Luther

31. Oktober 2017

Heute vor einem halbe Jahrtausend: Martin Luther findet sich unerwartet auf der großen Bühne der Weltpolitik wieder, bewundert, gefürchtet und verhasst. Denn er bringt das uralte Machtgefüge der katholischen Kirche ins Wanken und bereitet den Weg für ein neues Denken. Hinter der Reformation versammeln sich mächtige Protagonisten dieser Zeit. Für sie kommt der Mönch aus Wittenberg wie gerufen. Luther wird zur Galionsfigur der Erneuerer und zum Feindbild des Papstes. Denn die Thesen Martin Luthers vom 31. Oktober 1517 markieren den Beginn einer Revolution, durch die sich für die Menschen viel mehr ändert als nur das Verhältnis zur Kirche.

Im ersten Teil der Dokumentation wandert ZDF-Journalist Harald Lesch über die Alpen – wie der junge Augustiner Martin Luther im Jahr 1510. Der junge Mönch wird in einer wichtigen Ordensangelegenheit nach Rom geschickt. Unterwegs macht er Station in Florenz, damals ein Zentrum der Kreativität. Eine Art Kulturhauptstadt Europas. Michelangelo, Raffael, Botticelli – sie prägen ein neues Bild vom Menschen. Wollen wir nicht auch heute noch aussehen wie eine Skulptur von Michelangelo? Harald Lesch trainiert in einem Fitnessstudio und stellt fest: Diese Art von vernunftbetontem Verhalten, die Vervollkommnung der eigenen Person – das ist ein Erbe des Humanismus vor 500 Jahren.

1946

30. Oktober 2017

Das kennen Sie sicher, oder? An stürmisch-herbstlichen Sonntagen durch’s Netz surfen und auch mal bei Ebay reinschauen, als Suchbegriffe Lingen + Ems eingeben -gibt man nur Lingen ein, landet man bei Dutzenden antiquarischen Büchern des Kölner Lingen-Verlages – und dann geht’s los. Zunächst -zig Seiten immer dieselben Postkarten und dann und wann auch mal Interessantes:

Gestern war das eine Fotoaufnahme aus dem Jahr 1946, die zazaza030  anbietet – ein vertrauenswüdriger Ebayer mit 24.554 positiven Bewertungen. Einschließlich “Rückseite mit Kleberesten” bietet er an:
Foto zwei süsse Kinder Junge Knabe Mädchen 1946 Portrait Geschwister Lingen Ems“ . Gemeint sind natürlich zwei süße Geschwisterkinder, aber die Sache mit dem langen Vokal und dem folgenden „ß“ ist offenbar schwierig. Das Fotofundstück findet sich unten und meine Frage hier: Wer ist darauf zu erkennen?

Air Berlin

29. Oktober 2017

Air Berlin ist Geschichte. Die Medienseite Horizont.net nennt jetzt noch einmal fünf Dinge die ihres Erachtens von Air Berlin in Erinnerung bleiben. Natürlich ist das AB-Schokoherz ganz oben (von dem ich erst jetzt weiß, dass es im Jahr 14 Mio mal verteilt wurde und vom renommierten Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli produziert wurde). Aber auch die „Wortspiele in der Werbung“:

Horizont schreibt zu dem feinen Video:
„Eine Dekade lang betreute Track das Mandat der Airline, zum Multi-Pitch im vergangenen Jahr trat die Agentur freiwillig nicht mehr an. In die Track-Ära fallen unzählige Versuche, der Marke neuen Schwung zu verleihen – mit angesagten Tattoo-Models, grafischen Illustrationen oder der Neupositionierung als Premium-Airline auf Langstreckenflügen – doch Image und Wirtschaftskraft der Fluglinie waren nicht mehr zu retten. Immerhin bleiben ein paar hübsche Wortspiele: „Love is in the Airberlin“ zum Abschied von Track oder 2013 in Anlehnung an John F. Kennedy Ich bin Airberliner. Übrigens: Pitchgewinner Scholz & Friends arbeitete zwar eine Kampagne aus, die Pläne blieben aber in der Schublade.“

Als jemand, der auch einmal mit Air Berlin strandete, finde ich dieses Youtube-Video besonders sympathisch. Es ist mein ganz persönlicher Air-Berlin-Sport.

 

 

Röszke 11

28. Oktober 2017

Am 15. September jährte sich die Schließung der Grenze am ungarischen Grenzort Röszke zum zweiten Mal. Seither sitzt der Syrer Ahmed H. in Szeged in Haft; vor einem Jahr wurde er in Szeged erstinstanzlich als “Terrorist” gleich zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Lange Zeit unterlag er zuvor strengen, unmenschlichen Kontakteinschränkungen, durfte weder Briefe schreiben noch erhalten und keinen privaten Besuch bekommen. Ahmed H. ist der letzte von elf Gefangenen. Die ehemals 11 Angeklagten (“Röszke 11″) waren am 16. September 2015 aus etwa 5.000 Menschen herausgegriffen worden, die an diesem Tag über die serbisch-ungarische Grenze am Übergang Röszke liefen – unter ihnen auch Faisal F., ein irakischer Mann im Rollstuhl sowie die Eltern von H.. Alle 11 wurden wegen „illegalen Grenzübertritts“ und „Teilnahme an Massenunruhen am 16.09.2015″ angeklagt.

Unmittelbar zuvor hatte die ungarische Regierung die „Balkanroute“ an dieser Stelle unterbrochen und den Grenzübergang mit Stacheldraht geschlossen. Am Vortag war in Ungarn ein Gesetz in Kraft getreten, dass für die „illegale Einreise“ nach Ungarn bis zu drei Jahren Haft vorsah.

Dem in diesem Gefängnis einsitzenden Ahmad H. droht eine jahrelange Freiheitsstrafe, weil er -so die Staatsanwaltschaft- bei den Auseinandersetzungen an der ungarisch-serbischen Grenze im Spätsommer 2015 Rädelsführer gewesen sein soll – für die ungarische Justiz ein klarer Fall von „Terrorismus“. Im Juli vergangenen Jahres verurteilte das Gericht in Szeged 10 von ihnen wegen „illegaler Einreise“ zu Haft von ein bis drei Jahren, teils auf Bewährung. H.s Urteil wurde im vergangenen Jahr mehrmals verschoben. Am 30. November 2016 entschied sich die, der Orbán-Regierung verpflichtete Justiz in Szeged dann, an Ahmed H. ein Exempel zu statuieren (mehr…).

Im Urteil vom 30.11.16 wurde er zu 10 Jahren Haft verurteilt. Jetzt, in zweiter Instanz, forderte die Staatsanwaltschaft im Sommer gar eine Strafe von 17 1/2 Jahren. Der Strafprozess wird am kommenden Montag und Donnerstag fortgesetzt.

Apropos Gefängnis in Szeged:
Vor einigen Jahren habe ich als Verteidiger dort einen Mandanten besucht. Meine lebhafte Erinnerung: Das einzig Europäische an diesem Gefängnis war die etwas zersauste EU-Flagge, die vor dem ansonsten schrecklichen Knast flatterte. Meinen Mandanten konnte ich bei 35° in einem etwa 2 Quadratmeter, fensterlosen großen Raum sprechen, der mittendrin durch eine Trennwand geteilt war.

Zum Fall Ahmed H. siehe auch die Twitter-Berichterstattung von Migszol Csoport aus Ungarn externer Link sowie dort auch Hintergründe zum Verfahren externer Link und die englische Aktionsseite externer Link.


Bitte um Spenden für die Anwaltskosten und um Ahmed H. im Knast zu unterstützen: Spendenkonto: Rote Hilfe e.V. Ortsgruppe Frankfurt, Donation Reference: Röszke 11, IBAN: DE24 4306 0967 4007 2383 90, BIC: GENODEM1GLS und außerdem hier

Von Süßem und Sauren

28. Oktober 2017

Wer die historische Burg- und Hansestadt Fürstenau einmal von einer ganz interessanten kulinarischen Seite kennenlernen möchte, sollte sich unbedingt auf die Aber bitte mit Sahne – Tour begeben. Bei dieser Gästeführung in Fürstenau erfährt der Gast nicht nur Wissenswertes über Kaffee + Kulinarisches, sondern er wird auch noch mit vielen leckeren Überraschungen verwöhnt. Auch ich wollte in den Genuss kommen und habe mich einer großen Besuchergruppe aus Laggenbeck angeschlossen und einen erlebnisreichen Nachmittag mit vielen netten Menschen erlebt.

Ein leckeres Stück Obstkuchen zur Begrüßung bei der Gästeführung in Fürstenau... aber bitte mit Sahne!

Von schwarzem Gold und Muckefuck

Die Senioren-Gruppe, die mich übrigens herzlich aufgenommen hat, unternimmt seit gut 20 Jahren immer wieder Tagestouren in die Umgebung. Heute möchten sie Fürstenau entdecken. Im Restaurant Torhaus, das sich direkt auf dem historischen Schlossgelände befindet, werden zunächst ein herrliches Stück Obstkuchen, „aber bitte mit Sahne“, und leckerer Kaffee serviert. Hier begrüßt uns nun unsere Gästeführerin Petra Oldenhage, die uns auf diese besondere Tour begleitet.

Wir tauchen ein in die Geschichte des „schwarzen Goldes“ und erfahren allerhand über Kaffeehäuser, die seit 1511 bestehen und große Beliebtheit in der Gesellschaft fanden. Auch über die verschiedenen Zubereitungsarten von Kaffee, über Muckefuck (Ersatzkaffee aus Getreide, Malz oder sogar Löwenzahn!) und über die Verwendung von Kaffeesatz hat Petra Oldenhage viel zu erzählen.

Die Kunst des Schnappsbrennens

Eine Führung durch die Kornbrennerei Philipp Becker gibt es auch während der Gästeführung in Fürstenau.

Nun verlassen…

 

[…weiter hier im Blog Osnabrücker Land]

 

ein Beitrag mit Fotos von Sandra Fenstermann, von mir gefunden im Blog Osnabrücker Land  des Tourismusverband Osnabrücker Land e.V.

Schürze

27. Oktober 2017

„Angebandelt – Ein Date mit der Schürze“

Nordhorn – Stadtmuseum im NINO-Hochhaus, NINO-Allee 11
So 29.10.2017, 11.00 Uhr

Öffentliche Führung

und

Sonntag, 5. November, 11 Uhr
Szenische Lesung mit Reinhard Prüllage

jeweils Eintritt: 5 Euro/erm. 3 Euro

Schürzen – veraltet, hoffnungslos altbacken und überhaupt nicht mehr modern? Mitnichten! Schürzen werden immer noch zu vielen Anlässen getragen: im Garten, beim Kochen, auf Volksfesten oder in bestimmten Berufen; ob selbstgenäht, humorvoll bedruckt oder sachlich schlicht und praktisch. Schürzen sind immer noch allgegenwärtig – für ältere wie jüngere Frauen, Männer wie Kinder. Über den praktischen Zweck hinweg, nehmen sie für ihre Besitzer oft eine ganz persönliche Bedeutung ein: Sie sind Zeichen von Prestige, Teil der Berufskleidung, dienen als Zierde oder Teil von Brauchtum. Mit dem Trend des Selbernähens sind auch die Schürzen wieder groß in Mode gekommen.

Für die Nordhorner Industriegeschichte ist die Bedeutung der Schürze eine überaus große: Mit der Massenproduktion des ‚Waterstoffs‘ – einem besonders robusten, für Schürzen sehr beliebtem Baumwollstoff des 19. Jahrhunderts – gab die Textilfabrik Povel den entscheidenden Anstoß zur hochindustriellen Massenproduktion der Textilindustrie in Nordhorn. ‚Waterstoffe‘ waren sehr gefragt: Man nähte Kleidung noch selbst; das Reinigen war zeitaufwändig und arbeitsintensiv. Dass die Bedeutung der Schürze über Arbeit und Alltag hinausreich, in welchen Formen Schürzen getragen wurden und bis heute getragen werden, zeigt die Sonderausstellung „Angebandelt. Ein Date mit der Schürze“ noch bis zum 5. November im Stadtmuseum Nordhorn im NINO-Hochbau.

Die Ausstellung wurde vom Stadtmuseum Deggendorf, dem Textilmuseum Neumünster und Studierenden des Lehrstuhls für Vergleichende Kulturwissenschaften an der Universität Regensburg in Kooperation erarbeitet. In Nordhorn wird sie ergänzt um die Geschichte der Waterschürzen, und sie spannt den Bogen bis zur Schürze aus der Grafschafter Textilindustrie heute als Teil moderner Berufsbekleidung des 21. Jahrhunderts.

Mehr im Ems-Vechte-Welle-Podcast

 

(Quelle. Stadtmuseum Nordhorn)

REISE(L)UST

27. Oktober 2017

Über REISE(L)UST – Die Mutter aller Regional TV Parodien
Es kommt im Leben des modernen Deutschen nicht mehr oft, vor dass er Tränen lacht, daher ist die neue Reihe REISE(L)UST auch ein Gesundheits-Tipp. Die Reisemagazin-Parodie von Luksan-Wunder verneigt sich vor der hohen Kunst der niederen Unterhaltung und das so gut, dass Schlecky Silberstein „spontan den Webvideo Award“ aus der Taufe hob und direkt an REISE(L)UST verlieh. Die Moderatoren Lider Freadrich und Britt führen durch unterschiedliche Länder der Erde, befinden sich dabei aber stets in Berlin. Wenn man nicht genau hinhört, könnte es als beschissenes Regionalfernsehen durchgehen. Aber hört und seht genau hin, dann findet Ihr große Kunst. (Schönes Wochenende!)

(gefunden bei Schlecky Silberstein)

Campus-Auktion

26. Oktober 2017

Torsten Sträter

25. Oktober 2017

Torsten Sträter:
„Es ist nie zu spät unpünktlich zu sein“
Lingen (Ems) – Theater an der Wilhelmshöhe,
Willy-Brandt-Ring 44
Sa 28.10. – 20 Uhr

Karten: 24 Euro (Freie Platzwahl)

„Hallo! Ich bin es selbst. Der Sträter. Sie wissen schon. Ruhrgebiet. Mütze. Zeitlich öfter mal ein bisschen knapp dabei. Ich habʼ das Programm fertig! Wie üblich komplett selbst gehäkelt. Diesmal gehtʼs aber echt um alles: die Macht der Entspannung, Erziehung, Sex, Bratwurst, die heilende Kraft der Musik und um den Vater des Gedanken. Er heißt Günter. Und es geht um die Zeit! Was sie macht, wie sie funktioniert, wonach sie riecht und ob man sie umtauschen kann. In der Art so. Das sagte mein Oppa immer: „In der Art so.“ Speziell wenn er mir was erklären wollte – zum Beispiel die Struktur eines Märchens. Um es anschaulicher zu gestalten, wählte er dann zusätzlich Motive aus dem Zweiten Weltkrieg, stellte jedoch zügig fest, dass das völlig sinnbefreit ist, und brach desinteressiert ab. „Weißte, Rapunzel, Kettenfahrzeug, Haare … in der Art so.“

Dann wollen wir mal hoffen, dass ich das alles in gerade mal zwei Stunden untergebracht kriege. Na komm, noch mal ganz offiziell: VOM MACHER VON „SELBSTBEHERRSCHUNG UMSTÄNDEHALBER ABZUGEBEN“, ALSO MIR, KOMMT NUN DAS PROGRAMM: „ES IST NIE ZU SPÄT, UNPÜNKTLICH ZU SEIN“. SPRACHLICH JETZT NOCH GUTER! Es wird ein Abend in sonorstem Deutsch, eine große Tüte Pointen lässig runtergebrummt – dazu, dazwischen, oben drüber: Geschichten, die man jetzt mal nicht von YouTube oder aus dem TV kennt. Knuspriges Material, dampfend frisch, unter anderem eine Story, die ich in L. A. geschrieben habe. Die handelt an sich vom Tapezieren, aber man kann sie gut anmoderieren mit: „Die nächste Geschichte habe ich in Los Angeles geschrieben, (Schulterzucken) You know … Sunset Boulevard …“

Auch wieder enthalten: Drei Minuten Polit-Kabarett vom Feinsten. Vielleicht gibt es sogar eine Fortsetzung von „Struppi“.Gut, das Tier ist tot. Trotzdem. Wie sagte schon René Descartes: „Man sollte sich nur den Gegenständen zuwenden, zu deren klarer und unzweifelhafter Erkenntnis unser Geist zuzureichen scheint.“ Ich hab keine Ahnung, was das bedeuten soll.

Aber ich freu mich auf Sie! Und pünktlich bin ich auch. Echt jetzt. Besser, ich fahre schon mal los. Ihr Torsten Sträter“

Fats Domino ist tot

25. Oktober 2017

Antoine „Fats“ Domino Jr. (* 26. Februar 1928 in New Orleans) ist gestern in  Harvey, Jefferson Parish gestorben.