NDR

14. August 2018

Für die Sendereihe „Jetzt reicht’s – Ihre Meinung zählt“ zeichnet NDR 1 Niedersachsen am heutigen Dienstag ab 18 Uhr in der Gaststätte Klaas-Schaper  an der Frerener Straße eine Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern des in Lingen geplanten Bernd-Rosemeyer-Museums auf.

An der öffentlichen Diskussion beteiligen sich einer Mitteilung des NDR zufolge Lingens Erster Stadtrat Stefan Altmeppen, Dr. Heribert Lange (Vorsitzender Forum Juden Christen) und Prof. Bernd Walter (Historiker und Kurator des geplanten Museums). In der von Anke Genius moderierten Diskussion wird auch der gleichnamige Sohn des verstorbenen Rennfahrers Bernd Rosemeyer zu Wort kommen. Interessierte sind eingeladen, an der Diskussion teilzunehmen. Einlass ist ab 17.30 Uhr.

Die Sendung wird am Donnerstag, 16. August, ab 19 Uhr auf NDR 1 Niedersachsen ausgestrahlt. Das Radioprogramm ist in der Region auf UKW 92,8 MHz zu empfangen. Weitere Informationen gibt es auf ndr.de/ndr1niedersachsen. Die Sendung kann anschließend auch in der NDR-Mediathek nachgehört werden.

Nebenbei gefragt:
Wo ist eigentlich Schönwetter-OB Dieter Krone, wenn diskutiert wird?

2 Antworten to “NDR”

  1. Paul Haverkamp said

    Lingen muss sich einem Rosemeyer-Museum widersetzen!

    Hoffentlich erinnern sich heute Abend bei der Diskussion mit dem NDR zum Thema „Rosemeyer-Museum“ auch noch die beteiligten Mitglieder der Stadtverwaltung und der Ratsfraktionen an den Beschluss, den sie einstimmig im Mai 2017 gefasst haben. In
    diesem Beschluss hieß es u.a.:
    • „ 1.Rat und Verwaltung der Stadt Lingen lehnen ein privates Bernd-Rosemeyer-Museum ab.

    • 2.Rat und Verwaltung der Stadt Lingen erklären, dass es sich bei dem geplanten Bernd-Rosemeyer-Museum in Lingen um ein rein privates Museum handelt, das weder heute noch in Zukunft finanziell oder ideell durch die Stadt Lingen oder eine der städtischen Institutionen unterstützt wird. Rat und Verwaltung appellieren an Herrn Liesen, – auch aufgrund seiner gesellschaftlichen Verantwortung – auf die Realisierung seines Vorhabens zu verzichten.“

    Dass die Verwaltung und der Stadtrat sich seit einem Jahr nicht mehr zu diesem Projekt in der Öffentlichkeit geäußert haben, hat wohl auch damit zu tun, dass man keine Wähler verprellen möchte. Diese Verhaltensweise ist jedoch vollkommen inakzeptabel.

    Eine, wenn auch nur latente, von den Bürgern so interpretierte Zustimmung arbeitet nur all denjenigen in die Hände, die sich sehnlichst nach einer Zeit zurücksehnen, in denen Deutschland meinte, eine geistig-politisch-rassische Überlegenheit in Europa beanspruchen zu können, um damit zugleich die Legitimation für das furchtbarste Verbrechen der Menschheit zu bewirken, den Holocaust.

    Wer all diese Zusammenhänge bei der Zustimmung zu diesem Museum nicht versteht, handelt verantwortungslos und geschichtsvergessen.

    Lingen braucht kein Museum für einen SS-Hauptsturmführer, sondern ein Museum, in dem diejenigen Bürger aus Lingen geehrt und gewürdigt werden, die Opfer der Nazis wurden oder sich mit ihrer jeweiligen Haltung den Nationalsozialisten widersetzten.

    Der OB hat in der letzten Woche bei der Ehrung der belgischen Widerstandskämpfer in Schepsdorf zu Recht darauf hingewiesen, dass wir nötiger denn je einer Erinnerungskultur bedürfen, die junge Leute sensibilisiert für Zustände, wenn Recht sich in Unrecht verwandelt und der frühzeitige Widerstand gegen eine solche Haltung zur obersten Pflicht wird.

    Diese Personen können Vorbilder für die junge Generation sein, damit sie frühzeitig erkennen, welche Gefahren drohen von Personen, die erneut wieder dem Nationalismus, einer Abschottungsmentalität und einer Fremdenfeindlichkeit das Wort reden.

    Paul Haverkamp, Lingen

  2. Marc Riße said

    Ein schwieriges Thema, sehr geehrter Herr Haverkamp.

    Mit weiten Teilen Ihrer Ausführungen stimme ich überein.
    Allerdings hat es nie einen Ratsbeschluss zu der Angelegenheit gegeben:

    Am 23. Mai 2017 um 21:56 Uhr wurden die Ratsmitglieder per E-Mail über die Erklärung aus dem Verwaltungsausschluss informiert, die Sie zitieren. Kein Ratsbeschluss, sondern eine Erklärung aus dem elfköpfigen Verwaltungsausschuss an 43 Ratsmitglieder. Ich zitiere die E-Mail:

    „Sehr geehrte Ratsmitglieder,
    anbei erhalten Sie die Erklärung des Rates und der Verwaltung der Stadt Lingen (Ems) zu den Plänen eines Bernd-Rosemeyer- und Elly-Beinhorn-Museums in Lingen (Ems), welche in der heutigen Sitzung des Verwaltungsausschusses von allen Fraktionen einstimmig beschlossen worden ist.
    Sofern Sie als Ratsmitglied mit dieser Ausführung nicht einverstanden sein sollten, bitte ich um Rückmeldung bis morgen, Mittwoch, 24.05.2017 um 12:00 Uhr. Bis dahin gilt ein Sperrvermerk, da in der Sitzung des Verwaltungsausschusses vereinbart worden ist, die Erklärung bis 12:00 Uhr vertraulich zu behandeln. Die gemeinsame Erklärung wird danach veröffentlicht.“

    Eine solche Vorgehensweise – egal um welches Anliegen es geht – halte ich für undemokratisch, und habe deshalb der Verwaltungsmitarbeiterin umgehend geantwortet und mich von der Erklärung distanziert. Weil ein solch sensibles Thema mehr Zeit braucht als buchstäblich „von zwölf bis Mittag“.

    Meine Einstellung zu dem Museum lasse ich hier ausdrücklich außen vor. Denn heute schauen wir auf das Umfeld der Jüdischen Schule: Auf dem Nachbargrundstück soll – per Mitteilungsvorlage an die Ratsmitglieder – ein Gebäude errichtet werden, das meiner Meinung nach dort nicht hingehört.

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