#metwo

26. Juli 2018

Nach der Özil-Debatte gerät der alltägliche Rassismus in den Mittelpunkt der Diskussion. Ali Can hat sie initiiert. Er sagt: „Wir brauchen sozusagen eine ‚MeToo‘-Debatte für Menschen mit Migrationshintergrund“, erklärt der 24-Jährige in einem Video, das auf Twitter veröffentlicht wurde, seine #MeTwo-Idee. Auslöser der Aktion war die durch den Rücktritt von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft losgetretene Debatte über Rassismus. Innerhalb von zwei Tagen ist #MeTwo zu einem Trendthema auf Twitter geworden.

#MeTwo ist ein Hashtag „gegen Diskriminierung von Minderheiten, aus dem sich eine konstruktive Wertedebatte entwickeln soll“, sagt Can. Die englische Zahl zwei bedeutet dabei: „Es dürfen – kitschig gesagt – zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Weil ich mehr bin als nur eine Identität. Ich fühle mich in Deutschland zu Hause. Habe hier Freunde, gehe hier arbeiten. Gleichzeitig kann ich mich aber auch mit einer anderen Kultur oder einem anderen Land verbunden fühlen.“

Die #metwo-Beiträge auf Twitter zu lesen, öffnet das Hirn und führt zum Nachdenken Macht es, bitte!

Gutbetuchte

26. Juli 2018

Heute ist eine LWT-Veranstaltung, die 38 € pro Person kostet. Sie ist damit natürlich viel zu teuer. Darauf weise ich in der Hoffnung hin, dass die nächste Auflage bezahlbar wird. Der/die/das öffentlich-rechtlich strukturierte LWT hat nämlich nicht die Aufgabe, Projekte für Gutbetuchte zu organisieren. Angepriesen wird durchs LWT: 

„Die „Fiets4Daagse“ sind das Radfahr-Event in den Niederlanden. Dazu bietet  Lingen Wirtschaft + Tourismus GmbH am Donnerstag, 26. Juli 2018 eine kombinierte Bus-Radtour an.

Mit dem Fahrradbus geht es morgens von Lingen nach Emmen (NL). Dort beginnt nach einem Begrüßungskaffee eine etwa 40 Kilometer lange Radtour durch die „magische Region Drenthe“. In der Ankündigung schwelgen geradezu die Begrifflichkeiten:  „Die idyllischen Dörfer begeistern die Radfahrer mit den charakteristischen Bauernhöfen und natürlich den historischen Windmühlen. Die Radtour endet wieder in Emmen, wo es zu originalem Drentse Krentenwegge Kaffee/Tee gibt. Anschließend findet die Rückreise nach Lingen wieder mit dem Bus statt.“

„Im Preis von 39,95 € pro Person ist die Busfahrt inkl. Radtransfer, die Startgebühr, sowie Verpflegung enthalten. Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 40 Personen begrenzt.“ Also eine durchaus spannende Sache in und um Emmen.

Aber der Ausflug ist zweifellos viel zu teuer. Man stelle sich nur vor, eine Familie mit zwei Kindern möchte teilnehmen. Wie es preiswerter werden kann? Zuschüsse akquirieren und Sponsoring, wäre der naheliegende Gedanke.

Lingen bei Nacht
Geführter Stadtrundgang auf den Spuren von Kneipen und Spelunken
Lingen (Ems), Treffpunkt: Emslandmuseum, Burgstr. 28b
Heute 21 Uhr
Karten: 2 €

Zu einem nächtlichen Stadtrundgang auf den Spuren der Lingener Kneipenszene von einst laden die LWT und das Emslandmuseum am Donnerstag (26.7., 21 Uhr) ein. Dr. Andreas Eiynck vom Emslandmuseum präsentiert dabei Informationen und Geschichten über die Lokale von einst, die sich nicht nur an Wissensdurstige richten. Nach Ende des Rundgangs können die Kenntnisse und Erinnerungen an den entsprechenden Schauplätzen aufgefrischt oder weiter vertieft werden.

Schon im ausgehenden Mittelalter verfügte Lingen über eine weithin bekannte Kneipenszene. In manchen Lokalen waren die Gäste im Umgang nicht zimperlich. Wirtshausschlägereien endeten nicht selten blutig und für das älteste belegte Lokal am Ort, den „Rosskamm“ am Markt (heute „Alte Posthalterei“) ist sogar eine Mordtat belegt. Doch meistens endete der Wirtshausbesuch friedlich, mitunter sogar selig – wenn nicht ein „Filmriss“ den Rückblick auf die Ereignisse des Vorabends blockierte.

Zu den beliebten Gastronomien der Innenstadt zählte zum Beispiel die Küche der Rosschlachterei „Robben“ in der Schlachterstraße. Heute befindet sich dort (noch) das „Palacio“. Das benachbarte „Hexenhaus“ hat eine bewegte, aber eigentlich eine ganz harmlose Geschichte, anders jedenfalls als die einige Häuser weiter gelegene „Bar Romantika“, wo die freizügige Bardame Hilde nicht nur auswärtige Männerherzen verzauberte. Auf eine eher bodenständige Geschichte kann degegen das Traditionslokal „Hutmachers Deele“ zurückblicken, auch wenn dort zwischenzeitlich längst italienische und vorübergehend orientalische Küche Einzug gehalten hat. So ändern sich die Zeiten, doch der Durst bleibt. Besonders rund um den Marktplatz. „Café Extrablatt“ und „1549“ verwöhn(t)en ihre Gäste an historischen Stätten, die einst unter Namen wie „Centralhof“, „Ratskeller“ und „Eselswirt“ firmierten.

Mit der Eröffnung des Lingener Bahnhofs verlängerte sich die Thekenlandschaft in die dortige Richtung. Erstes Haus am Platz war lange Zeit das „Hotel Nave“, heute das „Parkhotel“ mit dem Lokal „Da Sandro“. Mit illustren Gästen und einem humorigen Gästebuch hat dieses Hotel mehr als ein Kapitel Lingener Stadtgeschichte geschrieben. Gleich in der Nachbarschaft eröffnete Ende der 60er Jahre mit dem VAT 69 eine der ersten Lingener Diskotheken.

Wer beim Vorbeigehen an früheren Lokalen noch heute Durst bekommt und in fröhlichen Erinnerungen schwelgt, ist bei diesem Rundgang bestens aufgehoben. Und das Wort „Lokalgeschichte“ bekommt eine ganz andere Bedeutung…
(Quelle)