Heute in zwei Wochen wählen die Bayern ihren neuen Landtag. Die AfD word dem neuen Landtag angehören. Auch wenn es genug Vorbehalte gegen rechte und rechtspopulistische Politik gibt.Zum Beispiel von „Künstler mir Herz“. Guck mal:

Man sieht: „Es geht gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit, gegen Hetze und Rechtsruck, und ganz konkret geht es auch gegen die AfD: Unter dem Titel „Künstler mit Herz“ hat sich in München eine Initiative kunst-, kultur- und medienschaffender Menschen gegründet, die im Vorfeld der Bayerischen Landtagswahl am 14. Oktober für eine weltoffene Gesellschaft eintritt.

Neben zahlreichen Prominenten, darunter Schauspielstars wie Michaela May, Hannes Jaenicke, Johanna Bittenbinder, Anna Maria Sturm, Eisi Gulp und Sepp Schauer, haben sich schon weit über 100 Personen der stetig wachsenden Gruppe angeschlossen. Und wie es sich für ein breites Bündnis mit besten Absichten gehört, haben die „Künstler mit Herz“ sogar schon ein eigenen Song produziert.

„Mia Ned!“ heißt der Titel, der inklusive dazugehörigem Videoclip am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Story zum fröhlich schwingenden Ohrwurm liegt auf der Hand: Angeführt vom Münchner Liedermacher Roland Hefter zieht eine immer größer werdende Karawane mit vielen bekannten Gesichtern durch die Bayerische Landeshauptstadt, um am Ende ausgelassen zu tanzen und in den gut gelaunten Chor einzustimmen: „Wer auch bei der AfD mal schnell sei‘ Kreizl macht, der hat, warum auch immer, a bissl wenig nachgedacht. Der soll sich aber bitte ganz genau mal überleg’n: Wui’a in a’m Bayern wie’s die AfD mag, leb’n? – Mia Ned!“

(Quelle: Prisma)

„Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Bild-Zeitung nicht versucht, die Institutionen und Repräsentanten des Staates verächtlich zu machen und ihre Leser gegen sie aufzuhetzen.

Jüngstes Beispiel an diesem Samstag. Auf Seite 1 schreibt BILD: „Der türkische Präsident Erdogan will, dass Deutschland Journalisten als ‚Terroristen‘ in die Türkei ausliefert – und bekommt dafür ein Staatsbankett beim Bundespräsidenten“. Nicht trotzdem, was legitim gewesen wäre, sondern dafür. BILD unterstellt damit Frank-Walter Steinmeier, das Bankett sei eine Belohnung für Erdogans Forderung.

Dies ist nicht nur objektiv falsch, sondern auch eine Verunglimpfung des obersten Repräsentanten des Staates. Steinmeier hat sich ebenso wie Angela Merkel während des Staatsbesuches bei jeder Gelegenheit und bei jedem Zusammentreffen mit Erdogan unmissverständlich zur Lage der Menschenrechte und der Pressefreiheit in der Türkei geäußert.

Dieses Verhalten von BILD ist kein Einzelfall. Seit Monaten bespielt BILD die politische Agenda der AfD. Fast jede Gewalttat eines Flüchtlings gegen einen Deutschen wird in BILD zur schreienden Schlagzeile. Wenn aber ein Deutscher einen Syrer ersticht, wird dies mit ein paar Zeilen auf Seite 5 abgetan.

Wenn keine Gewalttat eines Flüchtlings zu vermelden ist, konstruiert BILD immer wieder Aufmacher gegen die angeblich zu lasche Justiz, gegen den angeblich untätigen Staat und die angeblich unfähigen Politiker. Eine Kampagne, wie sie in BILD seit den Studentenunruhen der 60er Jahre nicht mehr zu beobachten war.

BILD zersetzt mit dieser Kampagne systematisch den Respekt vor den Institutionen und Repräsentanten des Staates und delegitimiert die liberale deutsche Demokratie. Die Zeitung macht sich damit freiwillig oder unfreiwillig zur Vorfeldorganisation der AfD. Ich gehe davon aus, dass zwei bis drei Prozentpunkte der AfD in den Meinungsumfragen auf das Konto von BILD gehen.

Der neue BILD-Chef Julian Reichelt hat offenbar eine Truppe von selbsternannten Kriegern um sich geschart, die glauben, sie lägen im Schützengraben und müssten nicht nur die Kanzlerin, sondern auch den liberalen Rechtsstaat sturmreif schießen.

Mir tun die anständigen Journalisten bei BILD leid, die zum Teil aus Existenzangst nicht wagen, dagegen aufzustehen oder das Blatt zu verlassen.

BILD hat trotz aller Auflagenverluste immer noch nicht nur auf Millionen Leser Einfluss, sondern auch auf Politiker, die glauben, was BILD schreibe, sei die Meinung des Volkes und sich deshalb in ihrer Politik daran orientieren. Damit verstärkt sich die negative Wirkung.

Dieser Rückfall von BILD in ein Kampagnenblatt geschieht offenbar im Einverständnis mit dem Vorstand des Verlages Axel Springer. Denn andernfalls hätte er den Chefredakteur schon abgelöst. So kann BILD ungehemmt der AfD Schützenhilfe leisten und die Achse der Bundesrepublik nach rechts verschieben.“

gefunden bei Michael Spreng, www.Sprengsatz.de

Fortuna Ehrenfeld [Seebrücke]

29. September 2018

Fortuna Ehrenfeld
supp. Erste Sahne
Solidaritätskonzert zugnsten von Sea-Watch
Rheine – Trinkhalle Rheine, Matthiasstraße 18

Heute – 19 Uhr
Eintritt frei – um Spenden wird gebeten

Ein in vieler Hinsicht außergewöhnliches Konzert …
Die Kölner Band Fortuna Ehrenfeld gibt sich die Ehre, unterstützt unsere Veranstaltungsreihe durch ein Soli-Konzert und verzichtet dabei auf ihre Gage. Hinter Fortuna Ehrenfeld steckt der Kölner Multiinstrumentalist und Tausendsassa Martin Bechler, der nicht nur außerordentliches kompositorisches Talent mitbringt, sondern auch einer der eindrucksvollsten deutschen Texter derzeit ist. Er singt von Hund und Herz, Glitzer und Schwein, Weihnachtsmann und Feuerwehr. Er macht leicht verquere Popmusik, die im schönsten Sinne bekloppt ist, “cool und eigenwillig”, wie Gisbert zu Knyphausen konstatiert, laut Olli Schulz “kluge und erzergreifende Mugge”. Ein besonderer, unterhaltsamer Charakter, in sich ruhend und Arsch-cool, aber doch vermutlich mit der Welt nur halb im Reinen: „Ein Tag zum Vergessen, ein Tag wie ein Schwein – zum Töten zu rosa, zum Fressen zu klein.“

Als Support wird die Hip-Hop-Band „Erste Sahne“ fungieren, die selbstverständlich ebenfalls auf ihre Gage verzichtet. Bei dieser Crew ist der Name Programm. Die beiden 34-jährigen Rapper Flowsiflow und Mitchel Meiers sind seit mehr als 15 Jahren ein eingespieltes Team in Sachen Hip Hop. Bei dieser Crew wird großer Wert auf die Lyrics gelegt. Llive haben die beiden einiges an Erfahrung aufzubieten und ihre klare und flüssige Aussprache ist eine Garantie für einen schönen Abend, wenn man als echter Hip Hop Fan eine Jam besucht bei der die beiden mitmischen. Klar kann man sich fragen, ob man mit fast Mitte 30 zu alt ist, um aktiv Hip Hop zu machen … diese Jungs geben die Antwort darauf und zeigen mit jedem Auftritt das die Erfahrung nur die Qualität steigert.“ (Quelle)

BAP

29. September 2018

BAP
„LIVE & DEUTLICH“ Tour
Lingen (Ems) – EmslandArena

So, 7. Okt. – 19 Uhr
(noch) Karten ab 39,90 €

„Nach einem spielfreien Jahr ist Wolfgang Niedecken mit BAP und einem erfrischend neuen Tourneeprogramm zurück auf der Bühne. Eine exquisite Kostprobe seines originellen Show-Programms gab die Band um Frontmann Niedecken bereits im Juni 2018 vor der Fußball-WM, zusammengestellt aus einem überwältigenden Repertoire an unverwechselbaren Songs. Diesen Herbst geht NIEDECKENS BAP in die nächste powervolle Tour-Runde und rockt die Bühnen wie gewohnt über drei Stunden lang. Hierbei wird sie erstmals in der 40jährigen Bandgeschichte von einem dreiköpfigen Bläsersatz, nämlich dem von der „Sing meinen Song-Band“ unterstützt.“

Wolfgang Niedecken wäre nicht Wolfgang Niedecken, wenn er nicht im Verlauf des Abends auch seinen gesellschaftspolitischen Anspruch behaupten würde, indem er deutlich Stellung bezieht. Viele seiner Texte sind heute aktueller denn je und regen unermüdlich zu mehr politischer Verantwortung und Nachdenklichkeit an. Es geht ihm um Werte wie Würde, Anstand und Respekt, die in unserer hasserfüllten Gegenwart leider viel zu oft vergessen werden. Über drei Stunden Rock`n Roll, Authentizität, Abwechslungsreichtum und geballte Ausdauer der Band bis zum letzten Ton. Ein Tourneeprogramm mit reichlich Tiefgang, das endlos viele Erinnerungen weckt, aber zum Lachen auch nicht in den Keller geht. Typisch Kölsch halt!

Feiert schön mit BAP, Leute.Ich bin leider räumlich weit weg, aber in Gedanken bei Euch.

(Textquelle: EmslandArena)

Wir müssen reden

28. September 2018

Wir müssen reden. Die Sparkasse Emsland plant, ihren Standort am Lingener Marktplatz entgegen früherer Vereinbarungen in eine Kassenfiliale umzuwandeln. Es gehen dabei Dutzende qualifizierter Arbeitsplätze verloren. Dazu will sie das bisherige Sparkassengebäude Am Markt 3 verkaufen und das vor knapp 50 Jahren als Non-plus-ultra errichtete Haus nebenan zur Geschäftsstelle (neudeutsch: Servicecenter) umbauen. Dazu hat sie einen Architektenwettbewerb veranstaltet und im Frühjahr abgeschlossen.

Das alles führt sie ohne große Diskussionen sowie im wesentlichen an der Stadt Lingen (Ems) und ihren Repräsentanten  vorbei. Allein OB Dieter Krone und Stadtbaurat Lothar Schreinemacher durften nach -sagen wir- dringlich formulierter Bitte im Preisgericht des Wettbewerbs unter Vorsitz von Prof. Dr. Volker Droste (Oldenburg) dabei sein. Doch die Fach-  und Sachpreisrichter im Gremium kamen überwiegend aus Meppen: Landrat Reinhard Winter, und der Vorstand der Sparkasse Emsland, Ludwig Momann, Oliver Roosen und Marco Menne, der privat im Gauerbach lebt. Es entschied sich aber letztlich gar nicht sondern vergab … zwei erste Plätze, ein kleingiebeliger Entwurf des weltbekannten Schweizer Architekten Max Dudler (oben; mehr) kam ebenso auf Platz 1 wie ein großgiebeliger Entwurf des Architekturbüros B-Werk aus Spelle ().

OB Dieter Krone damals: „Es ist den Planern gelungen, eine herausragende architektonische Gestaltung im Zusammenhang mit der städtebaulichen Entwicklung im Herzen der Stadt Lingen zu realisieren.“ Deutlich nüchterner sah dies dann der Lingener Planungs- und Bauausschuss.

Damals berichtete die Lingener Tagespost über die „Bitte“ von CDU-Fraktionschef Uwe Hilling , „dass über die weiteren Planungen im Planungs- und Bauausschuss informiert wird. Es handelt sich um ein sehr zentral gelegenes Grundstück in der Stadt. Wir wollen die Sparkasse dort erhalten, die auch eine Verpflichtung gegenüber der Stadt hat“, sagte. Es solle sich aber später nicht ausschließlich als reines Bürogebäude präsentieren. Es gebe weitere Nutzungen, die ebenfalls interessant seien.

Sein Fraktionskollege Jürgen Herbrüggen ergänzte: „Eine optische Zweiteilung der Funktionsbereiche der Innenstadt, hier Einzelhandel, dort Büros, gilt es zu vermeiden. Im Erdgeschoss sollte es etwas geben, was Handels- und Büronutzung verbindet.“ Thomas Pertz titelte für die Lokalzeitung: „Ausschuss in Lingen gegen ‚reine Büro- und Gardinenfront'“ – und bei dieser Formulierung fühlte nicht nur ich mich in die frühen 80er Jahre zurück versetzt, als genau dasselbe über die jetzige, damals neu entstehende Sparkassen-Geschäftsstelle am Markt 3-5 gesagt wurde und dann doch alles genauso büro- und gardinenmäßig kam wie befürchtet.

In dieser Woche hat nun der Verwaltungsrat der Sparkasse beschlossen, wie es beim aktuellen Projekt weitergehen soll. Inzwischen haben die B-Werk-Architekten nachgearbeitet und aus dem flotten Giebelbild ist ein eher phantasieloses Einerlei mit zwei nahezu gleichförmigen Giebeln entstanden (Zeichnung oben). Vorangegangen war die im April von einem Pressesprecher der Sparkasse Emsland angekündigte Prüfung der „prämierten Wettbewerbsarbeiten auf Umsetzungsdetails und „wirtschaftliche Realisierbarkeit“

Über das Ergebnis dieser Prüfung der wirtschaftlichen Realisierbarkeit wird zu reden sein, nachdem der städtebaulich anspruchsvollere und keineswegs wuchtigere (so aber gestern die LT)  Dudler-Entwurf gar nicht erst auf den Weg gelassen wurde. Die Speller B-Werker haben jedenfalls einen eher gleichförmigen Wir-bauen-eine-Bank-Entwurf  vorgelegt, der den (ge)werblichen Belangen der Sparkasse bequem entspricht, nicht aber den Anforderungen an das Stadtbild. Schade ist das.

Interessant wie spannend ist daher, ob „Rat und Verwaltung“ und vor allem die Bürgerschaft in Lingen, also unsere kommunale Selbstverwaltung, das Vorhaben mit seinen Gardinen und Schießscharten-Fenstern in Erdgeschoss durchwinken  oder ob sie deutliche Nachbesserungen verlangen.

Nicht minder interessanter ist, ob sie es auch akzeptieren, die verbindlichen Zusagen nicht mehr zu beachten, die im Rahmen der Vereinbarung geschlossen wurde, als die Sparkasse Emsland vor 17 Jahren mit den Kassen in Meppen und Papenburg vereinigt wurde. Da wurde der Verbleib Dutzender hochqualifizierter Sparkassen-Arbeitsplätze in Lingen vereinbart, von denen fast keine mehr vorhanden sind…

(Fotos oben:  © Thomas Pertz, LT)

Austeritäts-Haushalt

27. September 2018

Der unsoziale Austeritäts-Haushalt der niederländischen Mitte-Rechts-Regierung trifft auf Proteste. Seit Beginn dieses Jahres gab es mehr Streiks als im gesamten letzten Jahr, das mit 32 Arbeitsniederlegungen bereits den höchsten Stand seit 1989 erreicht hatte.  Am kommenden Dienstag wollen Zehntausende in den Haag gegen diese Politik demonstrieren. Niederlande.net berichtet über die Fortsetzung der Aktionen gegen den Haushalt der Regierung in dem 17-Mio-Nachbarstaat:

„Die Debatten um den Haushaltsplan der niederländischen Regierungen bestimmen nach wie vor das politische Geschehen in Den Haag. Am Prinsjesdag wurde der Entwurf der Regierung für das neue Haushaltsjahr präsentiert, danach begannen die Haushaltsdebatten, die zu den Höhepunkten im Parlamentsjahr zählen. Wie viel Geld wofür ausgegeben werden soll, wo eingespart werden muss und welche Ziele sich das Kabinett unter Mark Rutte setzt, können Sie hier nachlesen…“

Besonders benachteiligt sehen sich die niederländischen Grundschullehrer, die im Zentrum der Proteste stehen. „Seit über einem Jahr haben wiederholt Tausende von ihnen gestreikt und gegen ihre niedrige Bezahlung und steigende Arbeitsbelastung protestiert. Der größte Protest fand am 5. Oktober letzten Jahres mit 60.000 Lehrern in Den Haag statt, dem Sitz von Regierung und Parlament. Ein Jahr danach, am Dienstag den 2. Oktober, wollen die Lehrer – diesmal gemeinsam mit anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst – erneut in Den Haag demonstrieren. (…) In keiner anderen Berufsgruppe ist die Zahl der chronisch Überarbeiteten so hoch. Auch die Bezahlung der Grundschullehrer liegt weit unter dem Durchschnitt. Mit einem Ausgangsgehalt von monatlich 2.346 Euro verdienen sie rund 30 Prozent weniger als der durchschnittliche Akademiker. Das führt dazu, dass immer weniger sich für diesen Beruf entscheiden.

Für den Grundschulsektor werden in den nächsten zehn Jahren fast 11.000 unbesetzte Stellen vorhergesagt. Die anhaltenden Proteste haben jedoch zu keiner erheblichen Verbesserung der Situation geführt. Die Gewerkschaften haben einen ab September geltenden neuen Tarifvertrag für Grundschullehrer ausgehandelt, der lediglich ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent und eine Einmalzahlung von 750 Euro vorsieht. Die niederländische Regierung wies darauf hin, dass sie zusätzliche 270 Millionen Euro in die Gehälter investiere. Die Grundschullehrer hatten jedoch 1,4 Milliarden Euro mehr verlangt…“
(Gelesen im Artikel „Niederlande: Streik- und Protestwelle im öffentlichen Dienst“ von Harm Zonderland und Dietmar Henning am 25. September 2018 bei wsws)

Nächtliches Leben im Biener Busch
Taschenlampenwanderung für Kinder und Erwachsene
Lingen-Biene – Sportplatz, Im Lägermarsch
Freitag, 28. Sept. – ab 19 Uhr

„Was krabbelt, kriecht und fliegt nachts durch den Biener Busch ?“ Um dies zu erkunden, lädt der NABU am kommenden Freitag (28. September) um 19.00 Uhr zu einer Taschenlampenwanderung ein. Viele dämmerungs- und nachtaktive Kleinlebewesen sind im Biener Busch zu Hause. Sie bleiben jedoch  selbst aufmerksamen Spaziergängern meist verborgen. Im Schein der Taschenlampe bekommen diese kleinen Tiere einen großen Auftritt: umherfliegende Nachtfalter, krabbelnde Käfer oder durch das Totholz kriechende Asseln. Besonders Kinder in Begleitung von Erwachsenen sind zu dieser kleinen Forschungsreise unter Leitung von Diplom-Biologen Klaus Moormann eingeladen.

Treffpunkt ist der Eingang zum Naturschutzgebiet Biener Busch am Sportplatz Biene (Straße „Im Lägermarsch“). Für NABU-Mitglieder und Kinder unter 14 Jahren ist die Teilnahme kostenfrei, andere Interessierte werden um einen Kostenbeitrag von 3 € gebeten. Taschenlampen bitte mitbringen. Infos unter 0 59 31- 40 99 630. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

(Foto: Biener Busch, © milanpaul via flickr)

Der Barpianist

24. September 2018

Der Barpianist, David Harrington
Studioprogramm
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5
Do 27.09. – 20 Uhr, Karten ab 15 €  (Schüler, Studenten die Hälfte)

Die Klavier-Comedy „Der Barpianist“ erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der sein Studium gerade erfolgreich beendet hat. Nun sitzt er neben dem Telefon und wartet darauf, dass ein Musikmanager ihn anruft und berühmt macht. Erstaunlicherweise ruft niemand an. Auch fragt er sich verwundert, warum kein Produzent vor der Tür steht, um ihn reich zu machen. Dabei hatte er sich alles so hübsch vorgestellt.

David Harrington präsentiert den steinigen Weg eines Barpianisten witzig-mitreißend, poetisch und voller Emotionen. Der junge Pianist erlebt eine Fülle absurder Situationen und enttarnt die vermeintliche Glitzer-Welt von Musikern als harten Überlebenskampf. Wie ein roter Faden zieht sich die zentrale Frage durch das Stück: Schafft der junge Künstler allen Widrigkeiten zum Trotz noch den Sprung auf die Konzert-Bühne? David Harrington verkörpert die Rolle des aufstrebenden Pianisten mit hintersinniger Hingabe – singt und spielt sich in die Herzen der Zuschauer. Und manch einer fragt sich, wie viel persönliche Erfahrung in dieser Theater-Show wohl stecken mag.

Wingenfelder

23. September 2018

Wingenfelder
Sieben Himmel hoch ‑ Tournee 2018
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Samstag, 29. September 2018 – 20:00
Karten: 35,30 €

Wingenfelder sind die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder. Köpfe der Band Fury In The Slaughterhouse. 2010 wurde ihr Bandprojekt „Wingenfelder“ aus der Taufe gehoben – seitdem begeistern die beiden ihre Fans mit ihrem ganz eigenen Stil. Der große und der kleine Bruder – ohne Fury unterwegs, aber nicht weniger erfolgreich. Nach bereits 3 Wingenfelder-Studioalben und Tourneen werden die Brüder im Herbst 2018 mit ihrem neuem Album „Sieben Himmel hoch“ durch 26 deutsche Städte on tour gehen. Wingenfelder sind eigen und singen deutsch, Fury In The Slaughterhouse gehen, Wingenfelder kommen zurück.

Das große Fury In The Slaughterhouse-Geburtstagsjahr neigt sich dem Ende zu – die Sommer Open-Air Shows und die „Little Big World – live & acoustic“ Tour wurden fast vollständig ausverkauft beendet. Damit blickt die Fury-Band, die für das 30jährige Bestehen eigentlich nur ein einzelnes „Klassentreffen“ in der TUI Arena Hannover angedacht hatte, auf das erfolgreichste Live-Jahr ihrer Karriere zurück.

Doch wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören – eine bekannte Devise. Für Kai und Thorsten Wingenfelder folgt eine weitere, logische Schlussfolgerung: mit Wingenfelder in ihre ganz persönlich, musikalische Verlängerung zu gehen. Alle Fans des Brüder-Gespanns haben darauf gewartet, nun ist es endlich soweit. Die beiden arbeiten bereits seit Oktober am neuen Wingenfelder-Album, das auch schon seinen Namen hat: Sieben Himmel hoch. Kai Wingenfelder: „Die neuen Songs kommen um die Ecke gesaust wie zu spät kommende Partygäste. Wie ein unerwartetes Geschenk, leicht unkontrolliert aber immer mit einem Lächeln im Gesicht. Tolle Songs – vielleicht so gut wie noch nie – und wir haben gerade ein cooles Tempo drauf.“ Dieses Tempo hat den Entschluss von Wingenfelder bestärkt, das neue Album bereits im Sommer 2018 zu veröffentlichen.

Wenn man neue Songs schreibt, dann möchte man diese auch live spielen: die zugehörige „Sieben Himmel hoch“ – Tour steht für den Herbst 2018 in den Startlöchern.

Für Wingenfelder ist der Umkehrschluss die Regel. Mit dem Band-Erfolg von Fury In The Slaughterhouse im Rücken können die Brüder nun ein weiteres Erfolgs-Kapitel ihrer Band „Wingenfelder“ aufschlagen.

(text: PM Alter Schlachthof)

auf eigene Gefahr

22. September 2018

Die Villa Schlikker in Osnabrück war Sitz der NSDAP. Mit der Geschichte des „Braunen Hauses“ setzt sich die Ausstellung „Es wird gewesen sein“ auseinander: Verrätselte Erinnerung titelt die taz.

„Es gibt Orte, denen haftet das Grauen an, selbst nach Jahrzehnten noch. Das Kellergeschoss der Osnabrücker Villa Schlikker ist ein solcher Ort. Wer hier hinabsteigt, tut es „auf eigene Gefahr“, warnt ein Schild an der steilen, engen Treppe. Es riecht muffig hier unten, in den Luftschutzräumen des einstigen „Braunen Hauses“: Von 1932 bis 1945 war die Villa Sitz der Kreisleitung der NSDAP. Stahltüren, schmale Durchlässe, niedrige Decken, zerfressener Putz. Ein Ort, der abwehrt, der Be­klemmung weckt.

Und dann sind da diese beiden Fotos. Unscharf, wie von Brandblasen überzogen. Ein Mädchengesicht zeigen sie, deformiert, mit fragenden, vom Schreck geweiteten Augen. Ein harter, hypnotisierender Anblick, tief verstörend. Marikke Heinz-Hoek hat das Gesicht in einem Familienbild gefunden und vergrößert. Aufgenommen wurde das Foto in Berlin, vielleicht 1944. „Für mich steht es für die Traumata des Bombenkriegs“, sagt sie. Dessen Sirenen hat sie selbst noch erlebt. „Meine Eltern haben mich im Wäschekorb in den Bunker getragen“, erzählt sie. Neben den Fotos klebt eine handgeschrie­be­ne Karte, wie aus der Kartei eines Archivs: Objekt 20 und 21.

Die beiden Gesichter sind Interventionen in die stadthistorische Dauerausstellung der Villa, an deren Balkon früher „Dank und Heil dem Führer!“ hing. Heute ist das Haus Teil des MQ4, des Osnabrücker „Museumsquartiers“ – neben dem Kulturgeschichtlichen Museum, dem Akzise- und dem Felix-Nussbaum-Haus. Dutzende dieser Eingriffe lässt Marikke Heinz-Hoek in ihrer Ausstellung „Es wird gewesen sein“ auf die „Aura des Hauses“ antworten, subtil, bewegend, Augen öffnend. Es sind Arbeiten aus 1990ern bis…“

weiter hier

Marikke Heinz-Hoek: „Es wird gewesen sein …“: bis 13. 1. 2019, Osnabrück, MG4/Villa Schlikker. (Foto Villa Schlikker Osnabrück – von wikipedia/N 9713 ; CC )

(ps In unserer Stadt wird derweil  weiter ein Museum für einen SS-Offizier geplant, weil der gut Autorennen fahren konnte.. Ich nenne dies eine geschichtliche wie lokale Schande.)