In Memoriam Carl v. Ossietzky – *03.10.1889 · †04.05.1938

Carl von Ossietzky war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Pazifist. Er starb heute vor 80 Jahren an den Folgen der KZ-Haft in Esterwegen in Berlin.

Die Zeit (Dietrich Strothmann), 29.10.1971 | Aktualisiert 22.11.2012

Ossietzky
Carl von Ossietzky (1889–1938) war der dritte Deutsche, dem – im November 1936 – der Friedens-Nobelpreis zugesprochen wurde. Er war aber der erste Preisträger, der die Ehrung als Gefangener erhielt. Als „Ossi“, wie ihn seine Freunde von der „Weltbühne“ nannten, das Telegramm aus Oslo empfing, war er nur eine Nummer: Häftling Nr. 562.

Zuvor war er „schwerkrank“ – zusammengeschlagen – aus dem Kozentrationslager Esterwegen im Emsland in ein Berliner Gefängnislager gebracht worden. Hermann Göring soll ihn für einen monatlichen Judas-Lohn von 500,– Mark zu überreden versucht haben, den Preis auszuschlagen. Doch noch in diesem Augenblick hielt Ossietzky zu seiner Fahne, getreu einem Wort, das er im Februar 1933 sich und seinen Gefährten gegeben hatte: „Wir werden keine Konzessionen machen und überall dort, wo ein Geßler-Hut aufgesteckt wird, in schweigender Verachtung vorübergehen.“

» Der Name, den das Weltgewissen sprach, war seiner: Carl von Ossietzky
RadioFeature von Paul Assall | SWR (SWF) | 1979 | 50:41 Min.

» Unübertroffene Zivilcourage | Vor 80 Jahren starb der Publizist Carl von Ossietzky
Neues Deutschland, 03./04.05.2018

» Für Carl v. Ossietzky
Kurt Tucholsky, Die Weltbühne, 17.05.1932

» Carl von Ossietzky
https://www.noz.de/lokales/nordhuemmling/artikel/73689/carl-von-ossietzky-gilt-als-prominentester-kz-haftling-in-esterwegen#gallery&0&0&73689

Noch dies:
Keine einzige Straße, kein einziger Platz, keine Einrichtung im Emsland ist nach Carl von Ossietzky benannt, der hier so unsäglich gequält wurde.
Ich schäme mich für diese Geschichtslosigkeit.  

Codewort

4. Mai 2018

Es ist eine schockierende Statistik: Laut Bundeskriminalamt stirbt in Deutschland alle drei Tage eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Das Hauptproblem: Betroffene können in ihrer Notsituation meist keine Hilfe rufen. Gemeinsam mit der Kreativagentur Grey will das deutsche UN Women Komitee jetzt eine öffentliche Debatte starten, die das Thema „aus der Tabuzone holt“, wie Geschäftsführerin Bettina Metz betont. Denn: „Frauen sollen wissen, wo und wie sie Hilfe bekommen.“

Zu diesem Zweck haben das UN Women Komitee und die Werbeagentur den Prototyp eines Sprachassistenten entwickelt, der auf den Bauteilen basiert, die Amazon anderen Unternehmen zur Verfügung stellt, damit diese die Alexa-Technologie in ihre Produkte integrieren können. Das Besondere an dem „Echo of Help“: Er kann über ein persönliches Codewort einen stillen Alarm an vordefinierte Kontakte senden – und Frauen so dabei helfen, sich aus Gewaltsituationen zu befreien.

Ob Alexa, Siri oder der Google Assistant: Sprachassistenten und smarte Lautsprecher sind eines der großen Hype-Themen 2018. Außer in Produktspots der jeweiligen Hersteller sind die Assistenten bislang selten Gegenstand von Werbekampagnen. Das ändert sich jetzt mit einer genauso cleveren wie wichtigen Idee von UN Women Deutschland und Grey Düsseldorf. Das Duo setzt mit einer simplen Weiterentwicklung von Amazons Echo-Gerät ein starkes Zeichen gegen häusliche Gewalt.

Alle Informationen zu dem Auftritt hält UN Women auf der Website Echo-of-Help.com bereit. Zudem verbreitet die Organisation die Kampagne unter dem Hashtag #EchoOfHelp in den sozialen Netzwerken. Zudem weist das Komitee auf das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen hin.Und es gibt auch berechtigte Kritik an digitalen Sprachassistenten.

(Quelle: Horizont.net)