1. Mai

29. April 2018

Mai-Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Tag der Arbeit 2018

Wir stehen für Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit. Dafür kämpfen Gewerkschaften!

Die Große Koalition hat sich für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einiges vorgenommen. Aber das reicht nicht. Wir wollen mehr soziale Gerechtigkeit, mehr solidarische Politik, mehr Förderung der Vielfalt. Wir werden die Bundesregierung drängen, die politischen Weichen in die richtige Richtung zu stellen: Solidarität statt gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung, klare Kante gegen Rassismus und extreme Rechte.

Wir wollen, dass niemand sich fragen muss, ob der Arbeitsplatz sicher ist, ob das Geld und später die Rente reichen. Wir wollen, dass mehr Beschäftigte den Schutz von Tarifverträgen genießen, und mehr Mitbestimmung in den Betrieben und Verwaltungen. Wir wollen ein gerechtes Steuersystem, mit dem eine solide Infrastruktur und bezahlbare Wohnungen finanziert werden, und einen öffentlichen Dienst, der seine Aufgaben gut erfüllen kann. Wir wollen gute Bildung für alle Kinder. Sie haben ein Recht darauf. Rentnerinnen und Rentner sollen in Würde altern können.

Diese Koalition muss ihre Vorhaben bei der Pflege, bei der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, bei der sachgrundlosen Befristung, bei dem Rückkehrrecht auf Vollzeit, bei den Investitionen in Bildung, Wohnungen und In-frastruktur schnell und vollständig umsetzen. Das kann aber nur der erste Schritt sein. Sie muss mutiger werden!

  • Niedriglöhne, Mini- und Midijobs sind keine Perspektive für die Zukunft: Schluss damit! Sie gehören abgeschafft, nicht ausgeweitet! Die Schonzeit für die Arbeitgeber ist vorüber!
  • Überstunden und Überlastung im öffentlichen Dienst gehören abgeschafft! Wir fordern mehr Personal!
  • Finger weg vom Arbeitszeitgesetz – mehr Mitbestimmung der Beschäftigten bei ihrer Arbeitszeitplanung!
  • Investiert endlich in bessere Bildung und Infrastruktur. Sofort!
  • Eine Lohnlücke von 21 Prozent bei der Bezahlung von Frauen ist ungerecht. Beendet das!
  • Arbeitgeber, die aus der Tarifbindung flüchten, verweigern gerechte Löhne. Verbietet es ihnen!
  • Reiche müssen mehr tragen als Arme – wir fordern ein gerechtes Steuersystem. Jetzt!
  • Europa ist ein fantastisches und einzigartiges Projekt, es darf nicht scheitern. Stärkt ein soziales und solidarisches Europa!

Dafür gehen wir am 1. Mai auf die Straße – mit Dir! Der 1. Mai ist unser Tag der Solidarität.

Wir demonstrieren gegen Krieg und Intoleranz, Rassismus und Rechtspopulismus.

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Am 1. Mai treffen sich in Lingen (Ems) die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter um 10:15 Uhr vor dem Historischen Rathaus auf dem Lingener Marktplatz zur Mai-Demonstration. Oberbürgermeister Krone wird die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dort begrüßen. Von dort zieht die Mai-Demonstration zum neuen 1. Mai-Veranstaltungsort an der Halle IV, Kaiserstraße. Hier führen die DGB-Vorsitzenden Bernt Kastein (Emsland) und Horst Krügler (Grafschaft Bentheim) durch das Programm, das mit einem Grußwort des Niedersächsischen Finanzministers Reinhold Hilbers beginnt. Zur Maikundgebung des DGB spricht Oliver Langkau, Gewerkschaftssekretär
der IG Bergbau-Chemie-Energie.

Das traditionelle Familienfest findet viel Raum in und an der Halle IV. Die Musikschule Papenburg sorgt für musikalische Unterhaltung, zum Vergnügen der Kinder steht das Spielemobil des Theaterpädagogischen Zentrums (TPZ) bereit, der Boule-Verein stellt seinen Sport vor und für das leibliche Wohl sorgt die Event & Food Company. Darüber hinaus gibt es umfangreiche Informationen von z.B. den Einzelgewerkschaften im DGB.