Muss

5. März 2018

In eigener Sache:

Der Rechtsanwalt und Notar Robert Koop aus Lingen (Ems) kandidiert für das Amt des Lingener Oberbürgermeisters. Den Rest des Beitrags lesen »

Strafverteidigertag

5. März 2018

Am vergangenen Wochenende fand der 42. Strafverteidigertag in Münster(West( statt. Dort habe ich mancherlei darüber gelernt, wie aus dem Kampf für die soziale Sicherheit in den Jahren bis 2000 inzwischen längst ein Kampf für das Gefühl individueller Sicherheit geworden ist, gefühlt deshalb, weil sie in Zeitn zurückgehender Straftaten meist gar nicht bedroht ist. Der Kollege Frank Nobis wertete die Polizeitatistik aus und wusste zu berichten, man müsse 533 Jahre alt werden, um einmal Opfer eine Einbruchdiebstahls zu werden. Der dem entgegen stehende Hype ist allerdings beeindruckend.

Was bietet sich angesichts all dessen Besseres an als bei dem Kollegen und OLG-Richter aD  Detlef Burhoff einen Witz zu Strafverteidigern zu klauen, zumal heute Montag ist:

In einem Gericht einer kleinen Stadt in den Südstaaten der USA rief der Anwalt des Klägers die erste Zeugin in den Zeugenstand. Eine ältere, großmütterliche Frau. Er ging auf sie zu und fragte sie: “Mrs. Jones, kennen Sie mich?”

Sie antwortete: “Ja, ich kenne Sie, Mr. Williams. Ich kenne Sie seit Sie ein kleiner Junge waren und offen gesagt, Sie haben mich sehr enttäuscht. Sie lügen, Sie betrügen Ihre Frau, Sie manipulieren die Leute und reden schlecht über sie hinter deren Rücken. Sie glauben, Sie sind ein bedeutender Mann, dabei haben Sie gerade mal so viel Verstand, um ein paar Blatt Papier zu bewegen. Ja, ich kenne Sie.”

Der Rechtsanwalt war sprachlos und wusste nicht, was er tun sollte, ging ein paar Schritte im Gerichtssaal hin und her und fragte die Zeugin dann: “Mrs. Jones, kennen Sie den Anwalt der Verteidigung?”

Sie antwortete: “Ja, ich kenne Mr. Bradley seit er ein junger Mann war. Er ist faul, tut aber immer fromm, dabei hat er ein Alkoholproblem. Er kann mit niemandem einen normalen Umgang pflegen und seine Anwalts-Kanzlei ist die schlechteste in der ganzen Provinz. Nicht zu vergessen, er betrügt seine Frau mit drei anderen Frauen, eine davon ist Ihre. Ja ich kenne ihn.”

Daraufhin rief der Richter die beiden Anwälte zu sich an den Richtertisch und sagte leise zu ihnen: “Wenn einer von euch beiden Idioten die Frau jetzt fragt, ob sie mich auch kennt, schicke ich euch beide wegen Richterbeleidigung für vier Wochen ins Gefängnis!”

Schöne Woche!

In Lingen gibt es gerade eine Diskussion um die Pflege in dem vor knapp zwei Jahren neu eröffneten „Alloheim.
Dies gibt es auch andernorts, hier, hier und hier. es scheint ein Konzern zu sein, der nicht den Respekt für die zu pflegenden aufbringt, der aufgebracht werden muss. Von der Leistung ganz zu schweigen.

“Zu wenig Personal, Zeitdruck und dazu immer die Angst, wegen dieser Arbeitsbedingungen lebensgefährliche Fehler zu machen: ZEIT ONLINE hat Krankenschwestern und Krankenpfleger in deutschen Kliniken gefragt, was sie in ihrem Beruf am stärksten belastet. Fast 3.000 Pflegende haben geantwortet und ihre Situation geschildert. Der Personalmangel führe dazu, dass selbst der minimale Grundsatz “satt, sauber, schmerzfrei” oft nicht mehr zu gewährleisten sei. Davon, Kranken und ihren Angehörigen in der belastenden Situation beizustehen, sie zu beraten und ihnen zuzuhören, könne längst keine Rede mehr sein. Viele sind zudem der Meinung, dass das Gesundheitssystem die falschen Anreize setzt. Sie fühlen sich ausgenutzt und dazu gezwungen, ihre Ideale zu verraten.
Sie fürchten, dass die Patienten mehr Leid als Hilfe erfahren. Im Folgenden dokumentieren wir ausgewählte Antworten unserer Leserinnen und Leser…” Es gibt keine Zeit für Menschlichkeit! Artikel von Kai Biermann vom 27. Februar 2018 bei der Zeit onlineexterner Link mit einer Auswahl der Antworten. Siehe auch die Auswertung und nun einen wichtigen Kommentar:

  • Krankenpflege: Dann streikt doch endlich
    “Warum sind viele Krankenschwestern und Pfleger so frustriert? Es liegt am Geld, am Personal selbst – und daran, dass niemand festlegt, wie gute Pflege aussehen soll. Wenn ein Krankenhaus eine Autofabrik wäre, dann wäre vieles einfacher. Dann könnten Krankenschwestern und Pfleger einfach streiken. Wenn nötig wochenlang. Beispielsweise dafür, dass alle Stationen angemessen besetzt werden, auch abends und nachts. Oder dafür, dass Kliniken so viel Personal einstellen müssen, bis niemand mehr an seinem freien Tag einspringen muss, weil wieder eine Schicht ausgefallen ist. Wenn Kliniken Autofabriken wären, dann könnten Pflegekräfte wie Metaller auftreten. Doch Patienten sind Menschen, Krankenschwestern und Pfleger sind es auch. Von letzteren möchte niemand im Angesicht von Kranken und Leidenden streiken. Jedenfalls nicht mit der Konsequenz, die nötig wäre, um angemessene Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Stattdessen herrscht permanent Notstand. (…) Mindestbesetzungen für unterschiedliche Stationen zu definieren, ist da ein Anfang. An ständig zunehmender Arbeitsverdichtung und überbordender Bürokratie ändert das aber noch nichts.
    Deshalb müssen sich Krankenschwestern und Pfleger auch selbst eine größere Autorität erkämpfen. Es hilft nichts, auf den guten Willen der Sozialpartner zu hoffen. Wenn heute darüber verhandelt wird, wo in Kliniken künftig Geld ausgegeben werden soll, sitzen Krankenhausdirektoren und Krankenkassen an einem Tisch. Pflegende sind da höchstens indirekt vertreten. Und so werden sie behandelt. Also müssen sie selbst laut werden und für ihre Rechte und Wünsche eintreten. Das heißt auch: Streiken…”
    Kommentar von Karsten Polke-Majewski vom 28. Februar 2018 bei der Zeit online externer Link
  • Krankenhauspflege: Wo bleibt der Aufstand?
    “Frustration und Verzweiflung prägen den Alltag vieler Pflegender. Aus Überlastung tun sie nur noch das Nötigste für die Kranken. Doch einige finden unerwartet Verbündete. (…) Neben diesen strukturellen Fragen gibt es da aber noch ein anderes Problem, das die Lage der Krankenhauspflege so prekär macht. Es sind die Krankenschwestern und Krankenpfleger selbst. “Wir sind alle noch viel zu leidensfähig”, schreibt Katja M., Krankenschwester auf einer Station für Tumorchirurgie im Großraum Stuttgart. “Wir stellen uns nicht hin und streiken, das ist das Problem.” Es beginne schon damit, dass viel zu wenige in der Gewerkschaft seien. “Die Metaller haben auch nicht mehr Geld bekommen, weil die Gesellschaft gesagt hat, die sollten mehr verdienen.” Tatsächlich tragen Schwestern und Pfleger ungewollt zu ihrer belastenden Lage bei (…) Einige Krankenpfleger und Krankenschwestern haben bei dem Kampf gegen Überlastung unerwartete Verbündete gefunden. Weil die Arbeitsbedingungen in den Kliniken schlecht sind, lassen sich manche Pflegende lieber von Zeitarbeitsfirmen anstellen und von diesen an Krankenhäuser vermitteln…” Artikel von Kai Biermann, Manuela Dursun und Karsten Polke-Majewski vom 27. Februar 2018 bei der Zeit online externer Link