21. August 1968

21. August 2018

Heute vor 50 Jahren, am 21. August 1968, unterbricht kurz nach 2 Uhr Radio Prag sein laufendes Programm. Mit erregter Stimme verliest die Sprecherin die Eilmeldung, dass kurz vor Mitternacht Truppen des Warschauer Paktes die Staatsgrenze der Tschechoslowakei überschritten haben. Um 3 Uhr greift der Kölner Deutschlandfunk die Meldung aus Prag auf und teilt mit: „Truppen der Sowjetunion, Polens und der Sowjetzone sind in die Tschechoslowakei eingerückt.“ Gegen 5.30 Uhr bestätigt das die sowjetische Nachrichtenagentur TASS.

Am 21. August 1968 sind Truppen des Warschauer Paktes  in die Tschechoslowakei ein,arschiert. Radio Prag koordiniert den zivilen Widerstand gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings. Eine Dokumentation von DetektorFM.

Als die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei 1968 ein Demokratisierungsprogramm startet, berichtet Radio Prag ausführlich über die Veränderungen. Denn die unter dem Generalsekretär Dubček begonnenen Reformen öffnen nicht nur den Staat gegenüber marktwirtschaftlichen Veränderungen, sondern es fallen auch viele bis dahin geltende Zensurregeln weg. Die Einführung der Medien- und Redefreiheit ermöglicht im Frühjahr 1968 in der Tschechoslowakei eine kritische Öffentlichkeit.

Was ich als schlecht empfunden habe, habe ich auch als schlechte Sache gesendet. Die Sachen entsprachen der Wahrheit, nichts habe ich mir ausgedacht, sondern immer genau recherchiert. – Otka Betnesova, damalige Fernsehjournalistin

Radio Prag koordiniert Widerstand

Die sowjetische Führung in Moskau schaut im Frühjahr 1968 mit argwohn nach Prag. Denn die Reformen gefährden aus ihrer Sicht die Einheit des Ostblocks. Nachdem die Aufforderungen zur Kurskorrektur ohne Wirkung bleiben, marschieren Soldaten des Warschauer Pakts am 21. August 1968 in die Tschechoslowakei ein. Die Bürger versuchen, ihre neuen Freiheiten zu verteidigen, und organisieren den passiven Widerstand. Radiosender wie Radio Prag helfen dabei und koordinieren die einzelnen Widerstandsaktionen. Deshalb werden sie selbst zum Ziel des sowjetischen Militärs.

Wir haben die Türen geöffnet und die Techniker begannen die Nationalhymne zu senden, doch dann ist ein Offizier in den Raum gekommen und einige Soldaten. Jeder dieser Soldaten hat auf einen von uns aufgepasst und wir spürten die Bajonette in unseren Rücken. – Otka Betnesova, Zeitzeugin

Radio Prag sendet nach der Besetzung des Funkhauses zuerst aus einem unentdeckten Studio weiter. Bis zum Rückzug der sowjetischen Soldaten überträgt der Sender seine zehnminütigen Radiosendungen dann von unbekannten Orten.

Der Journalist Joachim Dresdner hat die deutschsprachigen Sendungen von Radio Prag dokumentiert und weitere Aussagen 50 Jahre nach dem Ende des Prager Frühlings gesammelt.

Ich erinnere mich noch gut an den Morgen des 21. August 1968. Ich war 16 Jahre alt und es waren noch Sommerferien – also lange schafen.  Da kam Frau Strubbe, die gute Seele im Hause meiner Eltern, in mein Zimmer und sagte, das in der CSSR etwas passiert sei. Passiert  war nicht mehr oder weniger als das brutale Ende des Prager Frühlings…

(Quelle: DetektorFM)

Kult-Schlager am Boni-Turm

21. August 2018

Kult-Schlager am Boni-Turm
Lingen (Ems) – Burgstraße /Bonifatiuskirche
Fr 24. Aug. 18 – ab 18 Uhr
Eintritt: frei

Zeitreise durch die Schlagerwelt: Das Kolpinghaus Lingen und DJ Matze veranstalten erstmals eine Open-Air-Kult-Schlager-Party an der St. Bonifatius-Kirche. Ab 18 Uhr gibt es ein Wiederhören mit den Hits aus jener Ära, als Chris Roberts, Lena Valaitis, Rex Guildo oder Katja Ebstein sich die Klinke in die Hand gaben. Neben der St. Bonifatius-Kirche werden die Veranstalter zudem eine besondere Schlager-Kulisse herrichten. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Das Gelände rund um die St. Bonifatius-Kirche ist an diesem Abend abgesperrt, so dass der Zugang zum Open-Air-Konzert ab 18 Uhr nur über die Burgstraße möglich ist. Ab Mitternacht geht es dann beim Kolpinghaus weiter mit der großen After-Open-Air-Party. Der Eintritt ist für beide Veranstaltungen frei.