in Kenntnis gesetzt

24. April 2018

An der Adolfstraße will die Nord-Wohnungsbau Genossenschaft20  Halbhäuser abreißen (Screenshot von der Genossenschaftswebseite unten) bzw die an die Hausbewohner vermieteten Gärten dieser Häuser mit Wohnungen für Besserverdienende zubauen. Das Pikante: Vorstandsmitglied dieser Genossenschaf, also sozusagen der Vater des Vorhabens ist bzw. war bis vor wenigen Tagen der Frerener Ratspolitiker Wendelin Wintering. Er gehört der AfD an. Die tut bekanntlich immer so, als sei sie für die kleinen Leute da; in Wahrheit hilft sie aber ganz anderen auf’s Fahrrad. Für die AfD gilt, dass sie nur für solche Politik  macht, die neu bauen können. „Kleine Leute“, Mieter bspw., spielen keine Rolle. Ich habe -auch bei meiner Podiumsdiskussion im Wahlkampf vor einer Woche- auf den Skandal hingewiesen und gefordert, dass die Stadt solchen dreisten Spekulationen wie an der Adolfstraße einen Riegel vorschiebt. Preiswerter Wohnraum muss erhalten werden – mit Garten, nicht ohne! Das gilt natürlich besonders für Genossenschaftswohnungen.

Direkt vor der Oberbürgermeisterwahl schrieb mir dann der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft der grundsolide Wilhelm Knollenborg, Wintering habe „den Aufsichtsrat nie über seine Aktivitäten für die AfD in Kenntnis gesetzt“; außerdem habe Wintering am 31.03.. sein Amt niedergelegt. Das spiegelt sich inzwischen auch auf der Internetseite der Nord-Wohnungsbau wider. Dort ist er gelöscht. Im Osnabrücker Genossenschaftsregister war er allerdings letzten Freitag noch als Geschäftsführer eingetragen.

Es mag übrigens sein, dass Wendelin Wintering „den Aufsichtsrat“ der Genossenschaft nicht in Kenntnis gesetzt hat und am Karsamstag ausgeschieden ist. Das ändert aber nichts.  Denn jedes einzelne Mitglied des Aufsichtsrats der Nord-Wohnungsbau eG liest die lokale Zeitung und da hat es GANZ GROSS gestanden, wes rechten Geistes Kind der Mann ist. So viele Wendelins in Freren gibt es nicht, lieber Herr Knollenborg.

Übrigens hat der Rat unserer Stadt dem Spekulationsvorhaben inzwischen einen Riegel vorgeschoben. Das ist gut so; denn das Problem der Gentrifizierung hat auch unsere Stadt längst erreicht. Die neue LWB Lingener Wohnungsbau Genossenschaft sollte prüfen, was sie tun kann, um Projekte wie den Abriss günstiger Altwohnungen zugunsten vermeintlich größerer Rendite zu verhindern. eine Satzung mit einem kommunalen Vorkaufsrecht muss hinzutreten.