Steuergeld gespart

19. Oktober 2017

Wo gerade überall darüber berichtet wird, wie dramatisch der Schwund von Insekten hierzulande ist, gibt es auch gute Nachrichten! Es ist ein Fall bekannt geworden, bei dem eine deutsche Behörde Steuergelder gespart hat – und zwar das Bundesinstitut für Risikobewertung, das sich zu Glyphosat äußern sollte. Das Ergebnis-Papier hat einige Aktivisten dermaßen an die Argumentation des Glyphosat-Herstellers Monsanto erinnert, dass sie ein Plagiatsgutachten in Auftrag gaben. Ergebnis:

Es sei „offensichtlich, dass das BfR keine eigenständige Bewertung der zitierten Studien vorgenommen hat“, sagt Dr. Stefan Weber, der im Auftrag von GLOBAL 2000 ein Plagiatsgutachten erstellt hat. Über „zahlreiche Seiten hinweg“ seien Textpassagen „praktisch wörtlich übernommen“ worden.

Ach naja, denkt man jetzt vielleicht, das werden unwichtige Randnotizen gewesen sein, nicht der Kernteil. Aber:

Das Kapitel zur Gentoxizität, also zur erbgutschädigenden Wirkung von Glyphosat, wurde sogar fast vollständig und fast wortwörtlich übernommen.

 

… Der Bewertungsbericht des BfR und damit die wissenschaftliche Grundlage für die von der EU-Kommission vorgeschlagene Zulassungsverlängerung von Glyphosat erfülle in wesentlichen Teilen die „Kriterien eines Textplagiats“.

Das BfR hat erklärt, man habe nur die Aussagen der Glyphosat-Hersteller dargestellt. Das sei eben im Rahmen der vorzunehmenden Risikobewertung die eigene Aufgabe des BfR. Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ berücksichtigte das BfR aber die Hinweise auf Krebs bei Tierversuchen mit Glyphosat nicht ausreichend und verließ sich, so die SZ, bei der Analyse von Studien „offenbar zu sehr auf Angaben der Industrie“.

Und was sagt die EU dazu?

But Efsa’s Url also said that some of the criticism that members of the European Parliament have made of his agency are „hypocritical.“und

He referred to when MEPs* tell Efsa they should publish more studies, even though many of them are protected by intellectual property rights, because they are owned by private companies.

So ist das!? Die mit Steuergeldern bezahlten „Studien“ dürfen gar nicht veröffentlicht werden, weil die dafür zuständige Verwaltung sich nicht die Rechte zur Veröffentlichung hat vertraglich zusichern lassen? Unglaublich!

ZDF Heute.

Die [EU-]Behörde wies den Zeitungsbericht am Freitag umgehend zurück. Die Behauptungen seien ein „weiterer Versuch“, den von EU-Experten verfassten Bericht in Zweifel zu ziehen, erklärte die Efsa.

(* Mitglied des Europäischen Parlaments / ansonsten Quelle: Fefe)

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