Aufruf: „Im niedersächsischen Lingen…

31. Mai 2018

Aufruf: „Im niedersächsischen Lingen wird das Atomkraftwerk Emsland das „neue“ AKW genannt. Dabei wird es am 20. Juni 30 Jahre alt! Dieser Atommeiler, einer der „jüngsten“ in Deutschland, hat eine Betriebsgenehmigung bis Ende 2022. Das Risiko einer so langen Laufzeit können und dürfen wir nicht zulassen, weder in Lingen noch an anderen Standorten! Es gibt keine ’sichere Atomkraft‘, und je älter ein Reaktor wird, desto gefährlicher ist er. Allein durch Materialermüdung und Verschleiß steigt die Anzahl der Störfälle dramatisch an, auch im AKW Emsland. Gleichzeitig entsteht täglich Müll, der weder jetzt noch in Zukunft sicher gelagert werden kann. Die unflexiblen Atommeiler – ebenso wie alte Braunkohlemeiler – ‚verstopfen‘ außerdem die Netze und blockieren den Ausbau Erneuerbarer Energien. Wir fordern deshalb von der Bundesregierung, im Zuge der Atomgesetz-Novelle bis Ende Juni einen deutlich schnelleren Atomausstieg festzulegen.

Uranfabriken schließen!
Auch die Brennelementefabrik Lingen und die Urananreicherungsanlage Gronau müssen so schnell wir möglich stillgelegt werden. Es kann nicht sein, dass sich Deutschland zwar zum „Atomausstieg“ bekennt, aber durch Brennstoff-Lieferungen die weltweite Atomindustrie noch jahre- und jahrzehntelang stützt – indirekt sogar Atomwaffenprogramme wie das in den USA.

Uralt-Reaktoren in Grenznähe werden genauso aus Lingen versorgt wie z. B. Olkiluoto, ein AKW-Neubau in Finnland, der schon vor seiner Inbetriebnahme für Negativschlagzeilen sorgte. Dabei wäre eine Schließung der Uranfabriken per Bundestagsbeschluss ohne Weiteres möglich. Umweltministerin Schulze muss nun diese Gesetzesänderung auf den Weg bringen!

Uran-Exporte stoppen!
Dass marode Reaktoren in Tihange, Doel (Belgien) sowie Fessenheim und Cattenom (Frankreich) mit Brennelementen aus Lingen und Uran aus Gronau beliefert werden dürfen, ist ein fortwährender Skandal. Gerade hier hat die Umweltministerin Handlungsspielraum. Sie kann und muss die Ausfuhr von Brennstoffen an grenznahe Risikomeiler unterbinden – das haben renommierte Jurist*innen überzeugend dargelegt. Wir fordern Frau Schulze eindringlich auf, bestehende Genehmigungen für Brennstoff-Lieferungen zu widerrufen und neu beantragte zu verweigern.

Wir brauchen eine echte Energiewende – ökologisch und sozial gerecht! Weder Kohle, noch fossile Energien, noch Atomkraft haben darin einen Platz!

Geht mit uns zusammen für einen sofortigen und vollständigen Atomausstieg auf die Straße!“

Die Auftaktkundgebung beginnt um 13:00 Uhr vor dem Haupttor des AKW Emsland bei Lingen. Der anschließende Demozug führt über eine Strecke von ca. 2 km bis zur Brennelementefabrik. Dort findet die Abschlusskundgebung bis 15:30 Uhr statt.

4 Antworten to “Aufruf: „Im niedersächsischen Lingen…”

  1. Norman said

    Schaut mal lieber auf die Atommeiler in unseren Nachbarländern! Natürlich müssen wir weg von der Kernenergie. Aber Fukushima als Vorwand zu nutzten war lächerlich!

    • Drei Punkte dazu:
      a) Tihange, Doel, Fessenheim und Cattenom liegen in Nachbarländern direkt an der deutschen Grenze. Gegen die Versorgung dieser Schrottreaktoren mit Brennstäben aus Lingen richtet sich der Protest.
      b) Fukushima war und ist ein Menetekel. Den fürchterlichen Super-GAU dort zum Anlass zu nehmen, aus der Atomstromproduktion auszusteigen ist richtig, allerdings war dem die Entscheidung der damaligen CDUCSUFDP-Koalition vorausgegangen, den von der rotgrünen Vorgängerregierung Schröder mit den Konzernen vertraglich vereinbarten Atomausstieg aufzuheben. Das war ausgesprochen kurzsichtig und dumm.
      c) Was sonst gegen Atomstrom spricht, steht im Aufruf: “Gleichzeitig entsteht täglich Müll, der weder jetzt noch in Zukunft sicher gelagert werden kann.“ Ich ergänze: Aber Jahrtausende sicher gelagert werden müsste.

    • „Lächerlich“ war es, dass die CDUCSU/FDP-Regierung den zwischen dem Bund und den Energieversorgern einvernehmlich vereinbarten Ausstieg aus der Atomenergie rückgängig gemacht hat.

  2. Bernhard Schulte said

    Selbst bei wohlwollendster Sicht der Atomkraft und speziell die deutschen AKW für absolut idiotensicher haltend bleibt die Frage unbeantwortet, wo denn irgendwann der Müll landen soll.
    Nach meiner Kenntnis gibt es weltweit kein einziges, für viele jahrtausende sicheres Endlager sondern nur für relativ kurze Zeit nutzbare Zwischenlager. Und so lange das so ist, dürfte doch eigentlich kein einziges Gramm strahlenden Atommülls mehr produziert werden. Offenbar mangelt es hier jedoch an Erkenntnisfähigkeit.
    Nachfolgende Generationen treten eine aus der Geschichte unbekannte, äußerst nachhaltige Erbschaft an. Für diese Hinterlassenschaft werden sie uns dereinst verfluchen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.