Rezepte

14. Januar 2018

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein müssten mehrere Hunderttausend Nutztiere aus dem Bestand abgebaut werden, um die Güllebelastung und damit auch die Stickstoffbelastung des Grundwassers auf ein normales Maß zu reduzieren und die Trinkwasserkosten stabil zu halten. Das ist eine zentrale Forderung im jetzt veröffentlichten „Fleischatlas 2018 – Rezepte für eine bessere Tierhaltung“, der die wichtigsten Instrumente und politischen Maßnahmen auf eine verständliche und visuell ansprechende Weise beschreibt.

Der Fleischatlas 2018 ist eine gemeinsame Veröffentlichung von BUND, der Heinrich-Böll-Stiftung und Le Monde Diplomatique. Er ist der vierte Atlas der Fleischatlas-Serie und  präsentiert – anders als die vorherigen Atlanten – nicht nur die Probleme der Fleischindustrie und ihre Ursachen, sondern vor allem Chancen, Strategien und Instrumente für einen Wandel.

Kein anderer Sektor trägt so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, der Rodung von Wäldern und der Zerstörung unseres Klimas, der Gefährdung unserer Gesundheitssysteme und zum Leid der Tiere bei wie die industrielle Fleischproduktion. Die Folgen sind wissenschaftlich belegt und Land auf und ab diskutiert. Jetzt ist es höchste Zeit zu handeln: Sollen die Ziele der globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 und das Pariser Klimaabkommen erreicht werden, muss die Fleischproduktion grundlegend umgebaut werden.

Uns an Ems und Vechte betreffen die negativen Folgen der Massentierhaltung besonders: Im vergangenen Jahr entstanden in Deutschland laut der Studie 208 Millionen Kubikmeter Gülle in der Nutztierproduktion – etwa 60 Millionen entstehen jährlich in Niedersachsen. Vor allem im Westen Niedersachsens ist die Gülle zu viel für die Äcker und Weiden. Können sie die Nährstoffe nicht aufnehmen, verunreinigen diese das Grundwasser. […mehr beim NDR]

(Quellen: Böll-Stiftung, NDR)

 

 

 

Eine Antwort to “Rezepte”

  1. Hermann Gerdes said

    Auch in dieser Fleischatlasausgabe wird auf falsche Zahlen und falsche Darstellungen nicht verzichtet.

    Meinungsumfragen zeigen keinesfalls den „Volkswillen“, sondern hören bei entsprechend „genudger“ Fragestellung nur ein gewünschtes Streber-Verhalten ab, sonst wären schon 50% der Waren am Kassenband bio. Diese Meinungsumfragen haben so viel Aussagekraft wie es Umfragen in der DDR über die Vorzüge des Sozialismus gehabt hätten–nur die Druckkulisse dahinter hat heute eine andere Qualität.

    Die“Konsumentinnen und Konsumenten“ essen keine Knochen und anderes, was am Schlachthaken und der Schüssel darunter ist, der Fleischverzehr ist wieder verwirrend und zu hoch angesetzt, um der Mission zu dienen.

    Keine Verzehrstudie kann diese „Verzehrmengen“ bestätigen. Verzehr ist, was echt von den Menschen gegessen wird.Vom Schlachthaken bis zum Tisch wird geschnippelt. Es mag ökologisch stören, aber es bleibt viel auf dem Teller oder es kommt gar nicht erst drauf, landet z.B. „klimaschonend“ im Dieseltank. Wir sind „reich“, können uns das leisten, wie sich das Reiche immer leisten konnten. Es ist aber auch ökonomisch und sozial und für die Bauern sinnvoll, die Reichen mehr für ihr Fleisch zahlen zu lassen und den Armen ihre Fleischsorten und die Wurst günstig zu geben: Das Steak für die noblen Häuser in Hamburg-

    Blankenese finanziert das Hackfleisch-Sonderangebot in den Wilhelmsburger Sozialwohnungen auf der anderen Elbseite.

    Fleisch ist für den Durchschnittsverdiener nicht „billig“, was für ein dogmatischer Blödsinn, das zeigt aber die Perspektive, aus der höhere Gehalts- und Moral-„Klassen“ sich zum Nudging berufen fühlen. Manche Fleischsorten sind billig, die Edelteile sind recht teuer und werden immer teurer.

    Die weniger edlen Teile der Biotiere werden den konventionellen Angeboten untergemischt, auch die Biokundschaft isst keineswegs „alles vom Tier“. Es freut und schmeckt in allen Teilen, ist gesund für Körper und Geist, Gott sei Dank.

    Die Autoren bringen es fertig, die Niederlande und Dänemark als Vorbild in Sachen Viehbeständen zu bringen ohne zu sagen, dass dort die Viehdichte mit 3,6 Großvieheinheiten/Hektar (NL) viel höher als in Deutschland ist (1,1 GV/ha, Dänemark 1,6 GV/ha). Immer die einen gegen die anderen ausspielen und Deutschland besonders schlecht und unfähig darstellen.

    In den NL ist neben den Viehdichte auch die Bevölkerungsdichte viel höher als hier: D: 4,9 Menschen/Hektar Landwirtschaftsfläche; NL 9,2.

    Das sind andere Bedingungen.

    Dafür werden die Landkreise Cloppenburg (3,6 GV/ha) und Vechta (3,1 GV/ha) deutlich als überbesetzt herausgestellt. Es wird unterschwellig unterstellt, der Mist der Tiere käme aller auf die Flächen der Kreise, kommt er nicht, die Überschüsse kommen wieder dorthin, woher das Getreide in den Futtermischungen hergekommen ist. Im Gegensatz zu den Niederlanden ist Deutschland nicht mit Tieren überbesetzt.

    Die Vorstellung, Tiere etwa gleichmäßig über das Land verteilt zu halten, ist in der heute arbeitsteiligen Welt und bei unterschiedlichen Boden-, Klima-und „Cluster“-Voraussetzungen kindlich. Wir haben den guten Standort für die Fleischerzeugung im feucht-gemäßigten Klima, der heiße Süden ist für Frischgemüse, Speiseöl, Wein, Obst besser, darum wird getauscht. Noch immer importieren wir mehr Lebensmittel als wir exportieren.

    Wir haben mehr Probleme deshalb, weil riesige Gebiete inzwischen viehlos sind.

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