bitte sein

16. Januar 2018

„Zwischen 500.000 und 700.000 Euro nehmen Heino und Ingo Schepergerdes für die Renovierung in die Hand.“ So etwas abgegriffen berichtet unsere Lingener Tagespost über das Vorhaben der beiden erfolgreichen Gastronomen aus Hanekenfähr, ihr Restaurant Lachstreppe total umzukrempeln. Dass dabei auch der Name auf der Strecke bleiben soll, wird mitverraten. Die Lokalität soll künftig „Ems-Island“ heißen, weil der bisherige Name nicht mehr „zeitgemäß“ sei.

Nun bin ich bekanntlich ausgesprochen altmodisch und finde jedenfalls, „Lachstreppe“ ist völlig zeitgemäß.- schonweil sie vor der Tür und Lachs eine ausgesprochene leckere Speise ist.  Denglish oder Anglizismen sind das nicht, sondern nur bemüht provinziell. Das gilt vor allem wenn sich erst auf den zweiten Blick „Ems-Island“ als etwas erschließt, das nichts mit dem Nordatlantik („Island“) zu tun hat sondern mit Ems-Eiländ und das, wo das Areal doch nur eine Ems-Halbeiländ ist. Auch trotz angekündigten „Fingerfood“ und „Bar-Feeling„…brrrrr. Noch so abgegriffene Modewörter aus der Mottenkiste der Werbefuzzis des letzten Jahrtausends, die schaudern lassen.

Lasst das bitte sein, liebe Schepergerdes‘.

(Foto: Historische Lachtstreppe in Hanekenfähr, CC BY-SA 3.0 von Teris L)