Ungleichbehandlung

13. August 2018

In einer Vorlage der Stadtverwaltung für die Ausschussberatung lese ich:

„Mit Schreiben vom 14.06.2018 hat der Landkreis Emsland mitgeteilt, dass ab 2018 ein jährlicher Pauschalzuschuss in Höhe von 25.000 € als Fördermittel für die Theaterförderung in Lingen zur Verfügung gestellt wird. Der jährliche Zuschuss wurde dabei von bisher 16.000 € um 9.000 € auf jetzt 25.000 € angehoben. Ab 2018 erhalten den Pauschalzuschuss von 25.000 € die Theatergemeinden Lingen (2.481 Abonnenten), Papenburg (919 Abonnenten), Meppen (750 Abonnenten) und Clemenswerth (381 Abonnenten) sowie die Freilichtbühnen in Ahmsen und Meppen. Weiterhin zahlt der Landkreis dem Kulturkreis Impulse und dem Heimathaus Twist je 12.000 €.

Der Fachbereich Kultur begleitet pro Jahr ca. 90 Kulturveranstaltungen (ohne Kultursommer und weitere Outdoor-Veranstaltungen) in den verschiedenen Kultureinrichtungen, schwerpunktmäßig im Theater an der Wilhelmshöhe, mit ca. 44.000 Besuchern, davon ca. 60 eigene Veranstaltungen und ca. 30 Vermietungen. Nicht dazu gehören die von der Stadt Lingen bezuschussten Kulturveranstaltungen der Lingener Vereine und Verbände, hier z. B. die Kinderreihe „Kiki & Pupps“ sowiedas Studioprogramm.“

Sögel bekommt also pro Abonnent etwa 60 Euro, Meppen etwa 35 Euro, Papenburg knapp 30 Euro, aber Lingen nur ganze 10 Euro. Die freien Träger in Lingen wie das Kulturforum St. Michael oder der Kunstverein für seine Musikreihe „Junge Virtuosen“ bekommen nichts.

Darin zeigt sich, so finde ich, eine -zurückhaltend formuliert- sehr bemerkenswerte Ungleichbehandlung. Sie wird noch größer, wenn man berücksichtigt, dass etwa in Meppen und Sögel der Landkreis auch noch alle Gebäudekosten trägt; denn Theater dort wird in (Schul-)Gebäuden des Landkreises gespielt.

Es wundert, weshalb sich die Stadt Lingen  und -vor allem-  ihre Kreistagsabgeordneten so etwas klaglos bieten lassen.