Weil ich’s kann.

13. April 2018

Es war ein guter Abend gestern für meine Heimatstadt Lingen und für mich. Der „Kaffeeklatsch“ in Winterings „Kaffeekultur“ im Lookentor bestätigte nämlich in zwei Stunden das allermeiste von dem, was Lingen tagtäglich empfindet. Wir haben einen Oberbürgermeister, der in der Vergangenheit schwelgt, Missstände und Fehler ignoriert oder anderen – von Deutsche Bahn bis Telekom und Vodafone – in die Schuhe schiebt, aber keine Konzepte für die Zukunft hat. Er legt (inzwischen) eine dünne Stichwortliste vor, ich habe ein Programm und eine Vorstellung für die Zukunft.

 

Deshalb war meine Antwort auf die Frage, weshalb ich Oberbürgermeister werden will, klar:„Weil ich’s kann.

 

Veronika Schniederalbers und Michael Brendel (Internetpseudonym „Oldfatherems“) haben einen guten Moderatorenjob gemacht. Danke dafür. Gegenkandidat Krone hielt sich allerdings nicht an die Vorgabe „kurz zu antworten“; da habe ich mich dazu entschlossen auch einfach länger die Fragen zu beantworten. Nicht ok fand ich’s, dass in der Gruppe der jungen „Anwälte des Publikums“ ein ausgemachter Wahlkämpfer für meinen Gegenkandidaten saß, der Fragen auswählte, die gestellt oder nicht gestellt wurden. Zu allem Überfluss dann auch noch aus der Veranstaltung, vom Tisch wo die Publikumsfragen sortiert wurden, für meinen Gegenkandidaten auf Instagram Werbung machte.

Wir durften zu den Sachthemen erfahren, dass OB Krone es als Gegensatz versteht, mit den Menschen unserer Stadt zu sprechen und auch im Internet mit lokalen Themen und auf lokalen Diskussionsforen unterwegs zu sein. Deshalb, so seine Aussage, liest er nur, was in Blogs, auf Facebook, tumblr, twitter, instagram und Co. geschieht. Offenbar hält er Schweigen für richtig, wenn wie gerade gepostet wird: „Wann können Mädchen und Frauen abends wieder ohne Angst in Lingen ausgehen?“ Solches Rathaus-Schweigen ist gar nicht gut für Lingen.

Krone hat mehrere Vorschläge aus meinem Wahlprogramm aufgegriffen: Ich will das Anrufsammeltaxi AST wieder einführen. Es muss fahren, wenn LiLi-Stadtbusse nicht unterwegs sind. Das will er nun plötzlich auch. Er hat eben mein Programm gelesen. das wird etwas länger gedauert haben als umgekehrt; für sein „Programm“, das den Namen nicht verdient, brauchte ich 120 Sekunden – nach vier Wochen Warten.

Uninformiert behauptete mein Gegenkandidat übrigens, ich hätte das Lookentor abgelehnt – ausgemachter Unsinn, wo doch schon 1999 Investor Hermann Klaas seine Pläne bei mir als erstem Ratsmitglied vorstellte und ich zugestimmt habe. es hat sich für unser Stadtzentrum wie von mir erwartet als Glücksgriff herausgestellt. Krone als einstiger Gegner der EmslandArena – Vorständler der von ihm gegründeten Bürgerinitiative mit dem bezeichnenden Namen Arenawahn (Wahn!!) – versuchte genau das vergessen zu machen. Die EmslandArena war Heiner Potts Idee – genau wie Potts „Wo-drückt-der-Schuh“-Bürgerabende im Rathaus, die ich will, Krone nicht.

Das bringt aber keine PR-Bilder, wie sie Krone über die Maßen mit seinen Presseleuten präsentiert, die sein De-Facto-Wahlkampfteam sind. Es bringt auch keine Pressebilder, wenn man für die allein gelassenen Senioren im Alloheim nichts macht, aber behauptet, es sei in allen Seniorenpflegeheimen so. Gott behüte uns (und unsere Alten) vor so viel Naivität! Bei mir wird der Einsatz für die Menschen in den Einrichtungen Chefsache. Was sonst?

Deutlich ist: Das ist nicht der Dieter Krone, den Lingen 2010 wollte. Wir wollten einen Aufbruch in die Zukunft. Gestern Abend blieb sie auf der Strcke. Es gab nicht eine Idee, wie sich die Stadt entwickeln soll. Wenn doch, sagen Sie mir welche! Ja, eine: Beim Abifestival soll ein Autoscooter aufgebaut werden…

Vielleicht zu kurz gekommen sind gestern Abend meine Ideen für die Zukunft, die ausgebaute Umgehungsstraße, die ich will, und Lingen als selbständigen Hochschulstandort, was er überhaupt nicht verstanden hat. Kita-Plätze für alle, und keinen Unterricht in Container auf Schulhöfen, nichts zum Sportprogramm. Deutlich zu einfach machte er es sich, meine Kritik an seiner Politik als destruktiv darzustellen. Dabei weiß jede/r, dass Kritik die Grundvoraussetzung für eine Verbesserung von Missständen ist, für die Entwicklung Lingens in der Zukunft. Wer kritisiert, will nämlich bessere Lösungen für alle. Wer Oberbürgermeister sein will, sollte das erkennen können.

Da freue ich mich auf Montag, wenn es die nächste Diskussion gibt. 19 Uhr in der Halle IV. 😁

 

 

 

4 Antworten to “Weil ich’s kann.”

  1. […] (Orginal – Story lesen…) […]

  2. Werner said

    Es ist gut dat LT objektiv über diese Veranstaltung berichtet (Samstag 14/4) und das nicht nur Roberts-Unwahrheit-Blog uns informiert.

  3. Sabine Stüting said

    Interessanter Beitrag, Werner. Es wird den Betreiber freuen, dass Sie offensichtlich davon ausgehen, dass sein Blog die primäre Nachrichtenquelle ist und die Lingener Tagespost eine Ergänzung darstellt…
    Früher einmal wurde der Blog gegründet, um eine Ergänzung zur Berichterstattung der Lingener Tagespost zu bieten, eine Erweiterung der öffentlichen Debatte, und auch eine persönliche Stellungnahme.
    Das funktioniert ja schon sehr gut!
    Was in der Lokalpresse noch nicht formuliert wurde, ist die Unzufriedenheit vieler CDU-Mitglieder und auch CDU-affiner Mitbürger mit der lokalen Personalpolitik. Bei der letzten OB-Wahl einen Kandidaten aufgestellt, der trotz sicher geglaubten Wahlverhaltens durchfiel (somit schlechter als es von dem sprichwörtlichen schwarzen Besenstiel als Kanddaten erwartet worden wäre). Als Nachfolger von Bröring wurde jemand bestimmt, der in der allgemeinen Wahrnehmung immer noch als dessen Lehrling durchgeht.
    Und nach dieser Zeit bringt die CDU es nicht fertig, einen eigenen Kandidaten zu stellen, sondern nimmt denjenigen, der zuletzt von SPD und Grünen unterstützt wurde.
    Das ist vielen nicht zu vermitteln, auch wenn einige in der CDU gut mit einem form- und führbaren Amtsinhaber gefahren sind, der ja – ohne eigene Ideen – einen schweren Stand gegen die Mehrheitsfraktion gehabt hätte. Menschlich verständlich, dann so zu entscheiden.
    Und verständlich auch, dass SPD und Grüne trotz allen Grolls über den Wandel ihres Kandidaten öffentlich nicht anders konnten, als ihn erneut zu unterstützen.

    Die Anfrage der SPD im Rat („Dieter, kandidierst Du wieder?“) kam dann ausgerechnet von demjenigen, der zuvor ganz offensichtlich seine privaten „Personalinteressen“ in den Rat gebracht hatte – ohne dass das ihm, ihr oder der Stadt auf Sicht genutzt hätte. Aber auch das haben diesem Ratsmitglied sicherlich nicht alle SPD-Mitglieder verziehen.

    Die inoffiziellen Stimmen verkünden eben ganz andere Stimmungen als die öffentlichen Verlautbarungen….

  4. Hermann said

    Wenn man dem OB richtig zugehört hat, kann er jetzt Verwaltung.
    Er scheint sehr überzeugt von sich zu sein, denn sein eigener Lobgesang und sein grinsen läßt auf nichts anderes schließen.

    In Wirklichkeit ist er weit davon entfernt. Die über 500 Bediensteten
    sind nicht mit einer Schulklasse vergeichbar.Er hat eine merkwürdige Art Stellen neu zu besetzen, seine eigenen Leute bewerben sich schon gar nicht mehr auf vakante Stellen.
    Wie viele haben die Stadt Lingen schon in den letzten Jahren
    verlassen um an anderen Standorten wertgeschätzt zu werden.

    Die Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft ( GEG) wurde gegründet,um der Stadt Kosten einzusparen. Was die Stadt entlastete, mußten die Käufer zusätzlich zahlen.
    Die GEG verkauft die Grundstücke zuzüglich 100 % der Erschließungsbeiträge. Würde die Stadt, wie früher geschehen, die
    Beiträge abrechnen, müßte sie nach dem Baugesetz 10% der Kosten mittragen. Für den Erwerber wäre dieses günstiger, denn er würde gerade diese 10% sparen.
    Die Frage, die sich hier stellt ist, was macht die Stadt mit dem Gewinn?
    Es wird immer davon gesprochen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, so wird das aber nichts, Grundstücke teurer zu machen oder gegen Höchstgebot zu verkaufen dürfte kaum das richtige Mittel sein.
    Mit Gesetz und Recht scheint der OB auf dem Kriegsfuß zu stehen,
    diese zeigen die falschen Versprechungen beim Langschmidtsweg,
    die Aushandlung der Erschließungsbeiträge in Brögbern und die
    Aufragsvergabe an einen Anlieger dieser Straße. Die Beiträge wurden auf ein neutrales Konto eingezahlt und nicht etwa an die
    Stadt Lingen. Ich bin mal gespannt , wie der Niebuhrskamp und die Kolkstraße abgerechnet wird, denn die Straßen sind nie fertiggestellt worden.
    Was hat der OB für die Jugend gemacht? Anstatt den „Alten Schlachthof“ zu erweitern, wurde noch ein Teil für Büroräume verwendet, um Leute aus dem Rathaus unter zu bringen.
    Für die Vernünftige Betreuung der alten Leute reicht kein Pflegeheimvergleich und dann ist die Sache erledigt.
    Viele Dinge, die er noch vor hat,wie Parkleitsystem, die Sicherung eines abfließenden Verkehrs durch Ampelschaltungen, Verkehrsleitsysteme etc.,Sauberkeit, nicht nur in der Innenstadt,
    Instandsetzung und Unterhaltung von Straßen,Radwegen,Fußgängerwegen , hätten längst erfolgen können und auch müssen, Ein warten wird die Infrastruktur derart verschlechtern,dass eine Behebung der Schäden oder eine Erneuerung kaum noch bezahlbar sein wird.
    Dieses ist nur ein kleiner Teil, der aber zeigt, der jetzige OB kennt
    Verwaltung nicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.