Ingmar Stadelmann

29. September 2017


Ingmar Stadelmann
Humorphobie
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40b
Heute, 29. Sept- – 20 Uhr

Karten: 17,- €

Humorphobie – von griech. chymos: [1] flüssig; phóbos: Angst, Phobie bezeichnet eine soziale, gegen Kabarettisten, Satiriker und Comedians gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit. [2] Humorphobie wird in den Sozialwissenschaften zusammen mit Phänomenen wie Rassismus und Xenophobie unter den Begriff „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ gefasst und ist demnach nicht krankhaft abnorm bedingt. Humorphobes Verhalten steht teilweise in einem engen Zusammenhang zur Dummheit, da Außenstehende die vermeintliche Humorfähigkeit einer Person häufig an deren Abweichung von als gesellschaftstypisch geltenden Verhaltens- und Ausdrucksweisen zu erkennen glauben.

Drei Jahre lang war Ingmar Stadelmann mit seiner Show „Was ist denn los mit den Menschen?“ auf Tour. Drei Jahre, in denen er mit Preisen ausgezeichnet wurde und viele Fans gewonnen hat. 2014 war Stadelmann der „FC Bayern“ der deutschen Comedy: Er gewann den „RTL Comedy Grand Prix“ und den „Deutschen Comedypreis“ in der Kategorie „Bester Newcomer“. 2015 überzeugte er gleich doppelt: Beim „Großen Kleinkunstfestival der Wühlmäuse“ im RBB holtr sich Ingmar den Jury- und den Publikumspreis!

Nun setzt der in Ostdeutschland geborene Stadelmann noch einen drauf: Sein neues Soloprogramm #humorphob nennt Ingmar in seiner typisch bescheidenen Großkotzigkeit „revolutionär“. Zwar behauptete er das auch schon bei seiner letzten Bühnenshow, aber damals durfte man das noch mutig nennen, heute ist es wahr: Ingmar Stadelmann schafft es in seiner gewohnt bissigen Art, die Grenzen zwischen Kabarett und Comedy aufzulösen. Mal wundert er sich über alltägliche Beobachtungen beim Menschen, mal ist die aktuelle Politik sein Ziel. Natürlich darf sein scharfsinniger Blick auf die Hauptstadt Berlin auch jetzt nicht fehlen!

Ingmar Stadelmann wurde nicht über Nacht zum Comedystar. Das verhindert schon seine Humorfarbe: Schwarz, schmerzbefreit; allerdings auch immer saukomisch. Er ist ein bisschen wie der italienische Restaurantbetreiber, der in der Fußgängerzone alle Passanten einzeln anspricht und von seiner Qualität des Essens überzeugen will. Das dauert ein wenig länger, aber am Ende ist der Laden immer voll und der Gast vollends zufrieden!

„Es gibt Menschen, die alles googeln. Für die ist „Humor“ am Ende wahrscheinlich nur ein Kloster in Rumänien.“ (Stadelmann)

Und so stellt sich Ingmar Stadelmann in #humorphob dem Kampf gegen die Humorlosigkeit, mit den ihm dafür zur Verfügung stehenden Waffen: Der humoristischen Kalaschnikow, der Pointen-Geiselnahme, der Terror-Punchline oder als Selbstgag-Attentäter: revolutionär, charmant-provokant, irre!
(Quelle: PM)

Städtepartnerschaften

29. September 2017

Jede -öffentliche wie nichtöffentliche- Ratssitzung endet mit dem Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anregungen. Gestern habe ich im Lingener Rat unter diesem Top das Wort ergriffen, weil mich der zunehmende Nationalismus umtreibt. Meine Rede zum Nachlesen:

„(Anrede)
ich melde mich mit einer Anregung. …
Gestatten Sie mir, dass ich ein klein wenig aushole. Es geht um unsere Städtepartnerschaften. Dazu möchte ich zuerst unterstreichen, dass es seit der ersten Städtepartnerschaft im Jahre 1981 mit der englischen Stadt Burton-upon-Trent inzwischen fünf Städtepartnerschaften und –freundschaften gibt.
Nach Burton-upon-Trent bzw. East Staffordshire sind dies
seit 1993 das polnische Bielawa bzw. Langenbielau (Niederschlesien),
dann nach Jahren guter und effektiver Zusammenarbeit seit 1996 offiziell Marienberg (Sachsen), Salt (Katalonien, Spanien), seit 1998 und in Frankreich Elbeuf (Normandie), seit 12 Jahren, also seit 2004. Man sollte auch nicht das kleine ukrainische Juskowzy vergessen, mit dem wir allerdings keine formelle Partnerschaft haben.

Ich weiß nicht, wie Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, es empfinden. Aber ich habe in den vergangenen Jahren zunehmend den Eindruck gewonnen, dass es immer mehr Rituale sind, die diese Städtepartnerschaften ausmachen. Es gibt wenig Neues bzw. wenig neue Begegnungen. Es gibt zu wenig Austausch.

Bei dem insgesamt guten Besuch des Rates in Bielawa vor zwei Monaten ist das sehr greifbar geworden. Ein wirklicher Meinungsaustausch hat leider nicht stattgefunden. Wir haben bereits in der letzten Ratssitzung darüber gesprochen, wie wir das aufnehmen.

Dies vorausgeschickt ergibt sich jenseits der Partnerschaftsrituale Handlungsbedarf, um sich intensiver kulturell und wirtschaftlich auszutauschen. Unsere kommunalen Partnerschaften sollten als Plattform genutzt werden, um Demokratisierungsprozesse, das Eintreten für Toleranz und Menschenrechte, für kulturelle Vielfalt und europäisches Denken und Handeln zu unterstützen.

Ich rege dazu an, in den Gremien des Rates offen zu diskutieren, wie sich dies trotz der Rituale verwirklichen lässt. Der Grund für meinen Vorschlag ist die Entwicklung in letzter Zeit, die uns allen bekannt geworden ist:

In Salt gibt es einen zunehmenden Nationalismus, mit dem die Kommune die Bewegung für ein eigenes Katalonien unterstützt.
In Burton-upon-Trent bzw. East Staffordshire haben im Frühjahr 2017 mehr als 60% der Abstimmungsberechtigten für den Brexit gestimmt, also auch für eine antieuropäische, nationalistische Position.
In Bielawa hat die nationalistische PiS-Partei maßgeblichen Einfluss und den Bürgermeister gewählt.. Sie entzog sich sogar –sagen wir –“protokollarischen Treffen“ mit uns „wegen unaufschiebbarer Termine“.
Und schließlich haben am vergangenen Wochenende bei den Bundestagswahlen in der Partnerstadt Marienberg 30 % der Wählerinnen und Wähler für die rechte, nationalistische AfD gestimmt.

All diese nationalistischen Entwicklungen machen Grund zur Sorge. Denn es war der Nationalismus in Europa, der in unserem Kontinent Jahrhunderte Krieg und Elend schuf. Wem es also um den Frieden in Eruopa geht, der muss gegen Nationalismus aufstehen. Das gilt auch für uns als Kommune.

Meine Bitte ist, offen und ehrlich ein Fazit von fast 40 Jahren Städtepartnerschaften zu ziehen und darüber hier im Rat sowie außerhalb in den Parteien und Gruppen zu diskutieren, wie wir weitermachen, was wir ändern und was wir neu und besser machen müssen, um „Europe first“ auf eine Weise zu befördern, die uns einander annähern lässt, anstelle uns voneinander wegzubewegen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.“

Christine Meißner

29. September 2017

Christine Meißner, Violoncello
14. Hauskonzert bei Familie Löning
Lingen (Ems) – Falkenstr. 17
Sa 7.10. – 19 Uhr
Kein Eintritt, Spende erbeten
Anmeldung notwendig

Die Cellistin Christine Meißner (Weimar) mit ihrem Programm „Aus den Visionen“ und Werken von Hildegard von Bingen, Johann Sebastian Bach, Joseph Marie Clément Ferdinand Dall´Abac, Max Reger, André Jolivet, Sofia Gubaidulina und Lisa Streich.

Super! Eurowings, die „Billigtochter von Lufthansa“ (Medienspruch), hat mir just eine E-Mail geschrieben, nachdem ich eine Anfrage hatte. Über die EW-Antwort habe ich mich sehr gefreut. Mein Anliegen ist dem Unternehmen nämlich so wichtig, dass sich Eurowings gleich vier Wochen damit befasst.