Mitlesen

7. April 2018

Facebook-Mitarbeiter können die Kommunikation der Nutzer in der Messenger-App mitlesen und sogar eingreifen. Das schreibt Netzpolitik.org aktuell. Für Aufsehen gesorgt hat ein entsprechender Bericht bei Bloomberg.

Facebook Messenger hat 1,3 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer weltweit. Nun ist bekannt geworden, dass Facebook Messenger dieselben automatisierten Tools zur Durchsuchung von Inhalten nutzt, wie die Hauptplattform Facebook. Bei Verdacht auf Verstoß gegen die Facebook-Regeln werden Mitarbeiter eingeschaltet. Im Interview mit dem Vox-Autor Ezra Klein sagte Gründer Mark Zuckerberg: „In diesem Fall [der Hetze gegen Rohingya in Myanmar], stellt unser System fest, was los ist. Wir blockieren solche Nachrichten“.

Verändern will Facebook daran nichts. Am Mittwoch schreibt das Unternehmen: „Messenger und Instagram werden von Facebook betrieben, es gelten dieselben Datenschutzrichtlinien“. Das umfasst auch die „Analyse der Inhalte, die NutzerInnen teilen“. Die Analyse von Inhalten kann zwar durchaus sinnvoll sein, um Schadprogramme zu erkennen, auf Grundlage der vage formulierten Gemeinschaftsstandards lässt sie jedoch Raum für Willkür.

Dass die Kommunikation über Facebook Messenger keineswegs privat ist, sondern von Mitarbeitern mitgelesen werden kann, dürfte vielen Nutzerinnen und Nutzern nicht klar gewesen sein. Dabei gibt es sogar innerhalb der Facebook Messenger App die Möglichkeit Nachrichten Ende-zu-Ende zu verschlüsseln, und somit den Zugriff durch Facebook zu verhindern, die ist jedoch standardmäßig deaktiviert.

Wer Facebook Messenger weiterhin nutzen möchte, sollte also die Einstellungen prüfen.

2 Antworten to “Mitlesen”

  1. Jürgen Höver said

    Ich gebe zu, ich gehöre zu der Minderheit von 6 Milliarden Menschen, die n i c h t bei Facebook angemeldet sind. Daher halte ich die Aufregung über den Datenge- bzw. Missbrauch von Facebook nicht für das dringendste Problem unserer Zeit. Andere Dinge bzw. deren Folgen werden die Menschen vielleicht empfindlicher zu spüren bekommen. Ob nun religiöser Fanatismus, Bürgerkrieg, Mangel an sauberem Wasser, ausreichenden Nahrungsmitteln, Zukunftsperspektiven für die junge Generation, lokaler Überbevölkerung oder ein anderes Problem zum Übel Nr. 1 wird, kann ich nicht beurteilen. Daher beschränke ich mich auf mein lokales Umfeld.
    Aufgewachsen im Taunus und nach 6 Jahre Studium in Mainz bin ich vor 30 Jahren nach Lingen gekommen. Und komme gelegentlich immer wieder zu Besuch in meine alten Heimat. Dabei fällt einem Folgendes ein und auf:
    In den letzten 30 Jahren ist Lingen im Innenstadtbereich von einem Einkaufseldorado zu einer Einkaufswüste geworden. Sieht man einmal von Klamotten- und Handyläden sowie Bäckereien ab. Wer außerhalb der Markttage ein Stück Wurst oder eine Dose Bohnen kaufen möchte, muss das Zentrum verlassen.

    Als Naturfreund und Mitglied der örtlichen archäologischen Gruppe halte ich mich oft außerhalb der Siedlungsflächen auf. Und wenn man sich von Schepsdorf in Richtung Reuschberge oder auch Richtung Lohne bewegt, fühlt man sich manchmal in die Dritte Welt versetzt. Leere Bierflaschen und Dosen in der Landschaft sind dabei noch das Harmloseste. Plastikeimer, Autoreifen, Säcke mit Altkleidern, Bauschutt und vieles mehr findet man häufig. Rund um unser idyllisches Taunusstädtchen ist mir dies noch nicht vor die Augen gekommen.

    Nach Umfragen genießt jeder zweite Bundesbürger, wenn es ihm die Zeit erlaubt, gerne einen kleinen Mittagsschlaf. Für Berufstätige ist dies aber meist nur samstags und im Urlaub möglich. Und kluge Nachbarn nehmen darauf auch Rücksicht. Aber es gibt keinen Rechtsanspruch auf kluge Nachbarn. Daher haben zahlreiche Städte und Gemeinde entsprechende Regelungen getroffen, um ihre Bürger vor Kettensäge und Schlagbohrer in der Mittagszeit zu schützen. Auf Landesebene gilt eine Mittagsruhe für Privatleute in ganz Rheinland Pfalz. Aber auch für die Großstadt München.
    Niedersachsen gibt seinen Städten und Gemeinden mit dem Niedersächsischen Lärmschutzgesetz (NLärmSchG) vom 10. Dezember 2012 entsprechende Möglichkeiten, die auch von Städten wie Braunschweig, Wolfsburg und zahllosen anderen Orten umgesetzt wurden. Viele haben auch eine erweitertende Abendruhe an Samstagen eingeführt, damit der sommerliche Grillabend nicht durch die Heckenschere von nebenan getrübt wird. Nur in Lingen sind die Bürger schutzlos, wenn der uneinsichtige Nachbar regelmäßig samstags um 13:00 sein Brennholz schneidet oder mit dem Trennschleifer hantiert. Und wer möchte sich schon den Strapazen von Lärmprotokoll, Zeugen und Privatklage aussetzen?
    Daher gilt zumindest für mich: Keine Stimme in Regionalwahlen an jene, die weiterhin das Thema Ruhezeiten ruhen lassen…

    • Mathis said

      Die genannten Themen sind in der Tat wichtig und auf der ein oder anderen Ebene vorrangig.
      Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass z.B. ein persönliches Gespräch mit meinen Nachbarn oft zur einvernehmlichen Lösung geführt hat. Natürlich kenne ich Ihre Umstände und Details nicht. Aber selbst wenn Sie auf juristischer Grundlage Recht bekommen und nach erfolgreicher Klage ihre Mittagsruhe geniessen, ist ihr Verhältnis zu Ihrem Nachbar nicht besser geworden. Im Gegenteil….irgendetwas wird wieder stören oder Anlass neuer Konflikte sein.
      Mittags ist der “ Lärm“ meiner Kinder ebenfalls ein Ärgernis für den Pensionär nebenan. Aber im Gespräch haben wir eine Lösung gefunden, sodass wir immernoch ein Bier beim Grillen trinken können.
      Lösung auf kleinster Ebene sind meist die effektivesten.
      Mich würde es freuen, wenn der neue OB für Lingen die Stadt für die Zukunft fit macht und die Entwicklung vorantreibt.
      Die Nachbarstadt hat den 3. Platz bundesweit bei Fahrradweg Gestaltung mit Vorfahrt für Radler bekommen.
      Wir hier malen Pfeile auf die Strasse !??!

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