifikanten Unterschied zwischen Scraper und Crawler. Die Scraper-Site ist das Ergebnis einer Crawler-Aktion.
    4. Die Daten sind nicht „verlinkt“ worden. Die Daten wurden als (illegale) SEO-Maßnahme genutzt, sind auf der Website nicht einsehbar und nur als Meta-Daten hinterlegt.
    5. Die „werte Leserschaft“ hat mal gegooglet: Gegen solche Crawler kann man eigentlich nur eins tun: IP-Adresse blockieren (wurde ja jetzt wohl gemacht).
    6. Wurden die Daten aus dem Mai denn auch direkt im Juni abgegriffen? Darüber finde ich nirgendwo Hinweise. Oder wurden sie jetzt zusammen mit den Juni/Juli-Daten gekapert? Dann bestünde das Problem ja doch nicht so lange…

    Mit diesem Artikel der Stadt die Verbreitung von Halbwahrheiten zu unterstellen mutet etwas dreist an…

  5. AnHa said

    Dann möchte ich mich als betroffene Mutter auch gerne äußern: Am Mittwochmorgen berichtete eine Mutter, deren Kind im Mai geboren ist, in der Krabbelgruppe von dem Problem. Sie berichtete, dass nach mehrmaligem Kontakt mit Stadt und Polizei die Daten ihres Kindes nun nicht mehr zu finden seien.
    Daraufhin googelten wir anderen und nur ich, deren Kind erst im Juni geboren ist, fand die Daten auf der Sexseite wieder.
    Ich telefonierte mit der Beschwerdestelle der Stadt, die von dem Problem wussten, aber meinten, dass sei halt alles schwierig und würde dauern. Ernst genommen fühlte ich mich nicht.
    Danach telefonierte ich mit dem Standesamt, um mein Einverständnis der Veröffentlichung zu widerrufen und fragte, warum bei dem bekannten Problem überhaupt noch Daten veröffentlicht würden. Siehe da: die Dame im Standesamt wusste von nichts.
    Und die Polizei informierte ich natürlich auch noch. Denen war das Problem zwar bekannt, sie hielten es aber für erledigt, da die Maidaten nicht mehr im Netz zu finden waren.
    In der Krabbelgruppe überlegten wir Mütter, wie wir das Problem öffentlich machen könnten, damit man uns ernst nimmt und nahmen auf unterschiedlichen Wegen Kontakt zu Robert Koop und zur LT auf.
    Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung!
    Und auch die überregionale Presse scheint sich mehr für das Problem zu interessieren als die Stadt Lingen selbst (bei Google Lingen eingeben).

  6. Jimmy McGill said

    Die Politikverdrossenheit wird in diesem Fall eher dadurch hervorgerufen, dass zuviele Menschen mit zu wenig Ahnung über dieses Thema berichten. Sowohl hier, als auch in der NOZ hat das ganze nichts mit seriöser Berichterstattung zu tun. Es werden einfach nur unreflektiert und ungeprüft aufgeschnappte Informationen verbreitet.

    Eine seriöse Berichterstattung hätte diese Gelegenheit genutzt um die Sinne zu schärfen, welche Daten man aus der Hand geben sollte und im Internet veröffentlicht. Denn fast ausschließlich hier liegt das Problem und nicht bei der Stadt Lingen.

    Die Eltern haben Ihre Zustimmung gegeben, dass diese Daten ins Internet gestellt werden. Und durch diese Zustimmung hat jeder auf dieser Welt Zugriff auf die veröffentlichten Daten und kann (nicht darf!) diese problemlos kopieren und in einem anderen Kontext verwenden.

    • FrRei said

      Auf den Punkt gebracht. Die Salven, die hier gegenüber der Stadtverwaltung und deren Mitarbeiter mit feiner Regelmäßigkeit gefeuert werden, entpuppen sich meistens als heiße Luft. So auch in diesem Fall.

      Vermutungen, Behauptungen und Spekulationen. Null Substanz weil oberflächlich zusammengetragen.

      Die lokale Presse hätte das Thema auch besser nur als eine Randnotiz aufgegriffen, wenn überhaupt.

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