nicht ausdenken

3. August 2017

Letzte Woche schickte der norwegische Journalist Johan Slåttavik („Ich bin wahrscheinlich Norwegens schlechtester Troll“) folgendes Posting in die norwegische Facebook-Gruppe „Vaterland zuerst“ („Fedrelandet viktigst“), die immerhin 12.000 Mitglieder zählt.

Johan fragte in die Runde, was die Leute darüber denken würden. Nun, zu sehen sind
schlicht ein paar freie Bussitze. Was soll man von denen schon denken? Wenn man einen braucht, ist es recht praktisch, wenn einer leer ist.

Darum aber ging es einigen Mitgliedern der Gruppe nicht; denn sie sahen keine Sitze, sondern vollverschleierte Frauen unter vermeintlichen Burkas. Und dann wurde, wie wir es auch hierzulande kennen, erstmal derbe durch die Kommentare randaliert. Weil ein paar Knetbirnen Bussitze für Frauen unter Burkas hielten. Kann man sich nicht ausdenken!

“Tragic” and “terrifying” were among the comments posted by members of the closed Fedrelandet viktigst, or “Fatherland first”, group beneath the photograph, according to screenshots on the Norwegian news website Nettavisen.

Other members of the 13,000-strong group wondered whether the non-existent passengers might be carrying bombs or weapons beneath their clothes. “This looks really scary,” wrote one. “Should be banned. You can’t tell who’s underneath. Could be terrorists.”

Further comments read: “Ghastly. This should never happen,” “Get them out of our country – frightening times we are living in,” and: “I thought it would be like this in the year 2050, but it is happening now,” according to thelocal.no.

Die Welt lacht, auch wenn das Facebookposting inzwischen gelöscht ist. Im britischen  The Guardian lag gestern Abend der „mistaken“-Bericht über die norwegischen Dumpfbacken auf Rang 1 aller online gelesenen Beiträge.

Übrigens geht die hier dargestellte Blödheit zurück auf diesen, vor knapp einem Jahr veröffentlichten, satirischen Tweet:

(Quelle Das Kraftfuttermischwerk; The Guardian)

Lebensadern

3. August 2017

Lebensadern auf Sand 
NABU-Exkursion am Biener Busch
Lingen(Ems)-Biene – Treffpunkt Bookhofstr. 3
Mi 9. Aug. ’17, ab 18 Uhr
Eintritt 3 € (bis 14 Jahre und NABU-Mitglieder  frei)

Im Hotspot-Gebiet in Biene gibt es ein Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen zu entdecken. Neben dem Biener Busch werden die Tier- und Pflanzenwelt des Sandtrockenrasens  und weiterer Flächen erkundet, die durch Naturschutzmaßnahmen der Stadt Lingen (Ems) entwickelt wurden.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Veranstalter ist der NABU Emsland/Grafschaft Bentheim in Kooperation mit der Stadt Lingen (Ems).

in kauf

3. August 2017

War der abgelehnte Asylbewerber, der am Freitag in einem Hamburger Supermarkt ein Attentat verübte, psychisch krank oder „instabil“? Das wissen wir zurzeit nicht – die Bundesanwaltschaft ermittelt. Viele fragen sich aber: „Was passiert eigentlich, wenn Flüchtlinge …psychische Probleme haben?“ fragt auch der NDR und informiertd:

Nach Schätzungen der Bundespsychotherapeutenkammer von 2015 leiden 40 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland an einer posttraumatischen Belastungsstörung und jeder zweite an einer Depression.

Schon am Beginn der Flüchtlingshilfe vor zwei Jahren haben meine politischen BN-Freunde und ich gefragt, wie psychisch kranke oder belastete Flüchtlingen in unserer Stadt behandelt werden; denn dass Menschen, die Krieg, Flucht und Gewalt erlebt haben, psychisch belastet und oft schwer traumatisiert sind und deshalb Hilfe brauchen, dürfte klar sein. Therapie gab es damals in unserer Stadt (auch mangels Therapeuten!) nur in besonderen, schwersten Einzelfällen und dann auch nur entfernt in Bremen und dafür nicht ausgebildete Verwaltungsbeamte diagnostizierten und entschieden, ob ein Flüchtling psychisch krank sei und eine solche Behandlung brauche.

Daran hat sich wenig geändert. Weiterhin werden von Verwaltungsleuten Traumatisierungen und psychische Probleme bei Flüchtlingen meist nicht erkannt oder als unzutreffend bzw. gar als Täuschung begriffen. Über Suizidversuche, die es noch jüngst in unserer Stadt bei Abschiebungen gab, wird lokal nicht berichtet. Diese Gleichgültigkeit ist inakzeptabel; denn sie lässt nicht nur kranke Menschen unversorgt und allein sondern sie nimmt als Folge schreckliche Taten wie die in Hamburg in kauf.

[mehr beim NDR, mehr in der FAZ]