Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Unterhaltsleitlinie des Oberlandesgerichts Düsseldorf in Abstimmung mit den anderen Oberlandesgerichten und dem Deutschen Familiengerichtstag. Sie legt den Unterhalt fest. Ab Anfang kommenden Jahres gilt die 2018er Tabelle. Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Düsseldorfer Tabelle gibt Auskunft über die Höhe des Unterhalts, der nach einer für Trennung für Kinder gezahlt werden muss, wenn diese nicht im eigenen Haushalt leben.
  • Sie wird mit Wirkung zum 1. Januar 2018 aktualisiert. Ab dann gelten ein erhöhter Mindestunterhalt für minderjährige Kinder sowie erhöhte Einkommensgruppen.
  • Der Unterhaltsbedarf ergibt sich aus der Tabelle unter Berücksichtigung des Nettoeinkommens und des Alters der Kinder.
  • Der Unterhaltsbedarf ist nicht identisch mit dem Zahlbetrag. Die Höhe der Zahlung ergibt sich nach Abzug der Hälfte des monatlichen Kindergelds.
  • Der Selbstbehalt für einen erwerbstätigen Unterhaltszahler beläuft sich auf 1.080 Euro. Für einen nicht erwerbstätigen Unterhaltsverpflichteten liegt der notwendige Selbstbehalt bei 880 Euro im Monat

„Leider gar kein Anlass zum Jubeln!“ kommentiert die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V. (djb), Prof. Dr. Maria Wersig die bekannt gewordenen Änderungen der Düsseldorfer Tabelle. Die Sätze für Kinder, die von ihren Eltern Barunterhalt erhalten, steigen ab 1. Januar 2018 um bis zu 7 € monatlich. Doch für die Masse der Kinder ist die neue Tabelle leider trotzdem ein Rückschritt; denn sie bekommen im Ergebnis weniger Unterhalt, weil gleichzeitig die Einkommensgruppen der Unterhaltszahler deutlich angehoben wurden und zwar um stolze 400 € je Stufe.

 

 

 

Das führt dazu, dass die erwirtschafteten Einkommen nunmehr einer niedrigeren Einkommensgruppe zuzurechnen sind mit der Folge, dass der Kindesunterhalt tatsächlich sinkt. Dies ändert sich erst (wieder) bei Einkünften oberhalb von 4.300 € monatlich (netto). „In Zeiten steigender Gehälter, sinkender Arbeitslosenzahlen und sogar erhöhter Grundsicherungs- und Sozialhilfesätze einerseits und wachsender Kinderarmut vor allem in Haushalten von Alleinerziehenden andererseits ist das ein fatales Zeichen“, so die Präsidentin des djb weiter.

Berechnungsbeispiele Auswirkungen der Düsseldorfer Tabelle 2018:

Ein Pflichtiger mit einem Einkommen zwischen 1.500 € und 1.900 € war bisher der zweiten Einkommensgruppe zuzuordnen und hatte einem bis zu sechs Jahre alten Kind 264 € im Monat an Unterhalt zu zahlen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 sind es durch die Zuordnung zur ersten Einkommensgruppe lediglich 251 € und damit 13 € weniger. Dies zieht sich konsequent durch alle Altersgruppen, d.h. in der ersten Einkommensgruppe werden ab dem 1. Januar 2018 in den jeweiligen Altersstufen 13 €, 15 € bzw. 17 € weniger zu leisten sein. 

Damit nicht genug: Bei faktischer Umgruppierung muss ein Pflichtiger, der bisher bei einem Nettoeinkommen von 3.500 € für ein zehnjähriges Kind 408 € zu zahlen hatte, nach dem Jahreswechsel nur noch 382 € zum Lebensunterhalt des Kindes beisteuern. „Glücklich“ können sich nur die Kinder schätzen, deren unterhaltspflichtiger Elternteil bisher bis zu 1.500 € im Monat verdiente, da gibt’s bis zu 6 € mehr. Bei einem Pflichtigen, der mehr als 5.100 € monatlich verdient, erhalten die Kinder immerhin bis zu 11 € mehr an (Bar-)Unterhalt! Im Verhältnis zu den Kürzungen, die die Mehrheit der Kinder hinnehmen muss, allerdings kein Betrag, der sich sehen lassen kann. Für volljährige Kinder, die noch im Haushalt eines Elternteils leben, ist nicht einmal der Bedarfssatz angehoben worden. Die Beibehaltung des Bedarfs aus dem Jahr 2017 ist vielmehr „bis auf weiteres“ geplant. Hier zeichnet sich eine Abschaffung der vierten Altersstufe ab, die das Budget des Elternteils weiter strapazieren wird, in dessen Haushalt das volljährige Kind wohnt.

Die „Düsseldorfer Tabelle“ existiert übrigens seit 1962 und wurde bis 1977 vom Landgericht Düsseldorf erarbeitet. Aufgrund der damals neu geschaffenen Familiengerichte hat seither das Oberlandesgericht Düsseldorf die Federführung übernommen. Die nächste Änderung wird voraussichtlich zum 1.1.2019 erfolgen.

The American Dream

27. November 2017

Dieser Traum geht in Erfüllung: Das Drents Museum Assen (NL)  und die Kunsthalle Emden (D) präsentieren seit gestern namhafte amerikanische Künstler in Europa! Die grenzüberschreitende Doppelausstellung widmet sich dem Amerikanischen Realismus von 1945 bis zur Gegenwart, unter anderem mit Werken von Edward Hopper, Andy Warhol, Alice Neel, Richard Diebenkorn, Martha Rosler, Alex Katz und Chuck Close. Nach dem 2. Weltkrieg symbolisiert die Abstraktion der New York School und nachfolgenden Künstlergenerationen den Wiederneuanfang und eine scheinbare Entideologisierung der Kunst in den USA. Dieser von einflussreichen Kunstkritikern geförderten Abstraktion steht der amerikanische Realismus gegenüber. Anhand der Themen Figuren, Stadtleben, Landschaft, Genre und Stilleben bieten das Drents Museum und die Kunsthalle Emden einen faszinierenden Einblick in den ‚American way of life‘. Damit ist die Ausstellung mehr als nur ein kunsthistorischer Überblick. Seine verschiedenen Strömungen und Künstlerpositionen spielen eine vom Kunstbetrieb nur teilweise gewürdigte und dennoch bedeutende Rolle in der Entwicklung der amerikanischen Kunst.

Die Werke zeigen  die realen Lebensbedingungen der Amerikaner auf, vertreten gesellschaftskritische Positionen und legen den Fokus verstärkt auf die menschliche Figur und die menschliche Existenz in den USA. ”American Dream” ist die erste große Übersichtsausstellung zum amerikanischen Realismus in Europa. Das Drents Museum konzentriert sich auf die Kunst von 1945 bis 1965, während die Kunsthalle Emden ihren Fokus auf die Zeit von 1965 bis zur Gegenwart richtet. Die Werke, die aus großen amerikanischen Museen, Firmensammlungen und Privatsammlungen stammen, nehmen die Besucher mit auf eine Reise durch die Kultur und die Geschichte der USA in der Zeit seot 1945.

Bei der Eröffnungsfeier am Samstag hatte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Sonnabend die engen Beziehungen zu den USA gewürdigt. Trotz mancherlei Irritationen über die gegenwärtige politische Ausrichtung in den USA bleibe es dabei: „Uns verbinden offene Gesellschaften und ein gemeinsames transatlantisches Wertefundament, für deren Erhalt wir uns engagieren müssen“, erklärte Gabriel.

Mehr auf der Webseite der Ausstellung. Und hier (bei der Deutschen Welle.

Hier finden Sie die touristischen Tipps beider Museen für ihre Städte und Regionen als dreisprachiges blätterbares PDF-Dokument  und

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