Offener Brief

19. April 2018

Meine Fraktionskollegin Sabine Stüting (Foto lks) und ich haben vor einigen Tagen im Auftrag unserer Stadtratsmitglieder der Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“ die Akten der Heimaufsichts der Stadt zum Alloheim in Reuschberge eingesehen, in dem seit zwei Jahren Senioren betreut werden und ihren Lebensabend verbringen. Sabine Stüting ist Ärztin.
Sie schrieb jetzt über Ihre Feststellungen und Schlussfolgerungen einen „Offenen Brief“ an Oberbürgermeister Dieter Krone., den chef der Stadtverwaltung. Hier der Wortlaut:
„Sehr geehrter Oberbürgermeister Krone,
als Bürgerin der Stadt Lingen, Mitglied des Rates und des Fachausschusses habe ich mich intensiver mit den Zuständen im Lingener Alloheim beschäftigt. Ohne in die Details gehen zu wollen, muss ich leider sagen, dass schwere Mängel beschrieben wurden.
Mit meinem Ratskollegen Herrn Robert Koop habe ich wegen der Dringlichkeit des Themas für alle Menschen in Lingen Akteneinsicht genommen. Dabei konnten wir uns davon überzeugen, dass die zuständigen Mitarbeiter der Heimaufsicht mit enormer Akribie und hohem Aufwand ihrer Aufgabe weitestmöglich nachgekommen sind. Mir wurde persönlich bestätigt, dass der Arbeitsaufwand zur Kontrolle und Sicherung von Standards im Alloheim mindestens 20-mal so hoch wie bei anderen Einrichtungen in der Stadt sei.
Wegen der Schwere der Mängel droht die Stadt dem Heim mit juristischen Konsequenzen.
Die zuständige Dezernentin zeigte sich in der Ausschussitzung am 08.03. informiert und betroffen von der Schilderung der Bürgerinnen und Bürger über erlebte Mängel.
Am 12.03. wurde das Thema und das mögliche weitere juristische Vorgehen im Verwaltungsvorstand der Stadt Lingen besprochen.
Ich war daher sehr überrascht von Ihren Äußerungen im Rahmen des Kandidatengesprächs in der gleichen Woche mit dem FDP-Vorsitzenden Dirk Meyer in den Räumen des Seniorenvereins „Gelingen“ . Laut dem Artikel der Lingener Tagespost in der gleichen Woche haben Sie gesagt,
„dass dieses (das Alloheim) zu Unrecht in Verruf geraten sei. Das Alloheim sei nicht besser und nicht schlechter als alle anderen auch, habe Ihnen ein Arzt gesagt.“
Bitte erklären Sie die erhebliche Diskrepanz Ihrer Aussagen zu den Erkenntnissen der Fachleute. Ich finde nur beunruhigende Erklärungen.
Was kann also zur diesen Diskrepanzen geführt haben?
 Es mag sein, dass Ihre Fachmitarbeiter und Ihre Dezernentin Sie nicht informiert, weil sie a) das Thema für unbedeutend oder b) Ihre Meinung dazu für unbedeutend gehalten haben.
Es mag sein, dass Ihre Fachmitarbeiter und Ihre Dezernenten Sie informiert haben, aber Sie haben ihnen nicht zugehört oder Sie glauben ihnen nicht.
Es mag sein, dass Sie einer nicht näher benannten Ärztin mehr als den Fachmitarbeitern und der Dezernentin glauben und annehmen, dass das Alloheim tatsächlich nicht anders als andere Heime sei. Vielleicht glauben Sie wirklich, dass alle gleich gut sind.
Es mag sein, dass  Sie einer nicht näher benannten Ärztin mehr als den Fachmitarbeitern und der Dezernentin glauben und annehmen,  dass das Alloheim tatsächlich nicht anders als andere Heime sei, und gehen davon aus, dass alle anderen Heime genauso schlecht sind. In diesem Fall frage ich mich,  welche Schritte Sie bzgl. der anderen Heime eingeleitet haben oder einleiten werden.
Es mag sein, dass Sie  Kenntnis der Angelegenheit haben und die Einschätzung von Fachmitarbeitern und Dezernentin teilen. Warum sollten Sie dann die Öffentlichkeit falsch informieren? Halten Sie  Ärger aber lieber allgemein unter der Decke? Trauen Sie gerade den Senioren von Gelingen eine Bewertung des Themas nicht zu? 
Ich erwarte gespannt Ihre Erläuterungen und Antworten.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Stüting
(Die BürgerNahen)

6 Antworten to “Offener Brief”

  1. Update – Dieter Krone möchte sich „in den nächsten Tagen“ dazu äußern.
    Ob die Presse und Medienöffentlichkeit ihm das durchgehen lassen und sich an der Wählerverdummung beteiligen?

  2. Hermann said

    Egal,wie die Presse und Medienöffentlichkeit anschließend reagiert, es ist nach der Wahl.
    Krone wird dann behaupten, er hätte von dem Ganzen nichts gewusst, dass haben dann andere verbockt. Wie er halt so ist.
    Offen wird er das Thema nicht angehen, das hat die Vergangenheit gezeigt.
    Es zeigt aber auch seine Wertschätzung für die ältere Generation.

  3. Werner said

    Geehrter Herrn Koop,
    mir ist aufgefallen, dass mehrere Wahlplakate von Herrn Krone aus der Stadt verschwunden sind. Ich nehme nicht an, dass Mitglieder Ihrer Wahlkampfteams hierfür verantwortlich sind. Es ist aber bedauerlich, wenn Ihre Anhänger/Wähler so eine bedenkliche Auffassung von Demokratie hat. Es wäre doch schön, um in ein Blog von Ihnen hierauf hinzuweisen, statt über kaputte Straßenlaterne und umgefallene Mühltonne zu berichten. Sonst kann den Eindruck entstehen, dass Sie hiermit doch etwas zu tun haben.
    Schönen Tag noch.

    • Mathis said

      Lieber Werner,

      Da anscheinend nur Ihnen sowas aufgefallen ist, dass Plakate angeblich verschwunden seien, hoffe ich, dass Sie nichts damit zu tun haben. Das wäre wiederum eine hinterlistige Tat und echt arm, dass auf dem Blog des Herausforderes zu posten……..
      Unsinn???? Für mich nur die logische Fortführung eines irren Gedanken Ihrerseits.

    • max koop said

      Lieber Werner,
      soll das ein Witz sein?

      Ich habe in der Stadt beinahe sämliche Plakate zwei mal aufhängen dürfen, da sie nach dem ersten Mal beschädigt oder entwendet wurden. Das habe ich auch protokolliert. Ein Beispiel hier https://twitter.com/moaxislaven/status/983432798588559360
      Wir haben das Austauschen in der Innenstadt laufend gemacht, weil mich kaputte Plakate vermutlich genauso stören wie dich. DK hat es nicht getan, mit dem Ergebnis, dass nun einige fehlen. Es waren in der Innenstadt aber ohnehin kaum mehr als 10.

      Deine Kommentar ist falsch, frech und törricht; Unserem Team und somit mir, hier offen Straftaten zu unterstellen, das geht gar nicht.

      Unglaublich.

      • Bernhard Schulte said

        Zunächst: Das Zerstören oder entfernen von Waglplakaten ist ein Unding und lässt, wenn keine „Dumme Jungenstreiche“, auf eine unseriöse Geisteshaltung schließen.
        Ich persönlich tue mich allerdings schon seit einem halben Jahrhundert schwer mit der Wahl – Plakatwerbung. Ich habe mich immer schon gefragt, wer sich durch die Aussagen eines solchen Plakates in seiner Wahlentscheidung beeinflussen lässt. Nach meiner Einschätzung helfen diese Werbemittel doch nur den Werbeagenturen und Druckereien. (zumindest sollte es so sein!)
        Leute, für die diese Art der Werbung wahlentscheidend ist, haben es nicht besser verdient und sollten später nicht von enttäuschten Erwartungen labern.

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