Summt!

20. Mai 2018

Heute ist der erste Weltbienentag. Die UN haben ihn ausgerufen, weil die Wildbienen durch die  Realität der weltweiten Landwirtschaft gefährdet sind – und mit ihnen Pflanzen und Nahrungsmittel.

Während nämlich weltweit die von Menschen gezüchteten, gehaltenen und gepflegten, für Pflanzenbestäubung und Honigproduktion genutzten Bienenvölker mehr werden (und immer mehr Honig produzieren), nimmt die Zahl der Insektenarten insgesamt kontinuierlich ab. Etwa die Hälfte der fast 600 Wildbienenarten in Deutschland stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, 40 bis 50 gelten schon als ausgestorben. Wichtig an der Vielfalt der Arten ist aber deren Spezialisierung: Die verschiedenen Bienen sammeln mit ihren Mundwerkzeugen und Beinen Pollen auf ganz verschiedene Weise  – und nur alle zusammen können alle Blütenarten bestäuben. Der NABU schreibt:

…. „Die Alarmglocken schrillen: Jede dritte Wildbienen-Art in Deutschland gefährdet. Es ist gut, dass die Weltpolitik den dramatischen Schwund an Insekten erkannt hat. Doch in den Köpfen einiger Politiker scheint noch nicht angekommen zu sein: Der Insektenrückgang ist kein kleines Problem, das mit ein paar netten Aktionen hier und da gelöst werden kann. Wir können Insekten und ihre Leistungen als Bestäuber nur retten, wenn die Agrarpolitik grundsätzlich anders wird. Aber das fordern auch die Vereinten Nationen: Gleich mehrere der globalen Entwicklungsziele betonen die Notwendigkeit einer nachhaltigeren Landwirtschaft. Doch dahin kommen wir nur, wenn umweltschädliche Subventionen gestrichen werden und sich die Förderung der Biodiversität für Landwirte finanziell lohnt.

Es ist inzwischen belegt, dass die Ursachen für den Insektenrückgang in der hoch-intensivierten Landwirtschaft liegen. Enge Fruchtfolgen und intensive Ackerbausysteme bieten Insekten zu wenige Nahrungs- und Nistangebote und der seit Jahrzehnten konstant hohe Einsatz von Pestiziden vergiftet zahlreiche Tiere. Düngemittel verändern zudem vielerorts die Pflanzenzusammensetzung und somit die Nahrungsgrundlage von Insekten.

Der Pestizideinsatz muss deutlich sinken

Unsere Insekten werden schleichend ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Sie verschwinden in dramatischem Tempo – und das rund um den Globus. Wenn es so weiter geht, rast die Weltgemeinschaft auf ein ökologisches Desaster zu….“

So weit heute der NABU auf seiner Internetseite und er wendet sich dann appellhaft an die deutsche Landwirtschaftsministerin, die handeln müsse. Diesen Appell lasse ich hier weg, weil ich überzeugt bin: Auch die amtierende Ministerin wird wie ihre Vorgänger nicht handeln. Das unterscheidet sie von Machern wie den grünen Ex-Landwirtschaftsministern Christian Meyer (Niedersachsen) und Johannes Remmel (NRW), die jedenfalls nicht nur wohlfeile Reden gehalten haben.

Und was können können wir selbst in Lingen (Ems) tun? 

  • Beispielsweise können wir auf diese unsäglichen Plastik-Sichtschutz-Flechtzäume verzichten, die seit einigen Jahren gleichermaßen Landschaft und Stadtbild verschandeln und in denen ich noch keine Bienen summen gehört habe. Pflanzt stattdessen Hecken! Und gärtnert bienenfreundlich, also bitte keine (Vor-)Gärten, mit Stein- und Kiesflächen usw..
  • Als Stadt Lingen können wir bei der Verpachtung unserer landwirtschaftlicher Flächen mit den Pächtern zumindest vereinbaren, Blühstreifen anzulegen.
  • Dasselbe machen wir auch selbst auf unseren städtischen Restparzellen, Böschungen und an fließenden und stehenden Gewässern: Blühstreifen von einheimischen Saaten in Form von mehrjährigen (!) nektar-und pollenspendenden
  • Und wir können bei unserem städtischen Bauhof danach schauen, ob die von ihm gepflanzten Blumen mit Herbiziden und anderem, die Wildbienen gefährdenden Chemiezeug behandelt worden sind oder ob sie ohne Spritzmittel gezüchtet wurden.
  • Statt friedhofsartig Eisbegonien zu pflanzen (wie vergangene Woche am Emslandmuseum), täte der Bauhof auch gut daran, einheimische Pflanzenarten mit ausdrucksstarkem Blütenflor auszuwählen, z.B. Mohn, Rittersporn, Flockenblumen, Salbei, Königskerzen, Kornblume.
  • Hilfe geht im Kleinen auch so:

 

(Fotos: Oben: André Karwath (Aka) Rote Mauerbiene CC BY-SA 2.5; Unten Spirea-Hecke zur Blütezeit © Derkleinegarten.de)

Palme d’Or

20. Mai 2018

21 Filme konkurrierten beim diesjährigen 71. Internationalen Filmfestival in Cannes um die Palme d’Or (Goldene Palme). Die begehrteste Auszeichnung in der südfranzösischen Stadt -wird für den besten Film vergeben.

Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht 2018 an das Familiendrama „Shoplifters“ des Japaners Kore-Eda Hirokazu. Das gab die Jury gestern Abend bekannt. Der 55-Jährige erzählt in seinem Werk von einer aus Außenseitern zusammengewürfelten Familie, die am Rande der Gesellschaft lebt. Es ist ein Film, der Optimismus verbreitet – vielleicht nicht das schlechteste Signal in einem Jahrgang, der nicht nur viel menschliches Elend auf der Leinwand zeigte, sondern auch „durch eine nie da gewesene Menge ganz schwacher Werke“ (NZZ) auffiel. 
Hier der Traile: