Lehrerin

30. Juni 2018

Es fehlt noch ein Text von mir zum Sommerferien-Anfang in Niedersachsen. Hier isser. Hach!

 

Eisseminar

30. Juni 2018

Eisseminar
Rheine – Stadtmitte
Donnerstag, 6. Juli 2018 – 18 Uhr
Kosten: 12 € pP

Bei diesem Eisseminar kann herausgefunden werden, wer das Gespür für leckeres Milcheis hat. Es wird nämlich nicht nur ein erster Einblick in die Eisherstellung gewährt. Ein ganz besonderes Erlebnis steht danach bevor: Die Zubereitung eines Micheises nach selbst ausgewähltem Geschmack. Die Teilnehmer können abstimmen, welche Geschmacksrichtung die Eigenkreation haben soll. Wie die verschiedenen Aromen dann zusammengestellt werden, liegt ausschließlich in der Hand der Seminarbesucher

Das Eisseminar beginnt um 18.00 Uhr und dauert ca. 1 Stunde. Pro Person kostet die Teilnahme 12,00 €. Es können bis zu 8 Personen teilnehmen.

Rheine.Tourismus.Veranstaltungen. e.V. nimmt Anmeldungen telefonisch unter Tel. 05971 800650 oder persönlich entgegen.

Übrigens: Das Eisseminar kann auf Anfrage von Gruppen an Wunschterminen montags bis freitags bei der Touristinformation Rheine gebucht werden. Die Mindestteilnehmeranzahl beträgt 5 Personen.

Rush Hour in Amsterdam

29. Juni 2018

Ronny Kraak schreibt:

„Ich bin kein Autofahrer und tue mich wohl auch deshalb ziemlich leicht damit, die Autos aus den Innenstädten verbannen zu wollen. Gut, manchmal profitiere ich auch davon, dass ich in einem Auto sitze, das gerade durch eine Innenstadt gurkt, am Ende aber fände ich es dennoch plausibel, wenn in ab halbgroßen Innenstädten nur Fahrräder, der ÖPNV, Fußgänger und Lieferfahrzeuge unter 7,5 Tonnen unterwegs sein würden. Für die Umwelt, die Sicherheit aller und vor allem einem Puls, der keinen zwangsläufig zum Ausrasten bringt, was hierzulande bei allen daran teilnehmenden Parteien ja ganz gerne mal der Fall ist.“

Dann zeigt er ein, wieer sagt „nicht repräsentatives Beispiel einer Rush Hour“ in Amsterdam. Kraak kommentiert: “ Ich weiß, dass es auch dort an anderen Plätzen sehr viel aufgeregter zugeht, was meistens ja auch dem Autoverkehr geschuldet ist. Klar. Aber: wenn all die hier gezeigten Radfahrer im Auto nach Hause fahren wollten, gäbe es an dieser Kreuzung sicher ganz andere Wartezeiten.“

Tja, guckste hier:

 

Grenzüberschreitend

28. Juni 2018

Das neue, grenzüberschreitende Projekt taNDem des INTERREG A Projekts „Kunstverbinding – Kunstverbindung“ findet im Jahr 2018 erstmalig statt und soll auch in den zwei folgenden Jahren durchgeführt werden. Das Kunstprojekt soll Künstler aus den Grenzregionen Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, Gelderland und Overijssel zusammenführen und dazu beitragen, ein nachhaltiges deutsch-niederländisches Künstlernetzwerk aufzubauen.

Jedes Jahr soll ein Barcamp stattfinden, in dem sich niederländische und deutsche Künstler zusammenfinden, um Tandems zu bilden und gemeinsame Projekte zu entwickeln. Johan Godschalk von Cultuurmij Oost und Andre Sebastian vom Münsterland e.V. bilden das Tandem der inhaltlichen Projektleitung. Godschalk sieht in der Kunst und der Kultur „perfekte Brückenbauer, um Menschen über die Grenze hinweg miteinander zu verbinden“.

Das erste grenzüberschreitende Kunst- und Kulturbarcamp fand im vergangenen April im Kloster Bentlage in Rheine statt. Ungefähr 130 deutsche und niederländische Künstler haben teilgenommen, um mögliche Projektpartner aus dem Nachbarland zu finden und Tandems bilden zu können. Bei einem Barcamp gestalten die Teilnehmer das Programm selbst, es sei eine neue Art der Begegnung, so Andre Sebastian. Lediglich das Thema und der Veranstaltungsort seien von den Organisatoren festgelegt worden. Während des Barcamps fanden mehrere Sessions statt, bei denen die Teilnehmer Projektideen präsentieren oder zur Diskussion stellen konnten.

Die Überschrift des diesjährigen Themas lautet „Sehnsuchtsort Heimat – Wo fühle ich mich zuhause?“. Mögliche Themengebiete sind hierbei Migration und Flucht, doch die Künstler können selbst entscheiden, ob sie diese Themenideen aufgreifen möchten, oder sich einem anderen Aspekt des Themas Heimat widmen möchten. Im Jahr 2019 soll das Projekt unter dem Motto „Energie“ durchgeführt werden, im Jahr 2020  wird das Thema „Paradies“ lauten.

Nach dem Barcamp konnten die Künstler auf der Homepage des Projektes einen Projektantrag stellen. Hierbei mussten das Tandem festgelegt und die Projektidee beschrieben werden. Auch Künstler, die nicht am Barcamp teilgenommen hatten, konnten einen Projektantrag stellen. Die Tandems können eine maximale Förderung von 15.000 Euro für ihr Projekt erhalten. 36 Projektanträge wurden bis zur Deadline im Mai eingereicht. Am 13. Juni hat eine unabhängige Expertengruppe getagt und 15 Projekte ausgewählt, die eine Förderung erhalten. Zu den ausgewählten Projekten gehören ein Literatur-Karaoke-Taxi, Klangkunst jenseits der Grenze sowie Straßeninterviews und Workshops, die zu „Heimatfilmen“ verdichtet werden und eine multimediale Aufführung einer „Regionsoper“.

Weitere Informationen finden Sie unter www.tandemkunst.eu.
An dem Projekt taNDem beteiligen sich die EUREGIO, Cultuurmij Oost, Münsterland e.V., Emsländische Landschaft e.V., die Stadt Osnabrück, der Landkreis Osnabrück und die Provinzen Gelderland und Overijssel.

 

Quelle: NiederlandeNet.

Tja…

27. Juni 2018

_Deutschland 🇩🇪 hat die Gruppe verlassen_

update

mehr ein Campus

27. Juni 2018

Noch bis Freitagmittag (29. Juni) können in Lingen (Ems) die Wettbewerbsbeiträge zum „Synergy Park Lühn“ im Foyer des Neuen Rathauses besichtigt werden.

Das Unternehmen LühnBau hatte den Planungswettbewerb ausgeschrieben. Zwölf Architekturbüros reichten daraufhin Entwürfe ein, vier davon schafften es in die engere Auswahl. Das traditionreiche Unternehmen, das derzeit noch an der Rheiner Straße im Zentrum der Stadt zu finden ist, will drei Hektar im neuen „Synergy Park Lühn“ selbst zu nutzen. Weitere sieben Hektar bleiben für Neuansiedlungen, Neugründungen sowie eine Kita und gastronomische Angebote a24, Berlin,vorbehalten. 

Gewonnen hat den Planungswettbewerb das Architektenbüro Lava Laboratory Berlin in Zusammenarbeit mit den Landschaftsplaner von a24 (Berlin); nach Abschluss der Bebauungsplanung soll der erste, gleichermaßen kompakte wie moderne Technologie- und Gewerbeparks Lingen an der B70 in Estringen entstehen.  Fachpreisrichter Friedhelm Terfrüchte (Essen) begründete die -übrigens einstimmige- Entscheidung der Jury gegenüber der LT Lokalzeitung, dass Lingen nicht gerade als „Brennpunkt der Architekturgeschichte“ bekannt sei. Umso bemerkenswerter sei es, dass hier ein Unternehmen im Zusammenspiel mit der Stadt etwas Besonderes versuche: Den Aufbau eines Campus als Ort, wo Arbeitswelten qualitativ hochwertig gestaltet würden und Flächen zur Kommunikation mit Angeboten entstünden, die eher an einen neuen Stadtteil erinnerten.

das waren auch die entscheidenden Punkte für die Jury. Der Siegerentwurf überzeuge vor allem durch die Verflechtung von Grünraum und Freiraumangebote. Es entstehe mehr ein Campus als ein Gewerbegebiet. der Planentwurf  vereine vielfältige Nutzungen, Gebäudegrößen und öffentliche Angebote, heißt es in der Beurteilung des Preisgerichts.

Der Spatenstich für den neuen „Synergy Park Lühn“ soll in zwei Jahren erfolgen, so die Lühn-Geschäftsführung. Weil die öffentliche Präsentation der Wettbewerbsarbeiten Bestandteil eines Architektenwettbewerbs ist, können sich Interessierte anhand der Modelle und Pläne im Foyer des Rathauses jetzt einen eigenen Eindruck verschaffen. Die Ausstellung kann jeweils zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.

(Bild: Siegerentwurf Synergy Park Lühn,Screenshot Internetseite LuehnBau)

gierig

26. Juni 2018

Vor zwei Jahren überkam es den Oberbürgermeister und seine treuen CDU-Mannen und sie beschlossen, drei Baugrundstücke in Altenlingen meistbietend zu veräußern. So kamen für Lingen bis dahin unbekannte Preise von bis zu 290 Euro/Quadratmeter heraus. Für Wohngrundstücke in einem Stadtteil. Jetzt beschlossen der Oberbürgermeister und seine treuen CDU-Mannen einen Quadratmeterpreis von 170 Euro für ein kleines neues Wohngebiet am südlichen Ende der Rheiner Straße. Der Preis ist überhöht und das Ganze ist auch sonst mindestens aus drei Gründen bemerkenswert:

Einmal erfolgte die Kaufpreisfestsetzung gegen den einstimmigen Beschluss des Ortsrats Darme, der einen deutlich geringeren Preis wollte. Zweitens wurde den Ratsgremien in der Beschlussvorlage 146/2018 nicht einmal -wie sonst immer- eine Berechnung der Gestehungskosten vorgelegt, die aber bei lediglich 110 Euro/Quadratmeter gelegen haben, und drittens lautete die Begründung, dass gerade auch in Laxten ein ähnlich hoher, deutlich über den Gestehungskosten liegender Verkaufspreis festgelegt worden sei.

Damit konfrontiert hab ich dazu in den städtischen Beratungen erwidert, dass man einen Fehler nicht wiederholen dürfe und der Preis in Laxten sei ein Fehler. Denn unsere Stadt sei nicht dazu berufen, mit Grundstücken auf Kosten der Häuslebauer Geschäfte zu machen und zu spekulieren.

Für die oft zitierten jungen Familien und ihren Wohnungsbau jedenfalls sind derartige Quadratmeterpreise unbezahlbar, was dem Oberbürgermeister und seinen treuen CDU-Mannen aber wurscht ist.

Sie haben einfach beschlossen, dass bei 110 Euro/qm Gestehungskosten für die Stadt pro Quadratmeter 60 Euro draufgeschlagen und kassiert werden. Das ist gleichermaßen familienfeindlich, unsozial und gierig.

Wie es auch anders geht, zeigt das nachfolgende Video aus Bayern, wobei die darin empfohlene Abgabe an Wohnungsbaugenossenschaften auch nicht immer zum Erfolg führt. So läuft der nach dem Ausscheiden des AfD-Mannes Wendelin Wintering als Vorstand der Nordwest-Wohnungsbaugenossenschaft verbliebene Christian Luhm zu den Genossenschaftsmietern an der Adolfstraße und tut sich mit allerlei Bemerkungen hervor, um die Mieter,aus den günstigen Genossenschaftswohnungen hinauszudrängen (mehr…).  Ich höre dazu, dass diese Mieter nicht einmal Mitglied der Genossenschaft werden dürfen…

Nicht ganz

25. Juni 2018

In der Reihe der großartigen Folgen von James Cordens „Carpool Karaoke“ gibt es einen neuen Höhepunkt: In knapp 24 Minuten fährt der Moderator der „Late Late Show“ mit Paul McCartney durch Liverpool, besucht Orte aus der Vergangenheit des ehemaligen Beatles und singt einen Kracher nach dem anderen. Alles passt: 23:42 Minuten Fernsehgeschichte!

Da bin ich sehr gerne mit dabei. Ich mochte die Beatles immer sehr gerne. Sind ja auch meine Altersklasse. Nun, nicht ganz. — Schöne Woche!

immer für immer

24. Juni 2018

Vorgestern wurde der „Grimme-Online-Award“ (GOA) verliehen. Dabei ging es bei der Gala-Veranstaltung in der Kölner Flora auch um’s Emsland, genauer um das auf dem Hümmling liegende Dorf Werpeloh.

Der 37. Abschlussjahrgang der Henri-Nannen-Journalistenschule hatte 2017 das Online-Projekt  „Ein deutsches Dorf “ vorgestellt. Die künftigen Journalisten berichten darin über das scheinbar allzu bekannte Leben jenseits der Großstadtmetropolen, „ohne dass sich die Autoren über ihre Protagonisten erheben würden“, so die GOA-Jury, die das Projekt in der GOA-Kategrie „Kultur und Unterhaltung“ auszeichnete.

Überzeugend fand sie dabei vor allem die „Zurückhaltung bei der Multimedialität zugunsten des eigentlichen Inhalts und des preiswürdigen redaktionellen Konzepts.“ Dabei zeigte die JournalistenschülerInnen auch die eigene Rolle reflektiert und Gegensätze wie Gemeinsamkeiten – nicht nur von jungen Menschen – auf dem Dorf und der Stadt auf.

Vor einem Jahr hatten sich die Journalistenschülerinnen und -schüler zwei Wochen im Jugendgästehaus in Sögel einquartiert, um das Leben in der Hümmlinger Nachbargemeinde „hautnah mitzuerleben“ und multimedial zu dokumentieren. So entstanden Geschichten über Gülle-Influencer auf YouTube, Schützenfeste oder Klischees über das Dorfleben.

Die Macher:  Henri-Nannen-Journalistenschule, 37. Lehrgang
Redaktionsleitung: Benedikt Becker, Stefanie Pichlmair, Daniel Sippel
Redaktion: Marius Buhl, Susan Djahangard, Martin Eimermacher, Steffi Hentschke, Lisa McMinn, Robert Pausch, Martin Pfaffenzeller, Jonas Schaible, Nico Schmidt, Florentin Schumacher, Frederik Seeler, Markus Sehl, Jean-Pierre Ziegler
Unterstützung Video-Produktion: Carsten Behrendt, Martin Jäschke, Shahin Shokoui
Unterstützung Fotografie: Heiner Müller-Elsner
Gestaltung und Umsetzung: Maximilian Schmidt
Koordination: Renate Lehnert
Herausgeber: Andreas Wolfers


 Werpeloh also. 1.174 Einwohner, eine Kirche, eine Kneipe, 14.391 Schweine, 221 Schafe. Spezialität: Grünkohl mit Pinkel. Und eine Stunde bis zur nächsten Autobahn. Vielleicht denken Sie gerade: Was für ein Kaff! Doch an Orten wie diesem wird die Bundestagswahl entschieden. Mehr als die Hälfte der Deutschen lebt fernab der großen Städte. Millionen Menschen, die Journalisten und Hauptstadtpolitiker zu oft aus den Augen verlieren. Wie lebt es sich in einem Dorf wie Werpeloh?

Um ein Dorf auszuwählen, hatten die Journalistenschüler erst überlegt, Dartpfeile auf eine Deutschlandkarte zu werfen. Dann machten Berliner Sozialforscher die Journalistenschüler auf Werpeloh aufmerksam: 500 Kilometer entfernt von Berlin, 240 Kilometer von Hannover, 29 Kilometer bis zum nächsten Bahnhof. Ein in jeder Hinsicht durchschnittliches deutsches Dorf.

Die Reporter halfen Schweinezüchtern beim Ausmisten, begleiteten die Freiwillige Feuerwehr, feierten im Schützenverein; am Sonntag saßen sie mit in der Kirche. Sie begannen, sich Fragen zu stellen: Wird der Schützenkönig wirklich durchs Schießen bestimmt? Wer ist der Mann, der mit all den EU-Geldern das Dorf erneuert hat? Warum wollen fast alle jungen Leute in Werpeloh bleiben?

Die Journalistenschüler wohnten im katholischen Jugendhaus im Nachbarort Sögel. Im Editorial heißt es:

„In der dritten Nacht klaute jemand unsere Fahrräder. Wir hatten sie gemietet, um jeden Morgen von einem Nachbarort aus nach Werpeloh zu radeln. In Werpeloh selber hatten wir keine Unterkunft gefunden, kein Wunder, wer reist schon nach Werpeloh: kleines Dorf im Emsland, 1200 Einwohner, eine Kirche, eine Kneipe, ansonsten viele Schweine, Kornfelder, Windräder.

Die Werpeloher betonten sogleich, dass die Räder ja nicht in ihrem Dorf gestohlen worden waren, sondern vor unserer Herberge im Nachbarort. In Werpeloh sei so etwas undenkbar. Hier gebe es keine Diebe. Die Botschaft war klar: In ihrem Flecken, wo jeder jeden kennt, sei die Welt noch in Ordnung.

Ist sie das wirklich? Und falls ja: Worauf beruht diese heile Welt? Macht es Spaß, in ihr zu leben?“

Die Werpeloher luden die Henri-Nannen-Schüler zu Erdbeerkuchen ein, aber sie blieben auch emsländisch-skeptisch. Was wird bei alldem herauskommen? Entstanden ist das jetzt mit dem Grimme Online Award ausgezeichnete Multimediaprojekt www.eindeutschesdorf.de. Es ist online, und die Beiträge waren im vergangenen August in der Print-Ausgabe der ZEIT zu lesen.

Meine Leserschaft darf wie ich in emsländischer Identitätsbeschreibung versnken, die so ganz anders ansetzt als die augenzwinkernde von Gerhard Kromschröder, doch genauso entschieden ist. Und folgerichtig lese ich authentische Emsland-Sätze wie den von Petra: „In Werpeloh ist es immer für immer.“

 

(Foto: Steinkreis Werpeloh von Frank Vincentz CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported)